BSH: Ausbauziel für Offshore-Windkraft wird wohl verfehlt
Deutschland hinkt bei den selbst gesetzten Zielen zum Ausbau der Offshore-Windkraft hinterher. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg geht nicht mehr davon aus, dass bis 2030 insgesamt 30 Gigawatt Strom auf Nord- und Ostsee erzeugt werden können.
Rund zehn Gigawatt Leistung haben alle Windräder vor der deutschen Küsten an Nord- und Ostsee zusammen derzeit. Das entspricht etwa der sechsfachen Leistung des ehemaligen Kohlekraftwerks in Hamburg-Moorburg. Bis 2030 sollten sich eigentlich drei Mal so viele Windräder drehen, so das bisherige politische Ziel. Die Richtung stimme jedoch, betonte BSH-Präsident Helge Heegewaldt am Dienstag in Hamburg. Das Zwischenziel werde wahrscheinlich ein oder zwei Jahre später erreicht.
BSH: Ziel für 2040 schon früher erreichbar
Weil sich zum Beispiel bei den vergangenen Ausschreibungen für Flächen keine Interessenten mehr gemeldet hätten, müssten jetzt Pläne überarbeitet werden. Bis 2040 sind gesetzlich 40 Gigawatt geplant, das ist laut Heegewaldt dann sogar früher möglich.
Fragen der Sicherheit rücken in den Fokus
Dabei gibt es seit dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine höhere Anforderungen. Heegewaldt: "Fragen der Sicherheit kommen mehr und mehr in den Fokus." Beispielsweise mussten in der Nordsee zuletzt Trassen für Stromkabel am Meeresgrund umgeplant werden, damit sie nicht durch ein Militärgebiet verlaufen.
Das BSH plant, wo auf der Nord- und Ostsee Windparks entstehen dürfen. Zudem ist die Behörde zuständig für die Prüfung, Zulassung und Überwachung der Windenergieanlagen.