Kiel und die Förde: Tipps für schöne Ausflüge
Kiel und die Förde locken nicht nur mit Stränden und viel Wasser, sondern auch mit überraschenden Ausflugszielen. Dazu zählen Wildtiere wie Bisons, ein Urwelt-Mammutbaum und ein U-Boot.
Besuchermagnet und wichtigstes Ereignis ist die jedes Jahr im Juni stattfindende Kieler Woche. Das größte Segelsportevent der Welt mit umfangreichem Rahmenprogramm dauert neun Tage und lockt Tausende Sportler und rund drei Millionen Gäste aus dem In- und Ausland an die Förde. Neben dem maritimen Spektakel bietet Kiel aber viele weitere interessante Freizeitmöglichkeiten für jeden Geschmack.
Tiergehege mit vielen Wildtier- und Haustierarten
In gleich fünf städtischen Tiergehegen leben mehr als 200 einheimische und in Schleswig-Holstein eingebürgerte Wildtier- sowie europäische Haustierarten. Auerochsen, Bisons, Islandpferde, Sika-Hirsche und Wisente sind nur einige der gehaltenen Rassen. Der teils unmittelbare Kontakt zu den Tieren und die schönen Wald- und Parkflächen machen die Gehege zu einem idealen Ziel für Naturliebhaber und Familien mit kleinen Kindern. Teilweise führen Wanderwege von außerhalb durch die Parks. Die Tiergehege Suchsdorf, Tannenberg, Hasseldieksdamm, Uhlenkrog und Hammer sind ganzjährig geöffnet, der Eintritt ist frei.
Ausstellungen und Museen an der Kieler Förde besuchen
Auch an Museen mangelt es in Kiel nicht. Ob Schifffahrtsmuseum, die Medizin- und Pharmaziehistorische Sammlung der Christian-Albrechts-Universität, Zoologisches Museum oder Mediendom mit Multimedia-Projektionen des Universums - insgesamt 17 Häuser mit verschiedenen Themenschwerpunkten laden zu interessanten Rundgängen und Vorführungen ein. Das Stadtmuseum Warleberger Hof, das sich in einem ehemaligen Adelshof von 1616 befindet, bietet wechselnde Ausstellungen zu Kunst, Kultur und Geschichte der Stadt im 19. und 20. Jahrhundert. Acht Museen sind zentral gelegen und bieten sich bei einem Spaziergang durch die Innenstadt zum Besuch an. Die Kunsthalle, das größte Museum der Landeshauptstadt, wird derzeit saniert und soll 2029 wieder öffnen.
Aquarium: Fische, Krebse, Korallen und Seehunde
Wer die Bewohner unserer Meere, Seen und Flüsse aus nächster Nähe beobachten möchte, ist im Aquarium Geomar des Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung richtig. Es bietet in zahlreichen Schaubecken Einblicke in Flora und Fauna der Unterwasserwelt. Die kleinen Becken ermöglichen es den Besuchern, Fische, Krebse, Korallen und andere Lebewesen genau zu studieren. Zu sehen gibt es unter anderem Anemonenfische, Heringe, Quallen, Doraden oder bunte tropische Fische. Eine besondere Attraktion sind die Seehunde, die in einer Außenanlage leben und regelmäßig öffentlich gefüttert werden.
Botanische Gärten: Urwelt-Mammutbaum und Victoria-Seerose
In Kiel gibt es zwei botanische Gärten. Der Alte Botanische Garten wurde im 19. Jahrhundert zunächst als privater Landschaftsgarten entworfen und 1868 von der Universität Kiel übernommen. Er liegt am Rande der Kieler Altstadt und befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Förde. Die Anlage besticht durch einen alten, vielfältigen Baumbestand, zu dem sogar ein Urwelt-Mammutbaum gehört. Die Wege führen an naturnaher krautiger Flora, Staudenbeeten, Erholungsflächen sowie Arznei- und Giftpflanzen vorbei. Der romantische Aussichtspavillon von 1891 bietet einen schönen Blick auf die Förde.
Ende der 70er-Jahre wurde der Botanische Garten auf dem Gelände der Christian-Albrechts-Universität am Stadtrand eröffnet. Dort gibt es vielfältige Baumsammlungen (Arboreten), die nach Regionen (Asien, Amerika und Europa) gruppiert sind. Der Garten präsentiert zudem verschiedene Ökosysteme wie Düne, Erlenbruch, Wald, Heide und Moor sowie einen Arzneipflanzengarten. Gleich neun große Schaugewächshäuser beherbergen Raritäten ferner Vegetationszonen: So gibt es neben dem Tropen- auch ein Nebelwaldhaus sowie eines für Mangroven und tropische Wasserpflanzen wie die größte Seerose der Welt, die "Viktoria".
Marine-Ehrenmal und U-Boot in Laboe
Wie ein mahnender Zeigefinger ragt das Marine-Ehrenmal in Laboe 85 Meter hoch über die Kieler Außenförde hinaus. Nach einer Bauzeit von etwa sieben Jahren wurde es im Jahr 1936 eingeweiht, um an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs zu erinnern. Heute ist es ein Mahnmal für auf See Gebliebene aller Nationen. Zum Gebäudekomplex gehört eine unterirdische Gedenkhalle sowie die Historische Halle mit Schiffsmodellen und Exponaten zur Marine- und Seefahrtsgeschichte. Über 341 Stufen oder mit zwei Aufzügen erreichen Besucher die Aussichtsplattform mit einem beeindruckenden Blick über Förde und Ostsee.
Auf dem Strandabschnitt vor dem Ehrenmal steht U 995, ein deutsches U-Boot der ehemaligen Kriegsmarine aus dem Zweiten Weltkrieg. Es kann besichtigt werden.
Baden und schwimmen am Ostseestrand
Wer gern schwimmt, kommt in Kiel voll auf seine Kosten, schließlich liegt die Stadt direkt am Meer. Strände mit Bademöglichkeit gibt es in Schilksee, Strande, Laboe, Heidkate, Friedrichsort (Falckensteiner Strand), Heikendorf und Schönberg. Vom Strand in Schilksee sind die Segelschiffe des Olympiajachthafens zu sehen und der Strand Falckenstein lockt mit feinem Sand und dem unverstellten Blick auf Kreuzfahrtschiffe und Fähren. Außerdem gibt es mehrere Hallen- und Freibäder - für alle, die gern festen Boden unter den Füßen haben oder auf Bahnen schwimmen möchten.
Stadtgarten-Wanderweg: Auf grünen Wegen um die Förde
Die grüne Seite der Stadt kann man bei einer Wanderung auf dem 44,5 Kilometer langen Stadtgarten-Wanderweg entdecken. Die Route führt an der Förde entlang vom nördlich gelegenen Schilksee bis zum Strand Hasselfelde im Stadtteil Mönkeberg. Vorbei geht es an Kleingartenanlagen, Friedhöfen und dem Botanischen Garten der Universität sowie durch Wälder und freie Landschaft. Die Stadt Kiel bietet die Route als GPX-Datei zum Download an.