Tomatenpflanze
AUDIO: Tomaten pflegen: Geheimtipps für reiche Ernten (39 Min)

Tomaten pflanzen: So klappt es mit Anbau und Ernte

Stand: 11.03.2026 20:00 Uhr

Ein sonniger und windgeschützter Standort ist ideal, um Tomaten zu pflanzen. Wer regelmäßig düngt und überflüssige Triebe entfernt, kann eine reiche Ernte einfahren.

Tomaten zählen zu den leckersten und beliebtesten Gemüsesorten. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Farben, Formen und Geschmacksrichtungen. Weltweit soll es mehr als 10.000 Kultursorten geben. Sie können klein wie eine Johannisbeere oder groß wie ein Kürbis sein.

Das Farbspektrum verläuft vom klassischen Rot über Gelb, Violett bis hin zu Schwarz. Es gibt sogar gestreifte, marmorierte und mehrfarbige Exemplare. Wer seine Lieblingstomate gefunden hat, kann das Saatgut sogenannter samenfester Tomatensorten gewinnen und neue Pflanzen kultivieren.

Der optimale Standort für Tomaten: Ein überdachter Platz

Tomatenpflanze
Tomaten sollten nicht im Regen stehen, sondern ein schützendes Dach haben.

Tomaten benötigen einen nährstoffreichen und durchlässigen Gartenboden, Staunässe vertragen sie nicht. Der Standort sollte sonnig, windgeschützt und überdacht sein. Tomatengewächshäuser, das sind kleine Foliengewächshäuser, gibt es im Handel ab etwa 50 Euro. Mit etwas Geschick können sie aber auch aus Kanthölzern und einer stabilen Folie als Dach selbst gebaut werden. Solche Häuser bieten den Pflanzen optimale klimatische Bedingungen. Sie sollten seitlich offen sein, sodass für ausreichend Belüftung gesorgt ist.

Das Dach schützt die Pflanzen zudem indirekt vor einer typischen Pilzerkrankung, der Kraut- und Braunfäule. Oft befinden sich Sporen des Pilzes in der Erde. Durch starken Regen oder Begießen von oben gelangen die Erreger mit dem Spritzwasser an die Blätter der Tomatenpflanze und sie infiziert sich mit der Krankheit.

Ein Gewächshaus steht in einem Garten.

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Tomaten auf dem Balkon anbauen

Wer keinen Garten hat, kann Tomaten problemlos auf dem Balkon anbauen. Viele Sorten gedeihen im Kübel oder ganz einfach in einem Pflanzbeutel. Besonders empfehlenswert sind Buschtomaten, sie wachsen niedrig und kompakt und sind sehr ertragreich.

Tomaten im Frühling auf der Fensterbank säen und pikieren

Bereits Ende März können Hobbygärtner Tomaten vorziehen, etwa in einem Mini-Gewächshaus. Das Saatgut wird in nährstoffarme Anzuchterde gesetzt. Bei Temperaturen von etwa 20 Grad zeigen sich nach acht bis zehn Tagen die ersten Keimlinge. Bei einer etwas höheren Temperatur bis zu 24 Grad keimen die Tomaten schneller - und die Pflanze ist sogar ertragreicher. Damit sich die Keimlinge nicht gegenseitig im Wachstum behindern, ist es wichtig, sie nach etwa drei weiteren Wochen zu pikieren, also zu vereinzeln.

Junge Tomatenpflanzen werden ins Beet gesetzt

Wer Tomaten vorziehen möchte, sollte unbedingt auf den richtigen Zeitpunkt achten. Worauf kommt es beim Säen an?

Nach den Eisheiligen nach draußen pflanzen

Nach draußen dürfen die Jungpflanzen aber erst nach den Eisheiligen Mitte Mai, denn sie sind sehr kälteempfindlich. Die Pflanzen möglichst tief - bis zu den unteren Keimblättern - in die Erde setzen. So bilden sie zusätzliche, tiefe Wurzeln (Adventivwurzeln) und können mehr Nährstoffe aufnehmen. Wem das zu aufwendig ist, der kann auch vorgezogene Pflanzen im Gartencenter kaufen. Ungewöhnliche oder samenfeste Sorten werden dort jedoch eher selten angeboten. Gepflanzt werden sollte mit einem Abstand von mindestens 50 Zentimetern, der Reihenabstand sollte einen Meter betragen.

Darauf kommt es beim Düngen von Tomaten an

Grüne Rispentomaten in einem Gewächshaus.
Tomaten benötigen sehr viele Nährstoffe, um kräftig zu wachsen.

