Nahaufnahme einer rosafarbenen Dahlie mit roten Blütenblatträndern vor lilafarbenem Phlox.
AUDIO: Dahlien pflanzen und pflegen: So blühen sie in voller Blütenpracht (32 Min)

Dahlien richtig pflanzen, pflegen und Tipps für den Standort

Stand: 11.06.2026 07:22 Uhr

Dahlien verzaubern durch ihre Vielfalt und Farbenpracht. Die nicht winterharten Knollen können Anfang Mai in Beet oder Kübel gepflanzt werden. Je nach Sorte blühen sie von Juni bis zum ersten Frost.

Kaum eine zweite Pflanzengattung kann mit einem solchen Formen- und Farbenreichtum aufwarten wie die Dahlie (Dahlia). Ursprünglich stammt die Pflanze aus Mittelamerika. Bei uns blüht sie je nach Sorte von Juni bis zum ersten Frost und verwandelt den Spätsommer-Garten in ein Farbenmeer. Die Blüten können einen Durchmesser von bis zu 30 Zentimeter und eine Wuchshöhe bis knapp zwei Meter haben. Es gibt aber auch zahlreiche kleine Sorten, die sich gut für eine Pflanzung im Kübel eignen.

Zur besseren Unterscheidung werden Dahlien in Klassen eingeteilt. Diese richten sich nach der Blütenform und deren Größe. Dazu zählen beispielsweise Seerosen-Dahlien, Kaktus-Dahlien, Pompon-Dahlien und einfachblühende Dahlien. Letztere sind empfehlenswert, wenn auch Bienen und andere Insekten Nahrung finden sollen.

Der richtige Standort für Dahlien

Zwei Dahlien in voller Blüte
Dahlien benötigen einen möglichst sonnigen Standort.

Zum Pflanzen eignet sich jeder normale Gartenboden, idealerweise ist er nicht lehmig und hat einen leicht sauren pH-Wert von etwa 6,5. Staunässe unbedingt vermeiden, da die Knollen sonst faulen. Der Standort sollte möglichst sonnig und geschützt sein, im Schatten gedeihen Dahlien nicht gut und bilden nur wenig Blüten. Da Dahlien bei Schnecken besonders beliebt sind, kann man mit Abstand Tagetes als sogenannte Opferpflanze setzen. Sie schmecken den Tieren noch besser und sie verschonen mit etwas Glück so die Dahlien. Sicherer ist jedoch ein Schneckenzaun, den die Tiere nur schwer überwinden können.

Dahlien-Knollen im Frühjahr pflanzen

Gärtner Peter Rasch teilt eine große Dahlienknolle mit den Händen.
Sind die Knollen zu groß, sollte man sie vor dem Einpflanzen teilen. Die Pflanzen bilden dann mehr Blüten.

Überwinterte Dahlienknollen treiben unter Umständen bereits vor dem geplanten Auspflanzen aus. Das ist kein Problem, die Triebe können einfach gekürzt werden. Wer möchte, kann die Pflanzen ab März auch gezielt vortreiben. Ansonsten kommen die Knollen Ende April, Anfang Mai in den möglichst nicht zu feuchten Boden. Die Eisheiligen muss man nicht abwarten, die letzten Fröste können den Knollen nichts mehr anhaben. Bei drohendem Frost sollte der Austrieb aber sicherheitshalber mit einem Vlies oder Laub geschützt werden.

So werden die Knollen eingepflanzt und geteilt

Ausgetrocknete Knollen vor dem Einpflanzen ein paar Stunden in einen Eimer mit Wasser legen. Dann großzügig ein Pflanzloch ausheben und den Boden auflockern, etwa mit einer Grabegabel. Etwas Kompost und organischer Dünger wie Hornspäne - Dahlien sind Starkzehrer - ins Pflanzloch geben und die Knollen so setzen, dass sie etwa zwei bis drei Fingerbreit mit Erde bedeckt sind. Die Stängelansätze aus dem Vorjahr sollten noch etwas herausragen. Nach dem Pflanzen kräftig angießen. Je nach Sorte und Temperatur treiben die Dahlien etwa zwei Wochen später aus. Tipp: Den Pflanzbereich beispielsweise mit einem Bambusstab markieren, um weitere Pflanzen mit genügend Abstand setzen zu können.

Dahlienknollen und andere Sommerblumen

Dahlien sollten nach einigen Jahren geteilt werden. Organischer Dünger versorgt die Starkzehrer mit Nährstoffen.

Sind die zum Bündel verwachsenen Knollen sehr groß, sollte man sie vor dem Einpflanzen teilen. Dafür am besten die Hände statt einen Spaten verwenden und sie vorsichtig auseinanderziehen, sodass etwa fünf bis sechs zusammenhängende Knollen pro Bund entstehen. Sollen sie in einen Kübel gepflanzt werden, sollte dieser ausreichend groß sein und ein Abzugsloch für überschüssiges Wasser haben. Zusätzlich hilft eine Drainage, damit die Knollen nicht faulen. Dahlien, die beispielsweise etwa 80 Zentimeter hoch werden, benötigen ein Volumen von 20 bis 30 Litern. Zum Pflanzen eignet sich handelsübliche Blumen- oder Kübelerde.

