Sturmflut: Eiderdamm für künftige Naturgewalten gerüstet
Der neue Eiderdamm ist fertig. Nach fast vier Jahren Bauzeit wurde er am Mittwoch von Minister Goldschmidt (Grüne) offiziell abgenommen. Die Technologie kommt aus den Niederlanden.
Fast vier Jahre hat es gedauert, den Eiderdamm zwischen dem Eidersperrwerk und St. Peter-Ording (Kreis Nordfriesland) zu verstärken - jetzt ist er fertig. Am Mittwochvormittag hat Küstenschutzminister Tobias Goldschmidt (Grüne) den neuen Deich offiziell abgenommen. Erneuert wurden rund vier Kilometer Deich; mehr als 30 Millionen Euro hat das gekostet.
Der alte Eiderdamm war arg in die Jahre gekommen. Nach 53 Jahren im Einsatz hatte er Risse in der Asphaltdecke. Aus seinem Innern wurde immer wieder Sand ausgespült - stellenweise war er auch abgesackt. Die ursprüngliche Höhe von 8,7 Metern wurde nicht mehr überall erreicht.
Neuer Eiderdamm erster seiner Art in SH
Der Eiderdamm in seiner verstärkten Ausführung ist der erste Deich dieser Bauweise in Schleswig-Holstein. Vergleichbare Deiche gibt es bisher vor allem in den Niederlanden. Er erfüllt nach Angaben des Küstenschutzministeriums den Sicherheitsstandard eines Klimadeichs. Bei einem weiter steigenden Meeresspiegel kann er jederzeit erhöht und verstärkt werden. Allerdings ist er etwas schmaler gebaut - die angrenzenden Watt- und Salzwiesenflächen sollen so möglichst wenig beeinträchtigt werden.
Minister Goldschmidt: Technologie in den Niederlanden abgeschaut
"Wir wollen natürlich unser Landschaftsbild erhalten und dazu gehören grüne Deiche", sagte Goldschmidt bei der Abnahme. Allerdings besteht der neue Deich hauptsächlich aus Beton und ist nicht begrünt. Trotzdem sei die neue Bauweise mit Abstand die beste Variante - ein kostengünstigerer grüner Deich hätte nicht zwischen Naturschutzgebiet und Straße gepasst. Die Technologie habe sich das Ministerium in den Niederlanden angesehen, bevor sie auch bei uns im Land zum Einsatz kam, so Goldschmidt.