Bremen: Die Heimat der Stadtmusikanten entdecken

Stand: 10.06.2026 14:55 Uhr

Ein historisches Rathausensemble mit Welterbe-Status, ein modernes Hafenquartier und das Erlebnismuseum Universum: In Bremen verbinden sich 1.200 Jahre Geschichte und lebendige Urbanität.

Prächtige historische Gebäude und modernes Großstadtleben: Diese Mischung macht Bremen als Ausflugsziel besonders attraktiv. Wohl keiner lässt sich den Marktplatz im Zentrum entgehen. Besonders beeindruckt das alte Rathaus mit der detailreichen Fassade im Stil der Weser-Renaissance aus dem 17. Jahrhundert. Davor steht die mehr als zehn Meter hohe und gut 600 Jahre alte Roland-Statue, eine Symbolfigur für städtische Freiheit und Marktrecht. Das Ensemble von Rathaus und Roland zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Dom St. Petri: Weiter Blick über Bremen und Weser

Vom Roland sind es nur wenige Schritte zum Dom St. Petri. Seine Geschichte reicht bis in das Jahr 787 zurück, um 1900 wurde das frühgotisch geprägte Gotteshaus gründlich restauriert und erweitert. Besucher können den südlichen der beiden knapp 100 Meter hohen Türme über eine Wendeltreppe besteigen. Von der Aussichtsplattform bietet sich ein weiter Blick über die Stadt und die Weser.

Vom Marktplatz zum mittelalterlichen Quartier Schnoor

Schnoorviertel in Bremen
Im Bremer Schnoor-Viertel finden sich viele originelle Geschäfte.

Die Hansestadt mit rund 570.000 Einwohnern blickt auf eine mehr als 1.200-jährige Geschichte zurück, die heute noch überall präsent ist. Wie ein mittelalterliches Stadtquartier ausgesehen hat, vermittelt ein Besuch in Bremens ältestem Stadtteil, dem Schnoor. In dem früheren Fischer- und Handwerkerviertel reihen sich die kleinen bunten Häuser aneinander wie Perlen auf einer Schnur, auf Plattdeutsch "Schnoor".

Heute ist der autofreie Schnoor ein lebendiges Quartier mit Kneipen, Restaurants, Kunsthandwerkerläden und originellen Geschäften. So führt etwa ein Laden ausschließlich Weihnachtsartikel. Im Geschichtenhaus spielen Schauspieler in historischen Kostümen Szenen aus drei Jahrhunderten Bremer Vergangenheit nach. Eine Anmeldung empfiehlt sich, da immer nur eine begrenzte Anzahl von Besuchern durch die Räume geführt wird.

Schlachte: Weserpromenade mit Lokalen und Hafenmuseum

Ein beliebter Ort zum Flanieren und Feiern in den vielen Lokalen und Biergärten ist die Weserpromenade Schlachte. Nur wenige Schritte vom Marktplatz entfernt beginnt dort am Weserufer das maritime Bremen. Ausflugsschiffe laden zu Touren auf der Weser ein. Die bekannte Dreimastbark "Alexander von Humboldt" mit den grünen Segeln liegt dort als Restaurant- und Hotelschiff.

Obwohl die großen Containerschiffe heute in Bremerhaven festmachen, verfügt auch Bremen über stattliche Hafenanlagen. Die Geschichte der Bremer Häfen dokumentiert das Hafenmuseum in einem ehemaligen Lagerhaus. Es begleitet auch den Wandel des Hafengeländes am östlichen Weserufer zu einem modernen Wohn- und Kulturviertel, der Überseestadt.

Böttcherstraße: Expressionistische Backstein-Architektur und Museen

Backsteingebäude in der Bremer Böttcherstraße
Der Architekt und Kunsthandwerker Bernhard Hoetger hat die meisten Häuser der Böttcherstraße entworfen.

Wer vom Marktplatz zur Schlachte bummelt, kommt durch die Böttcherstraße. Die enge, nur gut 100 Meter lange Gasse bietet eine Mischung aus Kunst und Kultur, Gastronomie, kleinen Geschäften und Schauwerkstätten. Das Museum im Roselius-Haus, einem der ältesten Gebäude Bremens, zeigt eine Sammlung niederdeutscher Wohnkultur sowie Kunstwerke vom Mittelalter bis zum Barock.

Im Paula Modersohn-Becker Museum werden zahlreiche Werke der Künstlerin ausgestellt. Obwohl die Böttcherstraße schon im Mittelalter existierte, stammt die heutige Bebauung überwiegend aus den Jahren 1922 bis 1931. Der Kaffeekaufmann und Kunstfreund Ludwig Roselius ließ die Gasse damals mit außergewöhnlichen expressionistischen Backstein-Gebäuden gestalten. Am Haus des Glockenspiels klingen regelmäßig 30 Porzellan-Glocken. Das Relief "Lichtbringer" ist der Startpunkt für einstündige Führungen durch die Böttcherstraße.

Bremer Traditionen: Stadtmusikanten und Freimarkt

Skulpturengruppe der Bremer Stadtmusikanten auf dem Marktplatz.
Esel, Hund, Katze und Hahn sind die berühmtesten Bremer.

