Second Hand: Geld verdienen mit Gebrauchtem
Der Schrank ist voll, die Jacke gefällt oder passt nicht mehr: Viele Menschen verkaufen Altkleider und Haushaltswaren etwa auf Online-Plattformen oder spenden sie. Wie funktioniert das?
Welche Gegenstände eignen sich für den Verkauf? Was gehört eher in den Müll? Und was findet noch dankbare Abnehmer? Eine Faustregel lautet: Würde man die gebrauchten Kleidungsstücke, Handys, Bücher oder das Fahrrad guten Gewissens einem Freund oder Verwandten schenken, kommen sie meist für einen Verkauf in Frage.
Altkleider im Second-Hand-Laden oder online verkaufen
Saubere und unbeschädigte Kleidung kann man einem örtlichen Second-Hand-Laden anbieten. Einige Läden kaufen Kleidung direkt an oder nehmen sie in Kommission. Das bedeutet: Man bekommt nur Geld, wenn die gebrauchte Kleidung einen Käufer findet.
"Am besten verkaufen sich Markenteile, vor allem Sportmarken und Designerstücke", so Florentin Strobach, der in Hannover einen Vintage-Shop betreibt und regelmäßig von privat ankauft. No-Name-Ware nimmt er an, wenn sie gut aussieht. Für den Kleiderankauf gibt er folgende Tipps:
- Sweatshirts und Hoodies gehen das ganze Jahr.
- Jacken und Pullover verkaufen sich im Herbst und Winter, T-Shirts und leichte Kleidung im Frühjahr und Sommer.
- Fast Fashion und sehr kleine Größen lohnen sich kaum.
- Getragene und häufig gewaschene Kleidung fällt oft kleiner aus als auf dem Etikett angegeben, deshalb am besten zusätzlich Brustweite und Länge messen.
- Der Verkauf lohnt sich vor allem bei größeren Mengen, denn der Ankaufspreis liegt unter dem Verkaufspreis, da der Laden bei der Kalkulation Marge und Steuern einrechnen muss.
Bei Second-Hand-Portalen im Internet, die sich auf Mode spezialisiert haben, gibt es in der Regel verschiedene Varianten des Verkaufs:
- Der Verkäufer kümmert sich um alles - Fotos erstellen, Text zu den Kleidungsstücken schreiben, Kundenanfragen beantworten.
- Die Online-Plattform kümmert sich um Fotos, Texte und Kundenkontakt. Dafür behalten die Anbieter einen Teil des Erlöses als Provision.
- Sofort-Bezahlung: Die Verkäufer schicken ihre Kleidung versichert und portofrei an den Online-Second-Hand-Laden und werden sofort bezahlt. Um alles Weitere kümmert sich der Ankäufer.
Online-Plattformen für Design-Mode sind zum Beispiel vestiairecollective, Farfetch und Buddy & Sally. Für gewöhnliche Kleidung gibt es private Marktplätze wie Vinted, Kleinanzeigen und Second Life Fashion oder Ankaufsportale wie Momox oder Sellpy. Markenkleidung und Raritäten lassen sich auch auf Ebay verkaufen.
Beim Verkauf sollte man sich darüber im Klaren sein, dass die Preise für gebrauchte Textilien deutlich unter dem ehemaligen Neupreis der Ware liegen. Wer einen Zwischenhändler einschaltet, statt sich selbst um den Verkauf zu kümmern, wird zudem in der Regel weniger einnehmen.
Altkleider spenden
Saubere und gut erhaltene Kleidung kann man auch spenden. Bei den Sammelstellen rät die Verbraucherzentrale dazu, auf das Siegel des Fachverbands Textilrecycling, das Siegel "FairWertung" oder das DZI-Spenden-Siegel zu achten. Vertrauenswürdige Anbieter findet man auch über die Website altkleiderspenden.de Alternativ kann man gebrauchte Altkleider bei Kleiderkammern abgeben, wie sie etwa das Deutsche Rote Kreuz in vielen Städten betreibt.
Kleidertauschpartys: Nachhaltig zu neuer Mode
Eine weitere Möglichkeit, die sich wachsender Beliebtheit erfreut, sind Kleidertauschpartys, die vielerorts organisiert werden. Das Prinzip ist einfach und lässt sich auch im eigenen Bekanntenkreis umsetzen: Jeder bringt ein oder mehrere saubere Stücke aus dem eigenen Kleiderschrank mit und tauscht diese einfach gegen ein Stück ein, das jemand anderes mitgebracht hat.
Gebrauchtes Handy verkaufen, entsorgen oder spenden
Fast 200 Millionen alte Handys sollen laut Schätzungen des Digitalverbandes Bitkom in deutschen Haushalten ungenutzt herumliegen. Gut erhaltene Smartphones lassen sich weiterverkaufen, zum Beispiel über Ankaufsportale wie Clevertronic, Wirkaufens oder Back Market. Vor dem Verkauf unbedingt private Daten wie Fotos und Adressen löschen. Dafür das Handy auf die Werkseinstellungen zurücksetzen.
Alte Handys, die keinen Käufer mehr finden, kann man bei Recyclinghöfen entsorgen oder auch spenden, denn die Geräte enthalten viele wertvolle Rohstoffe wie Gold, Silber oder Seltene Erden, die wiederverwendet werden können. Etliche Organisationen wie der Naturschutzbund NABU, die Deutsche Umwelthilfe oder die Caritas sammeln alte Geräte.
Bücher: Geld verdienen mit Bestsellern
Bücher, die nicht mehr gebraucht werden, lassen sich relativ unkompliziert bei speziellen Ankaufsportalen wie momox.de und rebuy.de verkaufen. Per Smartphone scannt man den ISBN-Code und erfährt sofort den Ankaufspreis. Häufig zahlen die Ankäufer allerdings nur kleine Beträge, vor allem ältere Bücher nehmen sie häufig überhaupt nicht an. Relativ gut laufen dagegen aktuelle Bestseller. Über Vergleichsportale wie werzahltmehr.de können Verkäufer herausfinden, wo sie den besten Preis bekommen. Das Porto übernimmt ab einem bestimmten Ankaufswert meist das Ankaufsportal.
Haushaltswaren und Möbel verkaufen
Haushaltsgegenstände und Möbel kann man über allgemeine Verkaufsportale oder Online-Flohmärkte zum Kauf anbieten - zum Beispiel bei Kleinanzeigen, Quoka oder Shpock. Vorteil: Man kann die Sachen ausdrücklich an Abholer verkaufen und hat so keine Mühe mit dem Versenden von Paketen. Um die Chance auf einen Verkauf zu erhöhen, sollte man immer gute Fotos von den Gegenständen machen und detaillierte Texte schreiben.
Wer viele Dinge verkaufen möchte, braucht Zeit, Geduld, und manchmal starke Nerven - etwa, wenn Ankäufer unbedingt handeln wollen, selbst wenn ein Festpreis genannt wurde. Zudem kommt es immer wieder vor, dass Kaufinteressenten fest vereinbarte Termine am Ende platzen lassen.
Eine weitere Möglichkeit, viele verschiedene Dinge auf einen Schlag loszuwerden, bleibt der traditionelle Flohmarkt. Allerdings kosten die Plätze in der Regel eine Standgebühr, sodass sich der Verkauf erst ab einer bestimmten Einnahmehöhe lohnt.