Hannoverscher Bahnhof: Gedenkort für NS-Opfer in der Hafencity
Vom Hannoverschen Bahnhof in der heutigen Hamburger Hafencity wurden während der NS-Zeit Tausende Menschen in den Tod geschickt. Heute erinnert daran ein Gedenkort. Das geplante Dokumentationszentrum verzögert sich.
Mindestens 8.071 Juden, Sinti und Roma wurden vom Hannoverschen Bahnhof in die Ghettos und nationalsozialistischen Knzentrations- und Vernichtungslager in Osteuropa deportiert. Der Bahnhof selbst wurde 1955 abgerissen, auf dem einstigen Bahnhofsgelände erstreckt sich heute der Lohsepark. Nur noch ein Relikt des Bahnsteigs erinnert an die Deportationen und ist ein zentrales Element der 2017 eingeweihten Gedenkstätte "denk.mal Hannoverscher Bahnhof".
Gedenkstätte entlang des Gleisverlaufs
Die sogenannte Fuge zeichnet den früheren Gleisverlauf nach. Sie führt vom ehemaligen Bahnhofsvorplatz durch den Park bis zum Relikt des historischen Bahnsteigs, von dem die Züge in Richtung Osten abfuhren.
Am ehemaligen Bahnsteig 2 mit seinen Gleisen erinnert eine große Steinplatte an die Deportationen. Seitlich an der Bahnsteigkante sind auf 20 Tafeln alle bekannten Deportierten namentlich genannt - es sind mehr als 7.700 Namen. Die ermittelte Zahl der verschleppten Hamburger Juden, Sinti und Roma liegt allerdings noch höher.
Dokumentationszentrum verzögert sich
Ergänzend zum Gedenkort soll ein Dokumentationszentrum mit einer Dauerausstellung entstehen, die sich mit den Schicksalen der deportierten norddeutschen und Hamburger Bürger beschäftigt. Doch der Bau verzögert sich seit Jahren. Ursprünglich war die Eröffnung bereits für 2013 geplant. Hintergrund der Verzögerungen ist ein Streit des privaten Sponsors Harm Müller-Spreer mit dem Senat um Steuererleichterungen für den Bau.
Bislang ist lediglich eine kleine Ausstellung in einem provisorischen Info-Pavillon zu sehen, der in einem Container im Lohsepark untergebracht ist..