Thomas Mann: Demokratischer Aktivist und engagierter Zionist

Sendung: NDR Kultur | NDR Kultur à la carte | 06.06.2025 | 13:00 Uhr 55 Min | Verfügbar bis 06.06.2027

Spätestens mit seiner "Deutschen Ansprache" vom Herbst 1930 sei der seinerzeit frisch gebackene Literaturnobelpreisträger aus Lübeck zum politischen Aktivisten geworden. So schreibt es der aus Flensburg stammende Literaturwissenschaftler Kai Sina, Leiter der Thomas-Mann-Arbeitsstelle an der Uni Münster, in seinem jüngsten Buch "Was gut ist und was böse". Mit dem "Appell an die Vernunft", so der Untertitel, habe sich der Senatorensohn endgültig dem politischen Aktivismus zugewandt. Kai Sina zeichnet den wechselvollen Weg Thomas Manns vom kaisertreuen Nationalisten, der "Kriegsdienst mit der Feder" leistete, zum engagierten Antifaschisten nach - vor allem als Redner bei unzähligen Auftritten im amerikanischen Exil und vor den Mikros der BBC, wo er sich direkt an "Deutsche Hörer!" wandte. Gleichzeitig zeigt Sina, dass sich der protestantisch geprägte Thomas Mann schon früh für den Zionismus einsetzte, arbeitete er in seinen Texten unbekümmert mit antisemitischen Stereotypen. Jürgen Deppe hat mit Kai Sina in NDR Kultur à la carte über den ebenso schillernden wie ambivalenten "Bürgerkünstler" Thomas Mann gesprochen.

Schlagwörter zu diesem Artikel

Porträt

Romane

Lyrik

Ein Mann mit einer runden Brille und dunklen Haaren steht vor einem schwarzen Hintergrund.

Politisch, pointiert, unbequem: Kai Sina beleuchtet Thomas Manns Wandel zum demokratischen Aktivisten

Der Arm einer Frau bedient einen Laptop, der auf einem Tisch in einem Garten steht, während die andere Hand einen Becher hält.

NDR Kultur informiert alle Kulturinteressierten mit einem E-Mail-Newsletter über herausragende Sendungen, Veranstaltungen und die Angebote der Kulturpartner. Melden Sie sich hier an!

NDR Kultur App Bewerbung

NDR Kultur können Sie jetzt immer bei sich haben - Livestream, exklusive Gewinnspiele und der direkte Draht ins Studio mit dem Messenger.

Szene aus dem Theaterstück "Fremde Sonne": Zwei Männer auf einer Bühne: einer mit blutverschmierten Händen, der andere hält ein Messer. Beide schauen sich angespannt an.

Karin Beier verbindet große Bühnenbilder mit aktuellen Fragen nach Macht und Freiheit. Mit dabei: Bjarne Mädel und Devid Striesow.

Freddy Quinn im Jahr 2006 im Kostüm eines Zirkusdirektors

Kurz vor seinem Geburtstag sind vergessene Archivaufnahmen des Sängers wieder aufgetaucht. Quinn wusste offenbar nichts von ihrer Existenz.

Ein Mann arbeitet konzentriert an einer geöffneten Geige

Das Instrument wurde 1940 von den Nazis gestohlen und tauchte erst 2024 in einem Auktionshaus wieder auf.

Die Hamburger Autorin und "Titanic"-Mitherausgeberin Ella Carina Werner

In ihrem Buch "Menopause - Turbosause" schreibt die Hamburgerin über die Vorteile der Wechseljahre und warum das Thema gerade so präsent ist.