Outletcenter: Angeboten wird oft Ware von minderer Qualität
In Outletcentern gibt es stark reduzierte Markenkleidung und Luxusartikel. Doch hinter den vermeintlichen Schnäppchen verbirgt sich zum Teil extra für den Outletmarkt produzierte Ware in minderer Qualität.
Das traditionelle Modegeschäft steckt in der Krise: Kleidung wird immer häufiger günstig auf Online-Plattformen gekauft. Sinkende Einnahmen und Insolvenzen sind die Folge. Besser läuft es hingegen bei den 18 Outlet-Centern in Deutschland, denn die locken mit dem Versprechen, bekannte und hochpreisige Marken dort günstiger zu bekommen, viele Verbraucher an.
Luxusmarken nutzen die Outlet-Center als zusätzlichen Vertriebskanal. Dort machen sie ihre Produkte denjenigen Kunden zugänglich, die nicht den regulären Preis dafür zahlen wollen oder können. Branchenkenner sehen für die Zukunft sogar noch Luft nach oben und gutes Potenzial für weitere Outlets.
Oft B-Ware statt Reste der vergangenen Saison
Viele Verbraucher gehen davon aus, dass sie im Outletcenter Ware aus der vergangenen Saison zu reduzierten Preisen bekommen. Es kann dort aber auch B-Ware verkauft werden, die entsprechend gekennzeichnet werden muss, oder es werden sogenannte Überproduktionen angeboten.
Teilweise keine gute Qualität bei Outletartikeln
Schnäppchen machen Outlet-Besucher aber nicht automatisch: Immer wieder kommt es vor, dass die Ware im regulären Handel das gleiche oder sogar weniger kostet. Was vielen Kunden darüber hinaus nicht bewusst ist: Bekannte Marken lassen Kollektionen nur fürs Outlet herstellen. Polo-Shirts, Pullover oder Schuhe sind optisch an die Kollektion im normalen Geschäft angelehnt, unterscheiden sich aber in Stoff- und Verarbeitungsqualität. Offen kommuniziert wird das in der Regel jedoch nicht.
Irreführende Werbung mit angeblichen Preisvorteilen?
Einige bekannte Modehersteller sind zudem bei der Gestaltung der Preisschilder sehr kreativ, um den Kunden zu vermitteln, sie hätten mit dem Kauf eines Kleidungsstücks im Outlet viel Geld gespart. So steht dort neben dem niedrigen Outlet-Preis zum Beispiel ein höherer "RRP" (Abkürzung für "Recommanded Retail Price" - also "unverbindliche Preisempfehlung"). Die Wettbewerbszentrale kritisiert die Intransparenz für Verbraucher. Im Jahr 2017 klagte sie bereits wegen irreführender Werbung mit Preisvorteilen gegen den Jeansanbieter Levi Strauss und erzielte einen Unterlassungsvergleich.
Problematisch wird es auch, wenn auf dem Angebotsschild mit "Originalpreis" oder "Retailpreis" gegenüber einem niedrigeren Outletpreis geworben wird - insbesondere dann, wenn die Ware extra für den Outletverkauf produziert wurde. Der Verbraucher soll so den Eindruck bekommen, dass der Preis, den er an der Kasse zahlt, ein reduzierter Preis ist. Ist das Kleidungsstück allerdings für das Outlet produziert worden, kann man davon ausgehen, dass der höhere Preis nie wirklich dafür genommen wurde.