Fette Henne: Bunte Staude für den Herbst
Wenn andere Stauden verblüht sind, laufen Fette Hennen zur Höchstform auf. Ihre großen Blütenstände leuchten bis zum Frost. Zudem überstehen sie im Sommer locker längere Trockenphasen.
Der Name klingt nicht gerade schmeichelhaft für eine Pflanze, die jeden sonnigen Garten bereichert: Fette Henne oder auch Fetthenne. Doch wer sich die anspruchslose Staude ins Beet pflanzt, wird viel Freude an ihr haben. Die Fette Henne ist auch unter dem Namen Mauerpfeffer oder ihrem lateinischen Namen Sedum bekannt. Dabei handelt es sich um eine Pflanzengattung mit über 400 Arten, viele davon wachsen als Bodendecker in unseren Gärten.
Resistent gegenüber Trockenheit
Die dicken, fleischigen Blätter sorgen dafür, dass Fette Hennen auch längere Trockenperioden überstehen. Gönnt man ihnen einen sonnigen Standort auf leichtem, durchlässigem Gartenboden, gedeihen sie problemlos. Nur zu viel Nässe vertragen sie nicht.
Fetthenne richtig schneiden
Die zahlreichen Arten und Sorten eignen sich für jedes Beet. Auch in Kies-, Prärie- oder Steingärten sowie an sonnigen Hängen fühlen sie sich wohl. Niedrig wachsende Arten der Fetthennen wachsen eher kriechend über den Boden und eignen sich zur Dachbegrünung. Sie müssen nicht geschnitten werden. Ein Rückschnitt ist aber möglich, wenn die Ausbreitung begrenzt werden soll.
Die hohen Arten wie die Pracht-Fetthenne (Sedum spectabile) und die Große oder Garten-Fetthenne (Sedum telephium) entwickeln sich zu rund 60 Zentimeter hohen, buschigen Stauden. Über den Winter können die Stiele samt eingetrockneter Blütenstände stehen bleiben. Im Frühling ist es dann Zeit für einen bodennahen Rückschnitt. Wer vermeiden möchte, dass die Triebe auseinanderfallen, kann etwa Ende Mai ein weiteres Mal schneiden und den sogenannten Chelsea Chop anwenden. Hierbei wird die Pflanze etwa um ein Drittel eingekürzt. Geschnitten wird oberhalb eines Blattes. Die Pflanze treibt danach wieder kräftig aus, verzweigt sich und wächst kompakter. Die Blütezeit verschiebt sich durch diese Schnittmaßnahme um etwa ein bis zwei Wochen.
Volle Blütenpracht im Herbst
Die volle Blütenpracht in Rot, Rosa, Gelb und Weiß zeigen Fetthennen erst im Spätsommer und Herbst, wenn sich andere Stauden bereits zurückziehen. Die typischen Garten-Fetthennen sind absolut winterhart und überstehen frostige Zeiten ohne Schutz. Lediglich bei Pflanzen, die im Gewächshaus vorgezogen wurden, ist im ersten Jahr etwas Vorsicht geboten. In Kombination mit Gräsern, Wolfsmilch, Astern und anderen Stauden mit einer schönen Herbstfärbung wirken Fetthennen besonders schön. Im Herbst eignen sich die blühenden Stängel auch für Blumensträuße oder Gestecke.
Fette Henne mit Stecklingen oder durch Teilung vermehren
Da Sedum rasch Wurzeln bildet, lässt sich die Fette Henne gut mit Stecklingen vermehren. Selbst einzelne Abschnitte eines längeren Stängels treiben in feuchter Anzuchterde wieder aus, zuvor sollten sie allerdings einige Tage antrocknen. Alternativ kann die Pflanze auch durch Teilung vermehrt werden. Wie die meisten Stauden neigen Fette Hennen nach einigen Jahren dazu, von innen zu verkahlen und weniger Blüten auszubilden. Durch das Teilen der Wurzeln - am besten im Frühling - bleibt die Pflanze zudem vital.