Flensburg: Vorerst kein Stellenabbau bei Semikron-Danfoss Automotive
Bundesweit hat die IG Metall am Montag Beschäftigte aus der Autoindustrie zu Protesten aufgerufen. Am Flensburger Standort des Technik-Zulieferers Semikron-Danfoss wurde dabei auch ein positives Signal gesendet.
In Flensburg hat die IG Metall-Kundgebung gemeinsam mit der Geschäftsleitung der Semikron-Danfoss-Sparte Automotive stattgefunden. Die Botschaft für ihre knapp 400 Mitarbeitenden: Der Standort in Flensburg ist wichtig - hier sollen vorerst keine Stellen abgebaut werden. Automotive beliefert international E-Auto-Konzerne mit Technik, die Gleichspannung in Wechselspannung umwandelt. Im Frühjahr wurde bekannt gegeben, dass die Sparte demnächst an neue Eigentümer verkauft werden soll.
Für die Mitarbeitenden, die natürlich auch jeden Tag das in der Zeitung sehen, was in der Automobilindustrie stattfindet, ist das ein gutes Signal, dass die Geschäftsführung mit der IG Metall hier vorne steht und den Vorteil dieses Standortes herausbringt. Michael Schmidt, IG Metall
Geringe Nachfrage, steigender Wettkampf
Die Geschäftsführung spricht dennoch von enormem Druck. Gerade der Wettbewerb mit China und den USA nehme zu. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach E-Autos laut Geschäftsleitung langsamer als erwartet - auch weil die Stromkosten zum Laden nicht attraktiv genug seien. Ziel sei es nun, in den nächsten drei, vier Jahren neue Produkte auf den Markt zu bringen und mit Innovationen zu punkten.
Bevorstehender Verkauf der Automotive-Sparte
In den vergangenen fünf Jahren habe das Unternehmen rund 1,5 Millionen Fahrzeuge mit seinen Produkten ausgestattet. In wessen Händen Automotive in Zukunft liegen wird, gibt die Geschäftsführung noch nicht bekannt. Demnach befinde man sich noch in Gesprächen. Zuletzt wurden vor zwei Jahren rund 200 Stellen gestrichen.