Gegen Sozialabbau: Tausende bei DGB-Demos im Norden unterwegs
Am Samstag haben bundesweit Zehntausende an einem Aktionstag gegen Sozialabbau teilgenommen. Aufgerufen hatte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB). Kundgebungen gab es unter anderem in Hannover und Hamburg.
Unter dem Motto "Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente" waren deutschlandweit 15 Kundgebungen geplant. In Hannover führte ab 11.30 Uhr ein Demonstrationszug vom Waterlooplatz zum Georgsplatz. Dort gab es eine Kundgebung. Laut DGB brachten rund 70 Busse Teilnehmende aus ganz Niedersachsen kostenlos nach Hannover. Die Polizei schätzt, dass etwa 13.000 Menschen an der Demo teilnahmen.
Themen Arbeit, Pflege und Rente im Mittelpunkt
In Hannover sprachen unter anderem Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Gewerkschaft IGBCE, und die VW-Betriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo. "Die Arbeitgeberseite hat den Anstand verloren", sagte Cavallo bei der Kundgebung. Vassiliadis kritisierte Debatten über Arbeitszeit und Lohn: "Deutschland wird doch nicht wettbewerbsfähiger, wenn sich hier alle krank malochen."
Hamburg: Demos um fünf vor zwölf
Am Rathausmarkt in Hamburg begann die Kundgebung zu der symbolischen Uhrzeit fünf vor zwölf. Bereits seit 10 Uhr hatten sich Mitglieder der Gewerkschaft ver.di und des Bündnisses "unkürzbar Hamburg" am Besenbinderhof versammelt. Gemeinsam zogen sie über die Kurt-Schumacher-Allee und Mönckebergstraße zum Rathaus. Laut Polizei nahmen bis zu 5.000 Demonstrantinnen und Demonstranten teil.
Pooth in Kiel: Reformen müssen gerecht zugehen
Auch in Rostock am Gewerkschaftshaus in der August-Bebel-Straße und in Kiel auf dem Rathausplatz starteten um 11.55 Uhr Demonstrationen. Laut Veranstalter versammelten sich in Kiel 5.000 Menschen, die Polizei sprach von 4.000. Beschäftigte aus unterschiedlichen Bereichen wie Gebäudereinigung, Rettungsdienst und ÖPNV waren nach NDR Informationen dabei. "Wir stehen für Veränderungen, wir wollen auch Reformen. Aber die müssen gerecht zugehen", sagte DGB-Nord-Chefin Laura Pooth. "Ich kann nicht immer nur bei denen gucken, die eh schon hart arbeiten. Es müssen sich auch diejenigen am sozialen Frieden beteiligen, die beispielsweise sehr hohe Milliardenvermögen besitzen."
DGB: Schwacher Sozialstaat schwächt Demokratie
Ein geschwächter Sozialstaat schwäche auch die Demokratie, hieß es vom DGB, wenn das Leben immer teurer werde und die Sorge vor dem sozialen Abstieg wachse. "Davon profitieren diejenigen, die einfache Antworten geben, Schuldige suchen und unsere Gesellschaft spalten wollen." Der Gewerkschaftsbund fordert daher einen Wechsel in der Politik. "Der Sozialstaat muss stärker werden, nicht schwächer. Nur so können wir unsere Demokratie verteidigen", sagte der Vorsitzende des DGB Niedersachsen, Ernesto Harder.