Bilanz der Festspiele MV 2026: Sommer voller Highlights endet
Die Festpiele MV sind zu Ende gegangen. Das Armida Quartett prägte den Festspielsommer rund drei Monate lang - mit 20 Konzerten und 35 gespielten Werken, verteilt über Mecklenburg-Vorpommern.
Mit dem Klavierquintett f-Moll des französischen Komponisten César Franck beendete das Armida Quartett seine Sommerreise durch Mecklenburg-Vorpommern: "Wir haben die Zeit genossen", sagt Cellist Peter-Phillipp Staemmler. "Wir haben unglaublich in drei Monaten viel Repertoire spielen dürfen. Das haben wir noch nie in so kurzer Zeit gemacht."
Volles Programm, leere Batterien
Bratschistin Teresa Schwamm-Biskamp betont, auf dem Papier stünden 20 Konzerte. "Es sind 35 Werke, die wir gespielt haben - unglaublich viel. Aber wenn man vor Ort ist, merkt man nach jedem Konzert: 'Schade, es ist schon wieder vorbei.' Meine Batterien sind jetzt leer, und ich habe nicht das Gefühl, dass ich den Sommer mit Urlaub verbringen konnte."
65.000 Gäste, jedes zweite Konzert ausverkauft
Diese musikalische Arbeit begann Mitte Juni in der Neubrandenburger Konzertkirche, mit einer Uraufführung: Das Armida Quartett präsentierte die Festspielouvertüre 2026. "Mit dem Quartett haben wir die ideale Besetzung gehabt", schwärmt Festspielintendantin Ursula Haselböck.
Sie hat mit ihren Mitstreitern das gesteckte Ziel von 70.000 Besucher knapp verpasst. "Die sind mit einem Tango-Quartett aufgetreten, mit einer Jazz-Pianistin, mit Orchester. Und zum Abschluss mit Kit Armstrong, mit viel fantastischer Kammermusik." Zwischendurch sei das Quartett sogar noch Fahrrad gefahren, so die Intendantin. "Was will man mehr?"
1.200 Menschen für Villazón-Konzert nach Stolpe gereist
Es kamen 65.000 Gäste zu den 120 Konzerten, von denen etwa jedes zweite ausverkauft war. Haselböck erzählt, 1.200 Menschen seien etwa für Rolando Villazón zur Hafenscheune in Stolpe an der Peene gefahren. "Das hat uns stolz gemacht", betont Haselböck.
Zum Open Air in Ludwigslust mit Annett Louisan seien mehr 2.000 Menschen gekommen, viele hätten das Konzert auf Schloss Bothmer in Klütz mit Kent Nagano besucht. "Man merkt, dass Kultur ein Thema in diesem Land ist. Wir arbeiten weiter daran, dass noch mehr Veranstaltungen in den nächsten Jahren ausverkauft werden."
Berühmter als Mozart: Rossetti in Ludwigslust
"Mozarts Zeitgenossen - Ludwigsluster Klassik" war ein Konzert überschrieben, bei dem der Wiener Martin Haselböck die Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin dirigierte: "1789 nimmt Fürst Friedrich Franz viel Geld in die Hand, um zwei der wichtigen Komponisten hierher zu verpflichten. Bei Rossetti wissen wir, dass er von seinem vorigen Hof übersiedelt ist - für das mehr als dreifache Gehalt." Auch der Komponist Sperger sei nach Schwerin gekommen.
Beide Musiker hätten Stücke für den Hof geschrieben. "Rossetti war, als er hier engagiert wurde, wahrscheinlich berühmter als Mozart und schrieb diese Sinfonie. Wir können annehmen, dass die Sinfonie knapp vor seinem Tod geschrieben ist", so Haselböck.
Schwitzen, Radeln, Musizieren
Für die Mitglieder des Armida Quartetts verging der Sommer 2026 wie im Flug: mit vielen bleibenden Erlebnissen, nicht nur für Teresa Schwamm-Biskamp: "Begonnen haben wir im absoluten Hochsommer. Wir haben viel geschwitzt in dieser Friends-Woche mit dem Cuarteto SolTango. Wir haben musikalisch und menschlich mit Sebastian Manz und dem Quartett gut zusammengepasst.
Danach kam Brahms am Haff - das haben wir als Höhepunkt erlebt" Es sei schön gewesen, die komplette Kammermusik von Brahms innerhalb von drei Tagen spielen zu dürfen. "Das war mit Radeln verbunden, und es auch eine körperliche Anstrengung."
Festspiele 2027: Beethoven im Fokus
Nach den Festspielen ist vor dem nächsten Konzert. Festspielintendantin Ursula Haselböck schaut auf das kommende Jahr mit einem besonderen Jubiläum: An Beethoven käme 2027 niemand vorbei. "Deswegen starten wir im März mit Kit Armstrong, mit einer Frontalinitiative: Zehn Tage Beethoven auf der Insel Rügen, aber auch Jazz ist dabei. Natürlich wird Ludwig van Beethoven auch im Sommer eine Rolle spielen."