Schleswig-Holsteins Bahnhöfe sollen alkoholfrei werden
Die Deutsche Bahn will den Konsum von Alkohol an allen Bahnhöfen in Deutschland verbieten. Der Fahrgastverband Pro Bahn und die Gewerkschaft der Polizei in Schleswig-Holstein begrüßen das geplante Alkoholverbot.
Schon seit mehr als zwei Jahren darf im Hamburger Hauptbahnhof kein Alkohol mehr getrunken werden - und die Zahl der Konflikte und Auseinandersetzungen ist merklich zurückgegangen. Das zumindest erklärt Bahn-Chefin Evelyn Palla. Jetzt will die Deutsche Bahn ein Alkoholverbot auf allen 5.400 Bahnhöfen in Deutschland durchsetzen - als Nächstes soll zum 1. September neben Berlin und Braunschweig auch der Hauptbahnhof in Kiel alkoholfrei werden. Bis Mitte Oktober soll das Alkoholverbot laut Bahn an allen Bahnhöfen bundesweit gelten.
GdP: 28.000 Gewaltdelikte auf Bahnhöfen und in Zügen in 2025
Sowohl der Fahrgastverband Pro Bahn als auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Schleswig-Holstein befürworten den Bahn-Vorstoß. Thomas Wulff, der zuständige GdP-Vorsitzende der Bundespolizei in Schleswig-Holstein, erklärte, dass man grundsätzlich für dieses Verbot sei. Rund 28.000 Gewaltdelikte habe es bundesweit auf Bahnhöfen und in Zügen im vergangenen Jahr gegeben - und bei vielen dieser Taten habe Alkohol eine Rolle gespielt.
Wulff sieht allerdings ein Problem bei der Durchsetzung: Es gäbe einfach zu wenig Personal.
ProBahn glaubt an höheres Sicherheitsgefühl
Beim Fahrgastverband Pro Bahn kommt der Vorschlag nicht nur aus Sicherheitsgründen gut an. Ohne Alkohol seien die Bahnhöfe auch sauberer. Sprecher Karl-Peter Naumann sagt: "Wenn man nicht angetrunken mit einer Flasche im Bahnhof steht, kann man diese nicht verschütten oder gar fallen lassen." Außerdem wären dann weniger Angetrunkene auf den Bahnhöfen unterwegs - dadurch könnten sich insbesondere Frauen sicherer fühlen.
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