Zwischen Tradition und Modernisierung: Wie geht es am Pferdeturm weiter?

Stand: 27.09.2026 15:06 Uhr

Der Pferdeturm im hannoverschen Stadtteil Kleefeld soll erhalten bleiben - darin sind sich viele Eishockeyfans einig. Am Stadion gibt es allerdings einiges zu tun. Der Bau von 1959 entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen.

von Anja Schlegel

Seit Jahren wird deshalb über die Zukunft des Eishockey-Standorts diskutiert. Die Initiative "Zukunft Pferdeturm" fordert eine klare Perspektive. Bei einem Protestmarsch mit anschließender Kundgebung auf dem Kantplatz machten Fans am Freitag deutlich, dass sie den Pferdeturm als Spielstätte erhalten wollen. Sie sprechen sich für eine Sanierung und Erweiterung aus - der besondere Charakter des Stadions soll dabei erhalten bleiben.

Gemeinsam für die Zukunft: Rund 700 Hannover-Indians-Fans ziehen durch Hannover-Kleefeld.
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Eisstadion am Pferdeturm: Indians-Fans trommeln für die Zukunft

Eine Eisfläche für Profis, Nachwuchs und Freizeitsport

Ein Problem sind die begrenzten Kapazitäten. Im Pferdeturm gibt es nur eine Eisfläche. Sie wird von den Profis, Nachwuchsmannschaften, anderen Eissportarten und für das öffentliche Eislaufen genutzt. Nach Angaben der Beteiligten reichen die vorhandenen Eiszeiten nicht aus. Das hat auch Folgen für den Nachwuchs: Zeitweise können keine neuen Kinder und Jugendlichen aufgenommen werden, weil dafür keine zusätzlichen Trainingszeiten zur Verfügung stehen.

Stadt und Betreiberin haben unterschiedliche Rollen

Auch bei den Eigentums- und Nutzungsverhältnissen gibt es mehrere Beteiligte. Das Grundstück am Pferdeturm gehört der Stadt Hannover. Für das Stadion besteht ein Erbbaurecht. Die KMG-Network GmbH betreibt die Halle als Pächterin. Die Stadt ist damit bei der langfristigen Entwicklung des Standorts eine wichtige Ansprechpartnerin. Die Betreiberin kümmert sich um den laufenden Betrieb. Wer welche Investitionen übernehmen müsste, ist deshalb eine zentrale Frage bei der weiteren Entwicklung des Pferdeturms.

Zwischen Tradition und Modernisierung

Für viele Fans ist der Pferdeturm mehr als eine Sportstätte. Seit 1959 wird dort Eishockey gespielt, das Stadion ist eng mit den Hannover Indians verbunden. Unter den Fans hat der Pferdeturm deshalb Kultstatus. Manche vergleichen seine Bedeutung für Hannover mit der des Millerntors für den FC St. Pauli. Beim Komfort und bei der Ausstattung gibt es nach Ansicht der Beteiligten Nachholbedarf. Das betrifft unter anderem die Kabinen sowie die Bereiche für VIP-Gäste und Sponsoren. Auch bei den Zuschauerplätzen gibt es Unterschiede zu modernen Arenen, die teilweise mit gepolsterten oder sogar beheizten Sitzen ausgestattet sind. "Unsere alte Lady ist in die Jahre gekommen", sagt Martin Schwarzer, stellvertretender Vorsitzender des ECH-Fanclubs. Die Kapazitäten reichten längst nicht mehr aus. Auch bei den Bedingungen für den Spiel- und Trainingsbetrieb sieht er Probleme. Wenn nicht bald etwas passiere, sehe er "keine sportliche Zukunft für den Eishockeyclub".

Mehrere Millionen Euro investiert

Pächterin Kristina Mittrop-Griebler hat nach eigenen Angaben bereits mehrere Millionen Euro in das Stadion investiert. Unter anderem wurden eine neue Eismaschine sowie eine neue Licht- und Soundanlage angeschafft. Für die Zukunft des Pferdeturms geht es nun um mehr als einzelne Modernisierungsmaßnahmen. Eine Sanierung und Erweiterung wären mit erheblichen Kosten verbunden. Wer diese Investitionen übernimmt und wie sie finanziert werden können, ist bislang eine der zentralen Fragen. Für die Fans steht dabei fest: Der Pferdeturm soll als Eishockeystandort erhalten bleiben.

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Hallo Niedersachsen | 26.09.2026 | 19:30 Uhr

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