Video: Alkoholverbot soll für mehr Sicherheit an Bahnhöfen sorgen (2 Min)

Schleswig-Holsteins Bahnhöfe sollen alkoholfrei werden

Stand: 21.07.2026 23:11 Uhr

Die Deutsche Bahn will den Konsum von Alkohol an allen Bahnhöfen in Deutschland verbieten. Der Fahrgastverband Pro Bahn und die Gewerkschaft der Polizei in Schleswig-Holstein begrüßen das geplante Alkoholverbot.

Schon seit mehr als zwei Jahren darf im Hamburger Hauptbahnhof kein Alkohol mehr getrunken werden - und die Zahl der Konflikte und Auseinandersetzungen ist merklich zurückgegangen. Das zumindest erklärt Bahn-Chefin Evelyn Palla. Jetzt will die Deutsche Bahn ein Alkoholverbot auf allen 5.400 Bahnhöfen in Deutschland durchsetzen - als Nächstes soll zum 1. September neben Berlin und Braunschweig auch der Hauptbahnhof in Kiel alkoholfrei werden. Bis Mitte Oktober soll das Alkoholverbot laut Bahn an allen Bahnhöfen bundesweit gelten.

Alexander Poitz, stellvertretender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei.

Schwierig sei aber die Umsetzung des Verbots, sagte der GdP-Vize-Vorsitzende Alexander Poitz auf NDR Info. Darin sieht er eine große Herausforderung.

GdP: 28.000 Gewaltdelikte auf Bahnhöfen und in Zügen in 2025

Sowohl der Fahrgastverband Pro Bahn als auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Schleswig-Holstein befürworten den Bahn-Vorstoß. Thomas Wulff, der zuständige GdP-Vorsitzende der Bundespolizei in Schleswig-Holstein, erklärte, dass man grundsätzlich für dieses Verbot sei. Rund 28.000 Gewaltdelikte habe es bundesweit auf Bahnhöfen und in Zügen im vergangenen Jahr gegeben - und bei vielen dieser Taten habe Alkohol eine Rolle gespielt.

Wulff sieht allerdings ein Problem bei der Durchsetzung: Es gäbe einfach zu wenig Personal.

Ein Hinweisschild auf das Alkoholverbot hängt am Eingang zum Hauptbahnhof in Köln, Nordrhein-Westfalen.
Bundesweite Sicherheitsmaßnahme

Mehr Ordnung und Sicherheit in allen Bahnhöfen und Zügen: Das will die Bahn mit dem geplanten bundesweiten Alkoholverbot erreichen. Welche Regeln wo gelten sollen und wie weit das Verbot überhaupt umsetzbar ist.

ProBahn glaubt an höheres Sicherheitsgefühl

Beim Fahrgastverband Pro Bahn kommt der Vorschlag nicht nur aus Sicherheitsgründen gut an. Ohne Alkohol seien die Bahnhöfe auch sauberer. Sprecher Karl-Peter Naumann sagt: "Wenn man nicht angetrunken mit einer Flasche im Bahnhof steht, kann man diese nicht verschütten oder gar fallen lassen." Außerdem wären dann weniger Angetrunkene auf den Bahnhöfen unterwegs - dadurch könnten sich insbesondere Frauen sicherer fühlen.

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Wodkaflaschen in einem Einkaufswagen.

Die Deutsche Bahn will das Verbot mit Hilfe der Bundespolizei an allen 5.400 Bahnhöfen durchsetzen. Wie kommen die Pläne an?

Die Eingangshalle des Schweriner Hauptbahnhof

Ab Mitte Oktober will die Deutsche Bahn das Trinken von Alkohol an Bahnhöfen bundesweit verbieten. Verbände hoffen auf mehr Sicherheit und Sauberkeit.

Zwei Bahn-Mitarbeiter laufen neben einem Zug am Bahnhof Hamburg
Palla will mehr Sicherheit

Die Deutsche Bahn will künftig an allen Bahnhöfen ein Alkoholverbot durchsetzen. Sie verspricht sich mehr Sicherheit für Mitarbeiter und Reisende. In Hamburg etwa hat man damit bereits gute Erfahrungen gemacht.

Ein neues Hinweisschild zum Verbot von Alkoholkonsum ist neben einem Verbotsschild für Waffen am Hachmannplatz vor dem Hauptbahnhof zu sehen.

Das Verbot soll weitere drei Jahre gelten. In den ersten beiden Jahren des Verbots ist die Zahl der alkoholbedingten Straftaten deutlich zurückgegangen.

Ein Schild an einer Wand verbietet den Konsum von Alkohol.

Kommunen im Land sollen künftig selbst über Alkoholverbotszonen entscheiden können. Die müssen aber gut begründet sein.

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Schleswig-Holstein Magazin | 21.07.2026 | 19:30 Uhr

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