Sobald die Tomaten im Freiland wachsen, sollten sie unbedingt gedüngt werden. Tomaten sind sogenannte Starkzehrer, das heißt, sie entziehen dem Boden viele Nährstoffe. Diese müssen ihm regelmäßig neu zugeführt werden. Am besten ist es, schon im Herbst das Beet mit reifem Kompost anzureichern, so ist die Basis für das kommende Frühjahr bereits gelegt.

Darüber hinaus ist organischer Dünger wie Hornmehl, Pferdemist oder Brennnesseljauche empfehlenswert. Alternativ kann natürlich auch spezieller Fertigdünger für Tomaten verwendet werden - hier sollte man unbedingt sehr genau mit der Dosierung sein und die Bodenbeschaffenheit berücksichtigen. Ein Lehmboden benötigt beispielsweise weniger Dünger als ein Sandboden.

Tomaten regelmäßig gießen oder unterirdisch bewässern

Ein Tontopf ist neben einer Tomatenpflanze im Beet eingegraben
Ein Tontopf kann bei der Bewässerung von Tomaten helfen.

Tomaten brauchen reichlich Wasser. Bei großer Hitze müssen Kübeltomaten eventuell sogar morgens und abends gegossen werden. Um Tomaten im Beet regelmäßig mit Wasser zu versorgen, kann man neben der Tomatenpflanze einen Tontopf mit Abzugsloch so einsetzen, dass er als Gießhilfe dient. Gegossen wird dann durch den Topf, sodass das Wasser direkt an die Wurzeln der Tomate gelangt. Das funktioniert auch mit einer sogenannten Olla.

Wer seine Tomaten optimal mit Wasser versorgen möchte, kann eine unterirdische Bewässerung mit einem Perlschlauch anlegen. Das ist ideal, weil die Verdunstung geringer ist - man kann bis zu 70 Prozent Wasser einsparen - und die Pflanzen auch an heißen Tagen über die Wurzeln ausreichend versorgt werden. Wichtig: Den Schlauch mit einem Druckminderer versehen, weil der Wasserdruck sonst zu hoch ist. Anschließend einen etwa 20 Zentimeter tiefen Graben ausheben und den Schlauch hineinlegen. Vor dem Zuschütten einen Test durchführen. Zum Schluss die Tomatenpflanzen einsetzen.

Rankhilfen desinfizieren

Tomatenpflanzen sollten nicht zu groß wachsen. Lediglich fünf, maximal sieben Blütenstände können optimal ausreifen. Deshalb die Pflanzen einfach kappen, wenn sie zu viele Blütenstände entwickeln. Bis auf die kompakt wachsenden Buschtomaten benötigen alle Tomatensorten eine Rankhilfe, die zur Vermeidung von Pilzkrankheiten vor der Verwendung mit Brennspiritus oder einem Gasbrenner desinfiziert werden sollte.

Tomaten ausgeizen: Überflüssige Blätter und Blütenstände entfernen

Peter Rasch schneidet einen Geiztrieb von einer Tomatenpflanze ab.
Das Herausbrechen überflüssiger Triebe stärkt das Wachstum der Tomate.

Damit die Tomatenpflanze die ganze Kraft in die Früchte steckt, müssen überflüssige Triebe in den Blattachseln herausgebrochen werden. Der Gärtner nennt das ausgeizen. So gelangen ausreichend Wasser und Nährstoffe in die Früchte. Zusätzlich können besonders unterhalb des ersten Fruchtstandes alle Blätter entfernt werden. Die Pflanze entwickelt sich so besser und die unteren Früchte bekommen mehr Licht, reifen schneller und auch Krankheiten breiten sich nicht so schnell aus. Im Spätsommer können zudem bestehende Blütenstände abgeschnitten werden. Wer mag, kann die im Frühsommer herausgebrochenen Geiztriebe als Steckling verwenden und so weitere Pflanzen ziehen.

Mischkultur für gesunde Pflanzen

Wer mehrere Gemüsesorten anbauen möchte, etwa im Gemüsebeet oder in einem Hochbeet, sollte sich für eine sogenannte Mischkultur entscheiden. Werden die richtigen Pflanzen im Beet miteinander kombiniert, profitieren sie gegenseitig hinsichtlich Wachstum und Gesundheit.

Tomaten wachsen unter anderem ausgezeichnet neben folgenden Pflanzen: Basilikum, Buschbohnen, Kapuzinerkresse, Knoblauch, Kohl, Kohlrabi, Kopfsalat, Lauch, Möhren, Petersilie, Pflücksalat, Radieschen, Rettich, Rote Bete, Sellerie und Spinat. Ungeeignete Pflanznachbarn sind dagegen Erbsen, Fenchel und Kartoffeln.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Im Grünen Bereich – Der NDR Gartenpodcast | 11.03.2026 | 19:05 Uhr

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