Dahlien für eine reiche Blüte rechtzeitig schneiden

Damit Dahlien besonders kräftig wachsen und reich blühen, sollte man sie nach dem Austrieb "verziehen". Das bedeutet, dass nur die drei kräftigsten Triebe stehen bleiben, die anderen werden herausgezogen. So konzentriert sich die in den Knollen gespeicherte Energie auf wenige Triebe. Der Zeitpunkt ist gekommen, wenn die Triebe etwa fünf bis zehn Zentimeter lang sind.

Damit sich die verbliebenen Triebe reichlich verzweigen, kann zusätzlich die Spitze abgeschnitten werden, fachsprachlich wird dies als pinzieren oder entspitzen bezeichnet. Geschnitten wird nur der mittlere Haupttrieb und zwar oberhalb einer Blattachse. Stehen bleiben sollten vier bis fünf Blattpaare.

Dahlien düngen und gießen

Im Juli, wenn die Hauptblütezeit beginnt, ist ein guter Zeitpunkt für eine zweite Düngergabe. Sie bietet der Pflanze zusätzlich Nährstoffe. Neben Kompost eignet sich auch eine Brennnesseljauche. Niedrigwachsende Sorten im Kübel können alternativ mit einem Langzeitdünger versorgt werden. Dahlien kommen recht gut mit Trockenheit klar, sie sollten allerdings regelmäßig gewässert werden, spätestens wenn die Pflanze schlapp wirkt. Wichtig: Die Pflanze unten an der Wurzel und nicht über die Blätter gießen.

Die richtige Pflege im Sommer

Im Sommer sollte man insbesondere hochwachsende Sorten stützen, beispielsweise mit Bambusstäben oder einem Stützgerüst. Bindet man die Pflanzen nicht zusammen, können sie, besonders bei Wind und Regen, unter der Last der Blüten umknicken. Die Stäbe am besten gleich bei der Pflanzung mit in die Erde setzen, so werden die Knollen nicht verletzt. Verblühte Dahlienblüten sollten regelmäßig abgezupft ("ausgeputzt") werden, das verlängert die Blütenpracht. Dahlien lassen sich sehr schön mit Gräsern, Sommerblumen oder Stauden wie beispielsweise Herbst-Anemonen kombinieren, die zur selben Zeit blühen.

Dahlien sind nicht winterhart

Dahlien vertragen keine Minustemperaturen. Nach dem ersten Frost die oberirdischen verblühten Teile bis auf etwa fünf bis sechs Zentimeter herunterschneiden und die Knolle vorsichtig ausgraben. Achtung, die Knollen dürfen nicht zu früh aus der Erde genommen werden, denn sie speichern die Nährstoffe fürs folgende Jahr.

Abgeschnittene und ausgegrabene Dahlienknollen liegen auf einem Ziegelstein

Sobald der erste Frost ansteht, müssen Dahlienknollen ausgegraben und zum Überwintern eingelagert werden.

Knollen kühl und dunkel überwintern

Nach dem Ausgraben die Dahlien-Knollen auf Krankheiten untersuchen und faulige Stellen mit einem scharfen Messer herausschneiden. Die Schnittstelle am besten mit etwas Holzkohlepulver, etwa aus einer Tüte mit Grillkohle, desinfizieren. Wenn sie abgetrocknet sind, die Knollen in einem dunklen, trockenen Keller bei vier bis acht Grad frostfrei lagern. Werden sie ein wenig mit angefeuchtetem Sand abgedeckt, können sie weder schimmeln noch eintrocknen. Als Behältnis eignen sich mit Zeitungspapier ausgelegte Holzkisten oder Plastiktüten mit großen Luftlöchern, die aufgehängt werden.

Alternativ ist es möglich, die Dahlien im Beet zu lassen und mit einer dicken Schicht Laub abzudecken. Ist der Winter mild, können die Knollen das gut überleben, sicher ist das allerdings nicht. Nach zwei Jahren sollte man die Dahlien in jedem Fall ausgraben und teilen, sonst werden sie zu groß und bilden nicht mehr so viele Blüten.

Die Blüte einer Seerosen-Dahlie.
14 Bilder

Unendlich vielfältig: Dahlien

Ein Beet mit blühenden Dahlien in Pink und Rot.

Mit ihrer Farben- und Formenvielfalt sind Dahlien die Königinnen des Spätsommers. Der Dahliengarten in Hamburg zeigt von August bist Ende Oktober mehrere Hundert Sorten.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Im Grünen Bereich – Der NDR Gartenpodcast | 03.06.2026 | 19:05 Uhr

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