Wero als Paypal-Alternative: So funktioniert der Zahlungsdienst
Waren online bezahlen oder Freunden Geld senden: Dafür nutzen Millionen Kunden die Zahlungsdienste Paypal, Google Pay oder Apple Pay. Diese Funktionen bietet aber auch der europäische Bezahldienst Wero.
Wer sich von den US-amerikanischen Anbietern unabhängig machen möchte, kann auf Wero umsteigen. Um den europäischen Bezahldienst zu nutzen, braucht man ein Konto bei einer der teilnehmenden Banken. Das sind in Deutschland unter anderem Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken, die Deutsche Bank, die Postbank, Sparda, BW Bank, ING und GLS Bank. Auf der offiziellen Website von Wero findet sich eine Liste der beteiligten Banken. Die Nutzung von Wero ist für private Zwecke kostenlos.
Zahlungen an Privatpersonen und im Online-Handel möglich
Wero ermöglicht sowohl Zahlungen zwischen Nutzern als auch im Online-Handel. Noch bieten relativ wenige große Unternehmen diese Online-Bezahlmöglichkeit an, mehrere wollen sie aber bald einführen. Zu den Unternehmen, bei denen Kunden bereits mit Wero zahlen können, zählen unter anderem der Drogeriemarkt DM, die Supermarktkette Lidl sowie der Sportartikelhändler Decathlon. Unternehmen wie Ikea, Otto, Zalando, Rossmann oder Mediamarkt planen die Einführung.
So funktioniert Wero
Will man einer Privatperson Geld senden, reichen dafür - sofern die andere Person ebenfalls bei Wero registriert ist - deren E-Mail-Adresse oder Mobilfunknummer. Die Angabe einer IBAN ist nicht notwendig. In der Regel sollte die Transaktion innerhalb weniger Sekunden abgeschlossen sein - ohne den Umweg über einen Drittanbieter. Das reduziert potenzielle Sicherheitsrisiken.
Um die Wero-App zu aktivieren, muss man nicht den Google Play Store oder den Apple App Store aufrufen, sondern die App der eigenen Bank. Dort können Nutzer Wero aktivieren. Wer nicht nur Geld senden, sondern auch empfangen möchte, muss Handynummer oder E-Mail-Adresse hinterlegen.
Niedrigere Transaktionsgebühren für Handel interessant
Für Händler sind die Gebühren für Transaktionen deutlich niedriger als beim Marktführer Paypal oder bei Kreditkartenzahlungen. Sie liegen meist um die 0,77 Prozent des Umsatzes, wobei sie je nach Bank und Vertrag auch höher sein können. Weiterer Vorteil: Das Geld kommt mit Wero sofort beim Händler an, was dessen Liquidität verbessert.
Wero soll in weiteren europäischen Ländern starten
Wero startete im Juli 2024 als europäische Alternative zu US-amerikanischen Bezahldiensten wie Paypal, Google Pay und Apple Pay. Ziel ist, digitale Zahlungen innerhalb Europas zu vereinfachen und Kunden größere Sicherheit und Datenschutz zu bieten. Ins Leben gerufen wurde Wero von der European Payment Initiative (EPI), einem Zusammenschluss aus 16 europäischen Banken. Die Bezeichnung "Wero" ist ein Kunstwort, das sich aus den Begriffen "we" (= wir) und "Euro" zusammensetzt.
Bisher ist Wero in Deutschland, Frankreich und Belgien verfügbar, in den Niederlande und Luxemburg läuft die Einführung. 2027 kommt Österreich dazukommen, weitere europäische Länder sollen folgen. In Deutschland sind derzeit etwa neun Millionen Menschen bei Wero, europaweit sind es rund 57 Millionen.