Weniger Elterntaxis: Kiel-Mettenhof hält an Schulstraße fest
Weniger Elterntaxis, mehr Kinder zu Fuß und mit dem Rad: Die erste Schulstraße des Landes in Kiel-Mettenhof bleibt bestehen. Die Stadt zieht nach einem Jahr eine positive Bilanz.
Die erste Schulstraße Schleswig-Holsteins bleibt bestehen. Nach der einjährigen Erprobungsphase wird der Skagenweg in Kiel-Mettenhof auch künftig zu den Bring- und Abholzeiten für den Autoverkehr gesperrt. Die Stadt Kiel zieht eine positive Bilanz des Projekts. Die Ratsversammlung hatte nach der einjährigen Testphase beschlossen, das Konzept weiterzuführen. Ziel der Schulstraße ist es, die Verkehrssituation rund um die Grundschule am Heidenberger Teich zu entschärfen und Kindern einen sichereren und selbstständigeren Schulweg zu ermöglichen.
Weniger Autos vor der Schule
Zu Beginn des Pilotprojekts war der rund 150 Meter lange Skagenweg morgens und nachmittags mit einer Schranke gesperrt worden. Eltern von Schulkindern hatten die Schranke zunächst zu den entsprechenden Zeiten besetzt. Nach Angaben der Stadt ist das inzwischen nicht mehr jeden Morgen notwendig. An der grundsätzlichen Regelung ändert das allerdings nichts: Zu den Bring- und Abholzeiten dürfen Autos weiterhin nicht in den Skagenweg hineinfahren. Für Anwohner gelten weiterhin entsprechende Ausnahmen.
Erstes Projekt dieser Art in SH
Die Schulstraße war im September 2025 als erstes Projekt dieser Art in Schleswig-Holstein gestartet worden. Zuvor hatte es nach Angaben der Stadt regelmäßig Verkehrsprobleme gegeben, weil zahlreiche Eltern ihre Kinder mit dem Auto bis direkt vor die Schule gebracht hatten. Zeitweise drängten sich dort bis zu 60 Fahrzeuge.
Schulleitung zieht positive Bilanz
Auch die Schulleitung bewertet die Entwicklung positiv. Nach ihren Angaben hat das Projekt bei den Eltern für mehr Problembewusstsein gesorgt. Die meisten hielten sich inzwischen an das Einfahrverbot. Außerdem seien mehr Kinder zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule unterwegs. Damit habe sich die Verkehrssituation vor der Schule aus Sicht der Beteiligten verbessert.
Auch in Preetz gibt es eine Schulstraße
Auch in Preetz im Kreis Plön gibt es inzwischen eine Schulstraße. Dort läuft der Verkehrsversuch noch bis zum Jahresende. Nach Angaben der Stadt hat sich auch dort die Akzeptanz bei den Eltern erhöht. Schulstraßen sollen vor allem verhindern, dass sich vor Schulen zu den Stoßzeiten zahlreiche Autos und sogenannte Elterntaxis drängen. Gleichzeitig sollen Kinder die Möglichkeit bekommen, ihren Schulweg sicherer und eigenständiger zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen.