Historischer Erfolg: Deutsche Film-Produktionen dominieren die Kinocharts
Alle Filme der Top 5 in den deutschen Kinocharts sind mit deutscher Beteiligung entstanden. Vier von ihnen sind deutsche Produktionen - eine ist eine deutsche Koproduktion. Neuer Spitzenreiter ist "Pumuckl und das große Missverständnis".
Kino-Experten haben sich die Augen gerieben, als sie die aktuellen deutschen Kino-Charts der vergangenen Woche angeschaut haben: Alle Filme der Top 5 sind deutsche Produktionen, beziehungsweise koproduziert. Auf Platz 5 steht mit "Amrum" der norddeutsche Beitrag von Fatih Akin. Insgesamt hat der Coming-of-Age-Film, der auf den Kindheitserinnerungen von Regisseur Hark Bohm beruht, bereits über 550.000 Tickets verkauft und damit über eine dreiviertel Million Euro eingespielt. Mit "No Hit Wonder" steht auf Platz 4 der Film mit Florian David Fitz. Darin spielt er einen Sänger, der nach einem Suizidversuch in einer geschlossenen Anstalt andere durch seinen Gesang glücklich machen soll.
Platz 3 geht an die deutsch-amerikanische Co-Produktion "All das Ungesagte zwischen uns - Regretting You". Weltweit hat der Film mit Allison Williams, Mckenna Grace und Mason Thames bereits rund 50 Millionen Dollar eingespielt - in Deutschland allein eine Million Euro und das nach der zweiten Woche. Nicht mehr Platz 1, dafür aber noch sehr erfolgreich: "Die Schule der magischen Tiere 4". Neuer Spitzenreiter: "Pumuckl und das große Missverständnis". Der Film von Marcus H. Rosenmüller hat bereits 1,8 Millionen Euro eingespielt.
Historisches Ranking vs. Weimer-Forderung?
Bei diesem historischen Ranking hat sicher auch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer aufgemerkt. Dieser hatte noch vor Kurzem "mehr Filme für die breite Masse" gefordert. Bei einem medienpolitischen Empfang im baden-württembergischen Ludwigsburg sagte der 60-Jährige: "Wir sind Weltmeister in der Arthouse-Förderung - das ist gut so", aber auf dem Feld des Publikumsfilms sei man zu schlecht, dort müsse man besser werden.
Die heimische Filmwirtschaft müsse viel mehr Filme für die breite Masse drehen. Wenn Netflix, Disney und Co. im Land investierten und Filmförderung zu Produktionen führe, dann rufe er die Filmbranche auf, dass sie sich stärker orientiere "an Publikumswünschen, am Markt, an Dingen, die wirklich funktionieren", sagte der Kulturpolitiker.
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass deutsche Filmemacher durchaus auch Publikumsrenner produzieren können. Allein in den letzten zwölf Wochen war zehnmal ein deutscher Film auf Platz ein der Kino-Charts.