Ljubomir Vranjes, Sportlicher Leiter SG Flensburg-Handewitt
AUDIO: SG-Sportchef Vranjes: "Gefährlich sein auf jeder Position" (5 Min)

Vor 117. Landesderby

Flensburgs Sportchef Vranjes: "Wollen Kiel so gut wie möglich ärgern"

Stand: 26.09.2026 10:27 Uhr

Mit dem Saisonstart ist Ljubomir Vranjes, Sportlicher Leiter des Handball-Bundesligisten SG Flensburg-Handewitt, sehr zufrieden. Heute geht es aber zum 117. Landesderby beim THW Kiel. Vranjes erklärt im Interview mit dem NDR, was dort gefordert ist und ob er auf der Bank sitzen wird.

Mehr Spitzenspiel geht nicht. Die SG Flensburg-Handewitt reist als Tabellenführer zum Nordderby beim ewigen Rivalen THW Kiel, und beide Teams haben bislang 10:0 Punkte auf dem Konto. In dem Spiel (18 Uhr, im NDR Livecenter und im Sportschau-Livestream) geht es heute um Platz eins.

Herr Vranjes, wie zufrieden sind Sie mit dem Bundesliga-Start?

Ljubomir Vranjes: Man kann ja nichts gegen unseren Bundesliga-Start sagen. Wir haben 10:0 Punkte und können mit großem Selbstvertrauen nach Kiel fahren und wollen dort versuchen, so gut wie möglich die Kieler zu ärgern.

Ein Handball in einer Sporthalle.

Tabellenführer SG Flensburg-Handewitt tritt dem ewigen Rivalen selbstsicher entgegen - doch auch die Kieler sind bislang ungeschlagen.

Es kamen im Sommer neue Spieler hinzu - was fehlt der SG vielleicht noch?

Vranjes: Ich würde sagen: Zeit. Wir haben den Innenblock ganz neu. Wir haben uns gut gefunden. Wir haben mit Aymeric Minne einen Spielmacher, der sich auch gut eingefunden hat. Und dann haben wir unsere Torhüter, die auch mit der Abwehr zusammenarbeiten müssen. Da haben wir, finde ich, ein bisschen Luft nach oben. Sonst läuft das ganz gut.

Jetzt guckt alles natürlich auf das Derby. Der Sieg in Lemgo war ein Ausrufezeichen, aber ist das kommende Spiel der erste richtige Gradmesser?

Vranjes: Das finde ich nicht. Wir wissen ja, wie schwer es in der Bundesliga ist. Wenn man auf die letzten drei Jahre zurückguckt, auf die ersten Spiele - wie viele Punkte wir da verloren haben. Wir sollen das jetzt nicht zu hoch einschätzen, aber wir sollten schon zufrieden sein, dass wir 10:0 Punkte haben und dass wir als Nummer eins nach Kiel fahren. Und beide haben 10:0 Punkte, das ist ein gutes Derby.

Was muss klappen, um in Kiel etwas mitnehmen zu können?

Vranjes: Erst einmal müssen wir im Angriff so spielen wie bisher - sehr gefährlich sein auf jeder Position. Wir müssen auch unsere Abwehr gut hinstellen. Vielleicht müssen wir da auch überraschen, man weiß ja nie. Ich bin der Sportliche Leiter und nicht so involviert in die taktischen Sachen. Aber man hat ja gesehen, dass Kiel eine sehr gute Abwehr hat mit zwei sehr guten Torhütern. Natürlich müssen wir das knacken.

Flensburgs Simon Pytlick (r.) im Zweikampf mit Kiels Lucas Laube
Handball-Bundesliga

Wenn es heute zum Derby zwischen Kiel und Flensburg-Handewitt kommt, trifft der Spitzenreiter auf den ersten Verfolger.

Im gewonnenen Pokalspiel beim Zweitligisten VfL Lübeck-Schwartau saßen Sie nicht auf der Bank. Sind Sie wieder davon abgerückt?

Vranjes: Ich habe auch andere Sachen zu tun, ich schaffe das nicht immer. Um auf der Bank zu sitzen, muss man sich genau vorbereiten. Ich muss wissen, wie der Gegner spielt. Dafür habe ich in dieser Woche nicht die Zeit gehabt.

Werden Sie wieder auf der Bank sitzen?

Vranjes: Das werden wir sehen. Aber ich hoffe es.

Sie kennen das Derby als Spieler, als Trainer, als Sportdirektor - welche besondere Bedeutung hat es?

Vranjes: Wenn du ein Spieler der SG oder des THW bist, dann weißt du, was es bedeutet. Ob Fans, Spieler, Trainer - alle fiebern darauf hin.

Als Sportlicher Leiter sind Sie auch für Verträge zuständig. Der vom aktuellen Trainer Ales Pajovic läuft aus. Unabhängig vom Namen: Was muss der Trainer der SG Flensburg-Handewitt für die kommende Saison mitbringen? Was ist Ihnen besonders wichtig?

Vranjes: Wir wollen uns natürlich entwickeln, nicht nur in einem oder zwei Bereichen, sondern als ganzes Team. Nicht nur individuell, auch als Mannschaft. Wir möchten Fortschritte in verschiedenen Bereichen sehen.

Wie weit ist es damit schon?

Vranjes: Wir gehen nach vorn. Es sind jetzt 10:0 Punkte nach fünf Spielen. Letztes Jahr hatten wir, glaube ich, drei Minuspunkte nach fünf Spielen.

Es wird ja immer gemunkelt, dass Sie noch einmal Trainer in Flensburg werden würden. Könnten Sie da bitte für Klarheit sorgen?

Vranjes: Das will ich gar nicht kommentieren. Ich bin jetzt im vierten Jahr Sportlicher Leiter, und ich bin sehr zufrieden mit meiner Aufgabe.

Das Interview führte Thomas Koos

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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Schleswig-Holstein Magazin | 25.09.2026 | 19:30 Uhr

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