Die bekanntesten Bremer sind die Stadtmusikanten. Die Geschichte von den altersschwachen Tieren Esel, Hund, Katze und Hahn, die gemeinsam nach Bremen flüchten, wurde in mehrere Sprachen übersetzt. An der Westseite des Rathauses erinnert eine Skulptur an das Märchen der Brüder Grimm. Wer die beiden Vorderhufe des Esels mit den Händen umklammert, dem geht ein Wunsch in Erfüllung, sagen die Bremer.

Freimarkt: Volksfest im Oktober

Alljährlich im Oktober beginnt in Bremen die "fünfte Jahreszeit": Dann feiern die Bremer auf dem Festplatz Bürgerweide ihren Freimarkt - das größte Volksfest im Norden. Den Markt gibt es bereits seit dem Mittelalter: 1025 erhielt Bremen vom Kaiser das Recht, einen Markt abzuhalten. Das hatte große wirtschaftliche Bedeutung und war zugleich Anreiz für Gaukler und Spielleute, in die Stadt zu kommen.

Uni und Universum: Das moderne Bremen

Bremen ist nicht nur eine Hansestadt mit langer Geschichte, sondern auch eine moderne Universitätsstadt mit rund 20.000 Studierenden. Der Campus der 1971 gegründeten Uni liegt außerhalb der Innenstadt im Stadtteil Horn-Lehe, der auch für seinen großen Technologiepark bekannt ist. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Uni befindet sich das Erlebnismuseum Universum. In dem modernen, an einen riesigen Wal erinnernden Bau können Besucher naturwissenschaftlichen Phänomenen auf den Grund gehen.

Universum Bremen - Science Center

Experimentieren, forschen, staunen: Im Universum Bremen erleben die Besucher wissenschaftliche Phänomene hautnah.

Blockland: Erholungsgebiet mit Landwirtschaft auf 35 Höfen

In Deutschlands kleinstem Bundesland gibt es viel Natur zu entdecken. Der Stadtstaat verfügt über mehr als 30 Natur- und Landschaftsschutzgebiete. Eine ländliche Idylle findet, wer ins Blockland fährt. Bremens am dünnsten besiedelter Stadtteil, eigentlich ein Dorf, schmiegt sich direkt an die Großstadt. Jahrhundertelange Landwirtschaft hat das ehemalige Moor, ein Überschwemmungsgebiet von Weser und Wümme, in eine Kulturlandschaft verwandelt.

Weiden und ein Kanal im Bremener Blockland
Das Blockland ist der ländlichste Teil Bremens und lohnt einen Ausflug.

Heute bildet das Blockland Bremens größtes zusammenhängendes Agrargebiet. In dem Dorf leben nur etwa 400 Menschen. Auf einigen Höfen wird noch Landwirtschaft, überwiegend Milchwirtschaft, betrieben.

Behutsamer Tourismus soll dazu beitragen, dass das Blockland mit seiner intakten Dorfstruktur erhalten bleibt. Manche Hofgebäude, die nicht mehr genutzt werden, wurden zu Ferienwohnungen umgebaut. Ausflügler kommen in den zahlreichen Gartenlokalen auf ihre Kosten. Zum Spazierengehen, Radfahren oder Inlineskaten lädt der rund 15 Kilometer lange Deich an der Wümme ein. Mit dem Auto darf das Gebiet nur von Anwohnern befahren werden.

Bremerhaven: Havenwelten mit Schifffahrtsmuseum, Zoo und Klimahaus

Außenansicht des Klimahauses Bremerhaven bei Nacht
Das Klimahaus ist eines der vielen interessanten Museen an der Tourismusmeile Havenwelten.

Etwa 70 Kilometer nördlich der Stadt Bremen liegt Bremerhaven, das ebenfalls zum Bundesland Bremen gehört. Als die Weser immer mehr versandete, gründete die Hansestadt Bremen 1827 diesen Hafen an der Wesermündung und festigte damit ihre Bedeutung als Handelsmetropole. Heute ist der Hafen nach Hamburg der zweitgrößte in Deutschland. Wer ihn genauer kennenlernen möchte, kann eine zweistündige Rundfahrt mit dem Hafenbus unternehmen. Sie führt durch die weitläufigen Anlagen mit Container-Terminal, Auto-Terminal und dem Bereich, in dem große und schwere Güter umgeschlagen werden.

Im historischen Hafen liegen heute ganzjährig mehrere Traditionsschiffe, darunter das grüne Segelschiff Alexander von Humboldt II . Er ist Teil der Havenwelten, einer maritimen Erlebnismeile direkt am Wasser mit vielen Sehenswürdigkeiten. Dazu zählen neben dem Deutschen Schifffahrtsmuseum das Auswandererhaus, der Zoo am Meer, das Historische Museum, das Klimahaus und ein Museums-U-Boot.

Blick auf alte Giebelhäuser am Bremen Marktplatz.
21 Bilder

Bremen: Heimat von Roland und Stadtmusikanten

Bremens Innenstadt

Zwei Personen klettern auf einen Mast.

Bei der "Alexander von Humboldt II" steht der Schiffs-TÜV an. Das segelnde Klassenzimmer ist rostig und muss überholt werden.

Der Eingang des Bremer Geschichtenhauses.

In einem alten Packhaus im historischen Schnoorviertel befindet sich das "lebendige Museum", das mehr ist als eine Touristenattraktion.

Das Klimahaus Bremerhaven

Klimahaus, Schifffahrtsmuseum oder Zoo: An der Erlebnismeile Havenwelten direkt an der Weser gibt es viel zu entdecken.

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | NDR Info | 03.06.2026 | 16:00 Uhr

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