Eine Künstlerin als Blume verkleidet, posiert in einem Park für einen Besucher.
AUDIO: Was Parks können: Bunte Angebote in unseren Grünen Oasen (4 Min)

Parks im Sommer: Bunte Angebote unter freiem Himmel

Stand: 24.07.2026 12:55 Uhr

Als Orte der Erholung wurden öffentliche Parks und Gärten im 19. Jahrhundert angelegt. Bis heute sind sie beliebte Rückzugsorte - und im Sommer vielerorts auch Bühnen für Kultur, Begegnung und besondere Angebote.

von Jennifer Philipp

Im Sommer sind die Parks voll. Kinder spielen, man spaziert, picknickt, treibt Sport oder sitzt einfach auf einer Bank, um die Natur zu genießen. Darüber hinaus werden Schlossparks mancherorts zu Veranstaltungsorten, öffentliche Gärten zu Bühnen für Kleinkunst, historische Anlagen zu Treffpunkten für Märkte und Feste. Wer einen Blick in die Veranstaltungskalender der eigenen Region wirft, kann zahlreiche Angebote entdecken, die unter freiem Himmel stattfinden.

Fantasie, Leichtigkeit, Gemeinschaft

Eine Künstlerin schwingt einen Schleier im Bogen um die Kamera. Sie steht verkleidet in einem Park.
Am 1. und 2. August sorgen Kleinkünstlerinnen und Kleinkünstler im historischen Schlossgarten für ein fantastisches Spektakel.

Wenn sich am 1. und 2. August der Schlosspark Ludwigslust in eine Freilichtbühne verwandelt, stehen Akrobatik, Musik, Pantomime, Schauspiel, Comedy und Puppenspiel auf dem Programm. Zwischen alten Bäumen und großen Hecken entstehen beim Kleinen Fest im Großen Park viele kleine Spielorte. Hinter der nächsten Wegbiegung wartet schon eine weitere Vorstellung.

Das Publikum zieht durch den Park - von Attraktion zu Attraktion. Umrahmt von Akrobatik, Musik und Schauspiel tauchen Kinder und Erwachsene hier für ein paar Stunden in eine Fantasiewelt ein. Der Park bietet der Veranstaltung einen Raum, in dem Familien ungezwungen Kultur erleben können. Übrigens auch in den Herrenhäuser Gärten in Hannover oder in Bad Pyrmont sorgen "Kleine Feste" für ein buntes Spektakel unter freiem Himmel.

Drei Personen in Kostümen und mit großen Pappmaché-Köpfen sowie Passanten in einem Park.

Bis zum 27. Juli sind jeden Abend 121 Vorstellungen aus dem Bereich der Kleinkunst zu sehen. Kristina Hoffmann berichtet live.

Zuhören, begegnen, innehalten

Kapelle 3 auf dem Ohlsdorfer Friedhof
Die "KapelleDREI" befindet sich am südwestlichen Ende des Parkfriedhofs.

Auf dem größten Parkfriedhof der Welt, dem Parkfriedhof Ohlsdorf in Hamburg, steht ein Angebot im Mittelpunkt, das ohne Anmeldung und ohne Eintritt auskommt. In der "KapelleDREI" findet seit Anfang Juli mittwochs und jeden zweiten Samstag die "ZuhörZeit" statt. Ehrenamtliche schenken Menschen ein offenes Ohr. "Wir versuchen das immer zu zweit zu machen", sagt die ehrenamtliche Zuhörerin Gesche Ketels. "Falls jemand spazieren oder zum Grab gehen möchte, dann geht jemand mit und hört zu."

Das Angebot ist ohne Terminvereinbarung nutzbar. Um den Einstieg zu erleichtern, gehen die Ehrenamtlichen auch auf Menschen zu und bieten ein Gespräch an. Dabei steht Empathie im Vordergrund. "Wir merken ja, wenn jemand reden möchte", erklärt die Rentnerin, die bereits seit drei Jahren am Standort in der U-Bahnstation Emilienstraße Erfahrung als "Ohr" gesammelt hat.

"Gerade in einer Zeit, in der viele Menschen sich einsam oder überhört fühlen, möchten wir Räume schaffen, in denen echtes Zuhören möglich ist", sagen Katharina Knothe und Katharina McLean, die das Angebot mit ihren Vereinen betreuen. Das Projekt wird gemeinsam von den Vereinen Nicht schnacken – machen!, dem Zuhör-Kiosk Eimsbüttel und dem Parkfriedhof Ohlsdorf ermöglicht.

Birte Heckmann

30 Ehrenamtliche hören in einem Kiosk in einer Hamburger U-Bahnstation einfach zu. Birte Heckmann erzählt, dass immer mehr Menschen auf der Suche nach einem offenen Ohr sind.

Flanieren, entdecken, shoppen

Im Schlosspark Bothmer im mecklenburgischen Klütz lud die Lifestylemesse "LebensArt" Mitte Juli zum kulturellen Shoppingerlebnis ein. Sie richtetesich vor allem an Menschen mit Eigenheim oder Garten. An den Ständen ging esum Pflanzen, Gartenmöbel, Wohnaccessoires, Kunsthandwerk und Feinkost. Besucherinnen und Besucher konnten sich hier einen Überblick über neue Produkte und Gestaltungsideen verschaffen.

Neben dem Shopping-Angebot lud die Veranstaltung auch zum Flanieren ein: "Es sieht einfach superschön aus, wenn man einen historischen Park dafür nutzen kann", schwärmte Pressesprecherin Luisa Schnoor. Schloss und historischer Garten schafften eine Kulisse, die sich deutlich von einem Volkspark unterscheide. So entstehe "eine besondere Atmosphäre", in der Besucherinnen und Besucher "einfach gerne Zeit verbringen möchten".

Ergänzt wurde die Messe durch ein Rahmenprogramm mit Live-Musik und Mitmachangeboten. Traditionelle schottische Musik zog durch den Schlosspark. Sportlich wurde es bei den "Highland Games" des SV Blau-Weiß Grevesmühlen und an der Dartscheibe des SG Dynamo Wismar, bei denen Besucherinnen und Besucher selbst aktiv werden konnten. Bei den Sheepdog-Trials des Schnuckenhofs Daume zeigten Hütehunde, was sie können.

Undatierte Aufnahme des Anlegers am Parkcafé im Hamburger Stadtpark

Beengte Wohnungen machen um 1900 die einfache Stadtbevölkerung krank. Eine neue Art von Park soll Abhilfe schaffen: die Volksparks.

Öffentliche Parks wurden schon im 19. Jahrhundert als Orte mit mehreren Funktionen angelegt. Sie sollten Erholung ermöglichen, aber auch Bewegung, Begegnung und Naturerfahrung. Viele Angebote unter freiem Himmel greifen diese Idee bis heute auf.

Welcher Ort unter freiem Himmel gehört zu Ihrem Sommer? Schreiben Sie uns an kulturdialog@ndr.de.

Das Kleine Fest im Großen Park und die Staatliche Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern sind NDR Kulturpartner.

Ein Saxofon-Spieler spielt in einem Club

Mit mehr als 140 Kultureinrichtungen möchte NDR Kultur die Kultur im Norden sichtbar, hörbar und erlebbar machen.

Dieses Thema im Programm:

NDR.de | Parks im Sommer: Bunte Angebote unter freiem Himmel | 17.07.2026 | 06:00 Uhr

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