Greta Blunck mit Hamburgs Sportsenator Andy Grote 2023
AUDIO: Greta Blunck feiert Einzug in die Hall of Fame (1 Min)

Ehrung

Hockey-Legende Greta Blunck in Hall of Fame aufgenommen

Stand: 20.11.2025 14:02 Uhr

Pionierin, Trainerin und Integrations-Vorbild: Hockey-Legende Greta Blunck ist feierlich in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen worden.

von Boris Poscharsky

Nach einer emotionalen Aufnahmefeier in Frankfurt am Mittwoch ist die Hamburgerin nun Mitglied der jetzt 137 Sportpersönlichkeiten umfassenden virtuellen Ruhmeshalle.

Die 87-Jährige konnte krankheitsbedingt nicht an der Ehrung teilnehmen, schrieb aber in einer emotionalen Stellungnahme: "Als ich den Vorschlag für die Hall of Fame erhielt, war ich zunächst sprachlos. Mein Dank gilt allen, die mich nominiert haben. Diese Auszeichnung widme ich von ganzem Herzen allen Wegbegleitern aus meinem Verein HTHC, all den Kindern, die ich über viele Jahrzehnte trainieren und begleiten durfte, und natürlich auch meinen Hockies - der Gruppe geistig behinderter Menschen, die ich über mehr als 30 Jahre betreuen durfte."

Greta Blunck ist eine bedeutende Pionierin des Damen-Hockeys in Deutschland. Als herausragende Spielerin bei ihrem Heimatverein Harvestehuder THC in Hamburg (HTHC), Nationalspielerin, Trainerin und bis ins hohe Alter Mentorin der Integrations-Mannschaft "Hockies" leistete sie über Jahrzehnte Herausragendes für ihren Sport.

"Als ich den Vorschlag für die Hall of Fame erhielt, war ich zunächst sprachlos." Greta Blunck

Noch mit über 40 Bundesliga-Spielerin

Als die Damen des HTHC im Mai 2025 erstmals nach 52 Jahren wieder bei einer deutschen Meisterschaft triumphierten, nahm Blunck als Ehrengast an der Feier im Clubhaus teil. Endlich hatten sie und ihre ehemaligen Mannschaftskameradinnen Nachfolgerinnen gefunden. Neunmal gewannen die HTHC-Frauen mit der schon im Alter von 16 Jahren zur Kapitänin ernannten Greta Blunck zwischen 1957 und 1973 den Titel. 1974 kam der Triumph beim erstmals ausgetragenen Europapokal der Landesmeister dazu. Die technisch starke Stürmerin spielte noch mit über 40 Jahren in der Bundesliga.

Erste Hockeytrainerin mit A-Lizenz

26 Länderspiele hat sie zwischen 1957 und 1965 bestritten - es gab damals noch nicht die Vielzahl an Turnieren wie heute. Damenhockey-Weltmeisterschaften wurden erstmals 1971 ausgetragen, bei Olympischen Spielen sind Damen erst seit 1980 dabei. Bundestrainerin des (West-) Deutschen Teams wäre in Moskau Greta Blunck gewesen, die die Mannschaft ein Jahr zuvor in Vancouver zur Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft geführt hatte. Der bundesdeutsche Olympia-Boykott verhinderte dieses Erlebnis jedoch. 1975 hatte Blunck als erste Frau in Deutschland den Hockey-A-Trainerschein gemacht.

Video: Greta Blunck und die "Hockies" (3 Min)

Ihre Erfahrungen gab sie als Trainerin über Jahrzehnte vor allem an Kinder und Jugendliche weiter. Das ist ihr offenbar auch gut bei ihren eigenen Kindern Beatrice und Christian gelungen, die sie nach dem frühen Tod ihres Mannes 1975 alleine großzog. Beide wurden Bundesligaspieler, Christian gewann 1992 mit Deutschland Olympiagold in Barcelona. Noch mit 80 Jahren war Blunck auf dem Hockeyplatz zu finden. "Die Freude, lehren zu dürfen, hält mich aufrecht", sagte sie einmal: "Und ich lerne jeden Tag selbst dazu, denn mit Kindern gibt es keine Norm."

Bundesverdienstkreuz für "Hockies"

Dabei hatte sie auch die Kinder im Blick, die ohne sie wohl nie die Chance gehabt hätten, zum Hockeyschläger zu greifen. Seit 1991 gibt es die "Hockies" - eine Gruppe geistig Behinderter, die mit Spaß und Enthusiasmus diesem Sport nachgehen. Bis ins hohe Alter betreute Greta Blunck als Initiatorin und Schirmherrin diese Gruppe. Vor allem wegen dieser integrativen und sozialen Arbeit erhielt sie 2008 das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Sport aktuell | 20.11.2025 | 15:17 Uhr

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