Naturfilmer und TikTok-Star: Der 24jährige Gamander Lopez

Stand: 22.09.2026 16:23 Uhr

Gamander López ist erst 24 und schon ein erfolgreicher Naturfilmer und Wildtierfotograf. "NDR Kultur - Das Journal" hat den Newcomer in Eckernförde getroffen.

von Bettina Lehnert

Ein Tierfilmer braucht vor allem eins: Geduld. Für manche Aufnahmen liegt Gamander López tagelang auf der Lauer. Eineinhalb Jahre hat er für seinen ersten langen Film "Home to many" gedreht. Über Wochen hat der 24-Jährige zum Beispiel eine Halsbandsittich-Familie mit der Kamera verfolgt - bis die Küken flügge waren.

"Ich wollte diesen Moment gerne bekommen, wo die Jungen das Nest verlassen", erzählt Gamander López. "Dann habe ich mich einfach vor das Nest gestellt und bin nicht mehr gegangen. Immer Sonnenauf- bis Sonnenuntergang und nach sechs Tagen war es dann soweit: die ersten zwei Jungen haben das Nest verlassen. Das war total schön, dass alles geklappt hat, war mein Lieblingsmoment." Bis sich das letzte Küken traute, musste der Tierfilmer noch einen weiteren Tag warten.

Fasziniert von der Tierwelt um sein Zuhause

Mit seinen Wildlife Fotos und Videos begeistert Gamander López auch im Netz. Er hat über zwölf Millionen Fans auf Social Media. Bei scheuen Tieren braucht man gute Tarnung und muss oft früh aufstehen. "Ab und zu kostet es schon Überwindung, den Wecker zu stellen. Ich glaube, das ist vielleicht das Schwerste", gesteht der Filmemacher. Schon als Kind verbrachte der Biologiestudent seine Zeit am liebsten in der Natur.

Zusammen mit seinen Eltern erkundet er bei Ausflügen Friedhöfe und Parks. Fasziniert von der Tierwelt. "Ich habe mir einen kleinen Vogelführer zerschnitten und habe aus Lernkarten angefangen, die Vogelarten zu lernen. Ich habe dann auch angefangen, meine Beobachtungen festzuhalten und die Vögel gemalt und aufgeschrieben. Irgendwann habe ich meine erste Kamera bekommen, als ich zehn Jahre alt war. Dann habe ich automatisch angefangen, die Tiere zu filmen und zu fotografieren. Das hat mich nie mehr losgelassen."

Ein Chamäleon auf einer Steinmauer

Festivalleiter Michael Packschies erklärt, warum Naturfilm heute mehr ist als schöne Bilder - und was das Jubiläumsprogramm bereithält.

Natur zeigen, wie sie ist

Beim Internationalen Naturfilmfestival Green Screen in Eckernförde hat er jetzt seinen ersten Langfilm präsentiert, den er selbst finanziert und produziert hat. "Home to many - Heimat für viele" hat er im Stadtpark seines Wohnortes Bonn gedreht. Manchmal geht es auf dem Ententeich ziemlich dramatisch zu: fressen und gefressen werden.

Gamander López will nichts beschönigen, sondern die Natur zeigen, wie sie ist. So hat "ein Schwan leider eine Graugansfamilie angegriffen, was leider tragisch für die Familie endete", erzählt López. "Da war ich hinter der Kamera auch am Weinen und habe das weiter gefilmt. So richtig den Drang einzugreifen hatte ich auch nicht, auch wenn es irgendwie tragisch ist, was man da miterlebt."

EIn Motiv vom Greenscreen Festival in Eckernförde, ein Hai

Das Naturfilmfestival findet bereits zum 20. Mal in Eckernförde statt. Auf dem Programm stehen rund 100 Filme aus aller Welt.

Filmpreis und Applaus für den Content Creator und Filmemacher

In Eckernförde gab es viel Applaus und einen Preis als bester Newcomer. Die Geduld hat sich gelohnt. Gamander López will Tierfilmer bleiben und seine Begeisterung für die Natur vor unserer Haustür weiter mit vielen Menschen teilen: "Wenn Leute sagen, ich habe jetzt auch Lust bekommen, rauszugehen. Das ist einfach das, worüber ich mich am meisten freue, wenn man auch dazu anregen kann, selber in die Natur zu gehen und das zu erleben."

Sieben Frauen stehen nebeneinander in einem Kunstmuseum und stillen jeweils ein Baby, während sie vor einer großen Wand mit klassischen Gemälden und einer weißen Statue im Vordergrund stehen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | NDR Kultur - Das Journal | 14.09.2026 | 22:45 Uhr

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