So überleben Pflanzen den Urlaub ohne Gießen
Was tun mit den Pflanzen während des Urlaubs? Wenn niemand die Bewässerung im Garten oder auf dem Balkon übernehmen kann, helfen einige simple Tricks, damit die Pflanzen auch ohne Gießen überleben.
Nicht jeder hat freundliche Nachbarn, die sich während eines Urlaubs um die Balkon- und Zimmerpflanzen oder den Garten kümmern. Doch zwei Wochen oder länger in der prallen Sonne ohne Bewässerung überleben auch robuste Pflanzen im Topf in der Regel nicht. Mit einigen Vorsorgemaßnahmen kommen sie aber auch ohne Pflege gut durch die Urlaubszeit.
Kästen und Kübel versetzen
Kästen und Kübel haben gegenüber Gartenpflanzen einen großen Vorteil - sie sind mobil. Haben sie einen sonnigen Standort, sollte man sie während des Urlaubs an einen schattigen Ort stellen, wenn möglich auf die kühlere Nordseite des Hauses.
Balkonpflanzen kräftig zurückschneiden
Um den Wasserverbrauch zu reduzieren, empfiehlt es sich außerdem, lange Triebe und Verblühtes großzügig wegzuschneiden. Bei Blumen, die nach einem Rückschnitt im Sommer ein zweites Mal blühen, können die gesamten Blüten entfernt werden. Nach der Rückkehr aus dem Urlaub haben sich oft bereits neue Blüten gebildet. Das funktioniert beispielsweise bei Stauden wie Lupine, Blaue Fächerblume, Rittersporn, Frauenmantel und Phlox sowie bei Geranien (Pelargonien), Salbei, Männertreu und Husarenköpfchen. Vor der Abreise die Pflanzen gut wässern.
Kübel und Kästen mit Plastikflaschen bewässern
Zur stetigen Bewässerung von Blumenkästen und -kübeln eignet sich eine handelsübliche Plastikflasche. In den aufgeschraubten Deckel einfach - je nach Wasserbedarf der Pflanzen - ein mindestens vier Millimeter großes Loch bohren. Anschließend die Flasche mit Wasser füllen und mit dem Deckel nach unten in den Blumenkasten oder Kübel stecken. Soll die Flasche mehr Halt in der Erde bekommen, kann man zusätzlich ein weiteres Loch bohren und einen langen Nagel von innen nach außen stecken. Eine gute Wahl sind auch spezielle Blumenkästen mit Wasserspeicher.
In Beeten hat sich der Einsatz von Tontöpfen, sogenannten Ollas bewährt. Sie werden einfach direkt neben die zu bewässernden Pflanzen in die Erde gesetzt und mit Wasser gefüllt. Über ihre großen Poren geben sie die Feuchtigkeit langsam an die Umgebung ab.
Bewässerungssysteme mit Zeitschaltuhr nutzen
Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann ein Bewässerungssystem nutzen, das an eine Zeitschaltuhr angeschlossen wird. Am besten geeignet ist eine sogenannte Tropfenbewässerung. Das sind Schläuche, die im Beet verlegt werden und das Wasser durch kleine Löcher tröpfchenweise bodennah abgeben.
Gartenpflanzen auf die Urlaubszeit vorbereiten
Neben der Bewässerung gibt es eine Reihe weiterer Maßnahmen, die sinnvoll sind, um den Garten auf die Abwesenheit während des Urlaubs vorzubereiten:
- Kurz vor dem Urlaub nichts mehr aussäen, denn Jungpflanzen benötigen viel Wasser und Pflege.
- Die Pflanzen rechtzeitig an die neuen Bedingungen anpassen, das betrifft vor allem das Gießen. Zweimal pro Woche intensiv bodennah wässern statt täglich wenig. So wurzeln die Pflanzen tiefer und gelangen besser an Wasser.
- Beete gut hacken und den Boden auflockern, so kann er besser Wasser aufnehmen und es verdunstet weniger.
- Beete mulchen, damit das Wasser nicht so schnell verdunstet. Dafür eignet sich etwa Rasenschnitt.
- Den Rasen mähen, aber nicht zu kurz, optimal sind fünf Zentimeter.
- Gehölze, Stauden und Hecken zurückschneiden.
- Nicht düngen, sonst erhöht man den Wasserbedarf und beschleunigt das Wachstum.
- Reifes Beerenobst, Gemüse und Kräuter ernten und einfrieren.
Auf resistente Pflanzen setzen
Grundsätzlich ist es sinnvoll, für Beete im Garten sowie für Töpfe und Kübel auf dem Balkon resistente Pflanzen zu wählen, die wenig Wasser benötigen und auch mit längeren Trockenphasen problemlos zurechtkommen. Gut geeignet sind etwa winterharte mediterrane Kräuter wie Lavendel, Salbei, Thymian und Rosmarin. Als Substrat am besten torffreie Erde mit etwas Sand vermischt verwenden. Bei den Stauden sind Johanniskraut, Steppensalbei und Blutstorchschnabel eine gute Wahl.
Vertrocknete Pflanzen retten
Sollte die eingeschränkte Bewässerung während des Urlaubs nicht ausgereicht haben und die Pflanze ist vertrocknet, muss sie nicht zwingend entsorgt werden. Oft ist es möglich, sie zu retten. Dafür zunächst radikal zurückschneiden und gut wässern. Mit etwas Glück treibt sie wieder neu aus, dann sollte sie zusätzlich mit Dünger versorgt werden.
Zimmerpflanzen in die Badewanne oder Spüle stellen
Zimmerpflanzen mit hohem Wasserbedarf können in der Badewanne oder alternativ in der Spüle der Küche versorgt werden. Dafür die Wanne oder das Becken ein paar Zentimeter hoch mit Wasser füllen, ein Handtuch hineinlegen und die Pflanzen ohne Übertopf darauf stellen. So sind sie über einen längeren Zeitraum mit Wasser versorgt. Pflanzen mit hartem und dickem Laub, zum Beispiel Bogenhanf, brauchen wenig Wasser. Es reicht, sie vor dem Urlaub einmal kräftig zu gießen.