Der 1. Sekretär der SED und Vorsitzende des Staatsrates der DDR Walter Ulbricht während seiner Neujahrsansprache am 31. Dezember 1967

Die Stimmung ist angespannt. Die Wirtschaft der DDR verschlechtert sich, die Bürger fliehen. Die Staatsführung muss sich etwas überlegen, um die Situation in den Griff zu bekommen.

"Neues Deutschland", "Junge Welt", "Berliner Zeitung", "Neue Zeit", "Der Morgen", "National Zeitung": Zeitungen in der DDR. am 11. Mai 1973.

Ostseeurlaub, Störtebeker-Festspiele und "Menschenhandel" im Westen: Die Presseschau verrät einiges über die Stimmung in der DDR. Heile Welt und Kalter Krieg liegen nah beieinander.

Ein bewaffneter Volkspolizist steht vor einem Schild mit der Propagandaparole "Der Sozialismus siegt".

Die Presse berichtet, dass die Ernte auf Hochtouren läuft. Chruschtschow fasst die Lage in der DDR gegenüber Ulbricht lakonisch so zusammen: "Republikflucht groß. Maßnahmen: Grenze schließen!".

Rostocker Hafen

Die Propaganda läuft: Auf der Warnowwerft wird ein Kommitee gegen Menschenhandel gegründet. Immer mehr Menschen kommen in Westberliner Aufnahmeheimen an.

Verkäuferin eines Textilgeschäftes der HO (Handels-Organisation).

Während in den Kaufhäusern Schlussverkauf ist, spitzt sich die politische Lage zu: Die Warschauer Vertragsstaaten empfehlen der DDR eine "verlässliche Bewachung" an der Grenze um Westberlin.

Die DDR-Presse ist vom zweiten bemannten Raumflug der Sowjetunion beeindruckt. Die Bürger kämpfen mit ganz irdischen Problemen, etwa mit den Schwierigkeiten in der Landwirtschaft.

Badespaß im Ferienlager Bad Saarow im Juli 1969

In Heringsdorf ist Standsporttag, in Berlin werden Grenzgänger zwischen Ost und West schikaniert. Das SED-Politbüro beschließt: Am 13. August wird die Grenze geschlossen.

Im Osten Erfolgsmeldungen, im Westen Mitleid: Während die DDR den sowjetischen Kosmonauten Titow feiert, dankt das Deutsche Rote Kreuz im Westfernsehen für Spenden für DDR-Flüchtlinge.

Jugendliche, die sich auf einem Usedomer Zeltplatz daneben benehmen, sind laut DDR-Propaganda vom Westen eingeschleust. Im Fernsehen bezeichnet der Schweriner Domprediger Karl Kleinschmidt Flüchtlinge als Verbrecher.

Die "Glatzkopfbande" beschäftigt die Republik. Zwei Jahre später zeigt auch ein DEFA-Film im Kino die angeblichen Vorfälle auf dem Usedomer Zeltplatz - propagandistisch verfälscht.

Noch ist die "Aktion Rose" - die bevorstehende Schließung der Grenze - streng geheim. Aber der Ton wird schärfer und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) am 11.10.1962 bei seiner Rede vor dem Deutschen Bundestag in Bonn.

Auch Adenauers Beteuerung, Bonn würde die Flucht von DDR-Bürgern nicht fördern, nützt nichts mehr. Die Flugblätter zur Abriegelung der Grenze in Berlin sind gedruckt, sowjetische Panzer unterwegs.

Von bewaffneten Volkspolizisten bewachte Bauarbeiter errichten die Mauer zwischen Potsdamer Platz und Lindenstraße.

Eine Sperrlinie aus Schiffen markiert die Grenze auf der Ostsee, an den Sektorengrenzen in Berlin fahren Panzer auf - das historische Ereignis in der damaligen Presse.

Am Berliner Wedding in der Bernauer Straße stehen Volkspolizisten am 13. August 1961 mit Gewehren im Anschlag hinter einer Strassensperre aus Stacheldraht.

Die DDR beginnt am 13. August 1961 damit, die Grenze innerhalb Berlins abzuriegeln. Die Mauer zementiert die deutsche Teilung.

Von bewaffneten Volkspolizisten bewachte Bauarbeiter errichten die Mauer zwischen Potsdamer Platz und Lindenstraße.

13. August 1961: Das DDR-Regime beginnt mit dem Bau der Berliner Mauer. 28 Jahre teilt sie die Stadt in zwei Teile. Ein Dossier.

Eine Familie mit einem Trabant 600 in der DDR, ca. 1975,

Wie kam es zur Gründung der DDR? Wie sah der Alltag im Arbeiter- und Bauernstaat aus? Und was führte schließlich zum Mauerfall und zur Wiedervereinigung?