Lingen: Diese Kandidaten fordern Oberbürgermeister Krone heraus
16 Jahre und damit zwei Wahlperioden lang ist Dieter Krone Oberbürgermeister der Stadt Lingen (Ems). Am 13. September stellt er sich erneut zur Wahl. Doch vier weitere Kandidatinnen und Kandidaten wollen ihn an der Spitze des Rathauses ablösen.
Bei den Kommunalwahlen können die Lingenerinnen und Lingener nicht nur einen neuen Stadtrat wählen, sondern auch entscheiden, wer als Oberbürgermeister Lingen (Landkreis Emsland) weiterentwickeln soll. Der Stadt geht es finanziell gut, auch dank ihrer mittelständischen Wirtschaft. Doch hatte es Dieter Krone (parteilos) bei den vergangenen OB-Wahlen 2018 noch mit einem Mitbewerber zu tun, stellen sich in diesem Jahr gleich vier weitere Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl und wollen frischen Wind nach Lingen bringen. Bemerkenswert: Gleich drei der Kandidaten treten als Einzelbewerber an, werden aber teilweise doch von Parteien bei ihrer Kandidatur unterstützt.
Krone: Riesiges Netzwerk
Der sicherlich bekannteste Kandidat ist der jetzige Oberbürgermeister Dieter Krone. Der parteilose 63-jährige macht den Job schon seit zwei Wahlperioden, ist aber offenbar noch nicht amtsmüde. Krone hat mit der neuen Hafen-City, dem sanierten Bahnhof und dem Festjahr zum 1050. Geburtstag der Stadt Lingen große und außenwirksame Projekte umgesetzt. Trotzdem hat sich die Lingener CDU dafür entschieden, ihn nicht wie bei der vergangenen Wahl zu unterstützen. Rückhalt bekommt Krone dafür von der SPD und dem Bündnis 90/Die Grünen. Sein riesiges Netzwerk sei von enormer Bedeutung, so Krone. Bei einer Wiederwahl will er sich besonders um bezahlbaren Wohnraum kümmern, Pflege fördern und ein Mobilitätskonzept umsetzen.
CDU unterstützt parteilosen Kandidaten
Einer der Herausforderer des Amtsinhabers ist Jens Hofschröer. Der 45-Jährige tritt ebenfalls als Parteiloser an, allerdings unterstützt ihn die CDU. Auch die Wählergemeinschaft der Bürgernahen hat sich für ihn ausgesprochen. Hofschröer kommt aus Lingen und arbeitet als Wirtschafts- und Digitaldezernent bei der Stadt Wolfsburg. Somit bringt auch er Verwaltungs- und Führungserfahrung mit. Seine Prioritäten bei einer Wahl zum Oberbürgermeister liegen bei bezahlbarem Wohnraum und darin, Familien zu entlasten und die Wirtschaft und das Ehrenamt zu stärken. "Dabei möchte ich Verwaltung, Politik, Menschen, Unternehmen und Institutionen zusammenbringen", sagt Hofschröer.
FDP-Fraktionsvorsitzender als Einzelbewerber
Mit Peter Altmeppen tritt ein weiterer gebürtiger Lingener an, der nach wie vor dort lebt. Der 60-Jährige arbeitet als Marktgebietsleiter bei der Postbank und hat viele Jahre Erfahrung mit Personalführung. Altmeppen engagiert sich seit fünf Jahren im Lingener Stadtrat, wo er Fraktionsvorsitzender der FDP ist. Um Oberbürgermeister zu werden, tritt er als Einzelbewerber mit dem Slogan "Einer von uns" an, "um so neutral wie eben möglich auf die Aufgaben zu schauen", so Altmeppen. Die FDP unterstützt ihn dabei. Als Oberbürgermeister möchte sich Altmeppen zuerst die Verwaltung anschauen. Beispielsweise bei Baugenehmigungen müsse einiges einfacher werden.
Wählergemeinschaften stellen Kandidaten auf
Einzige Frau im Rennen ums Amt ist Silvia Köttering von der Freien Wählergemeinschaft Lingen. Die 54-Jährige ist ebenfalls Lingenerin und arbeitet als selbstständige Kauffrau. Sie möchte sich zuerst die Verwaltung und deren Arbeit anschauen, außerdem das Ehrenamt in der Stadt stärken. Darüber hinaus tritt noch Wilfried Fenslage von der Wählergemeinschaft Naturerbe Lingen an. Der 65-Jährige Lingener will als Oberbürgermeister den Altenlingener Forst als Naturschutzwald sichern und Klimaschutz priorisieren.