Kirchen-Reformen: Synode beschließt neue Regeln für Beschäftigte
Die Landessynode der Nordkirche ist am Sonnabend zu Ende gegangen. Dabei wurden unter anderem neue Regeln für die Beschäftigten beschlossen. Ab 2027 sollen zudem drei Bischöfe die Nordkirche leiten.
Drei Tage lang haben 156 Kirchenvertreter in Lübeck-Travemünde über die Zukunft der Nordkirche beraten. Bei der Landessynode ging es unter anderem um die Frage: Müssen Beschäftigte Mitglied der Kirche sein? Künftig gilt das nicht mehr für jeden Arbeitsplatz.
Pastoren, Seelsorger oder Lehrende ausgenommen
In Zukunft soll stärker darauf geschaut werden, welche Aufgabe jemand übernimmt. Wer predigt, Seelsorge leistet oder kirchlich unterrichtet, soll weiterhin Kirchenmitglied sein müssen. Ausnahmen gibt es bei Küstern oder Kita-Leitungspositionen - dort soll die Mitgliedschaft künftig als Soll-Vorschrift gelten. Pauschale Ausschlussgründe entfallen - entscheidend ist stets der konkrete Einzelfall. Bei Beschäftigten in Pflege, Kita oder Verwaltung soll die Zugehörigkeit zu einer Kirche dagegen künftig weniger entscheidend sein.
Ver.di: Entwurf lässt zu viel Spielraum
Die Gewerkschaft ver.di sagte vorab, dass die Kirche damit offiziell macht, was längst Lebensrealität ist. Auch Kirche und Diakonie seien vom Fachkräftemangel betroffen. Zugleich kritisiert ver.di den Entwurf - er lasse noch zu viel Spielraum bei der Frage, für welche Tätigkeiten eine Kirchenmitgliedschaft verlangt werden darf.
Die Nordkirche reagiert mit der Reform auch auf ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts zum kirchlichen Arbeitsrecht. Hintergrund sind Gerichtsentscheidungen zur Kirchenmitgliedschaft als Voraussetzung für eine Beschäftigung.
Neue Leitung der Nordkirche ab 2027
Außerdem will die Nordkirche ihre bischöfliche Leitung neu aufstellen. Das Amt der Landesbischöfin soll nach dem Ausscheiden von Kristina Kühnbaum-Schmidt 2027 nicht neu besetzt werden. Stattdessen sollen die drei Bischöfe der Sprengel für die Regionen Schleswig und Holstein, Hamburg und Lübeck sowie Mecklenburg und Pommern künftig gemeinsam an der Spitze der Nordkirche stehen.