Südlink: Ein Stromkabel und seine Geschichte - eine Chronologie

Stand: 17.08.2026 20:29 Uhr

Das Ende der Südlink-Bauarbeiten im Norden rückt näher: Heute wurde der Durchbruch des Tunnelbohrers auf der niedersächsischen Seite bei Wischhafen symbolisch gefeiert. Was bisher geschah.

von Sven Jachmann

Mit einem symbolischen Akt haben Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Bündnis 90/Die Grünen) und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) heute die letzten Schippen Erde aus dem Schacht geschaufelt.

"In Schleswig-Holstein sind wir stolz, dass die neue Stromautobahn bei uns in Wewelsfleth beginnt. Der Abschnitt unter der Elbe ist das Herzstück der Trasse und mit dem Tunneldurchbruch ist sie ihrer Fertigstellung ein Stück näher gekommen", sagte Ministerpräsident Günther.

Die Stromtrasse führt durch sechs Bundesländer: von Schleswig-Holstein über Niedersachsen, Hessen und Thüringen bis nach Bayern und Baden-Württemberg. Allerdings hätte Südlink bereits 2022 in Betrieb gehen sollen - eine Chronologie:


30.05.2012 12:42 Uhr

Südlink sollte zunächst als sogenannte Freileitung gebaut werden, also überirdisch mit Strommasten. Diese Leitung sollte im selben Jahr in Betrieb gehen, in dem die letzten Atomkraftwerke abgeschaltet werden, also 2022.


03.12.2015 12:43 Uhr

2015: Bundestag beschließt: Kabel soll unterirdisch verlegt werden

In 2015 mussten die Betreiber allerdings umplanen. Denn nach heftigen Protesten gegen die oberirdische Verlegung stimmte der Bundestag einer unterirdischen Trasse zu. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) galt als stärkster Befürworter der unterirdischen Verlegung. Nach Angaben der Betreiber verloren sie dadurch jedoch drei Jahre Zeit.


26.03.2021 12:49 Uhr

Die Bundesnetzagentur legt den finalen, verbindlichen Erdkabel-Verlauf fest. Der Korridor, in dem die Kabel verlegt werden, ist tausend Meter breit. Wegen der unterirdischen Verlegung wurden die Planungen deutlich komplexer. Denn das Kabel durchquert rund 20.000 Grundstücke. Mit jedem einzelnen Eigentümer mussten Verhandlungen über Wegerechte und Entschädigungen geführt werden. Außerdem kamen mehr als 10.000 Hinweise aus der Bevölkerung bezüglich der geplanten Kabeltrassen. Tennet und Transnet mussten diese prüfen.


30.12.2022 12:51 Uhr

Wäre die Leitung oberirdisch gebaut worden, wäre Südlink wohl 2022 in Betrieb genommen worden und wäre zudem vermutlich deutlich billiger gewesen. Doch auch wegen der Planänderungen hat sich der Bau der Leitung um Jahre verzögert.


11.09.2023 12:54 Uhr

2023: Beginn der Arbeiten für den Elbtunnel

Eine Luftbildaufnahme der Südlink-Baustelle in Wewelsfleth
Tunnelbaustelle in Wewelsfleth - von dort startete die Tunnelbohrmaschine Richtung Wischhafen.

In Wewelsfleth beginnt Tennet mit den ersten Bau- und Tiefarbeiten. Von dort aus durchquert das Kabel die Elbe durch einen 5,2 Kilometer langen Elbtunnel. Dies sei ein guter Tag, der aber fünf Jahre zu spät komme, sagte der damalige Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) auf der Baustelle. Damit spielte er auf die Verzögerungen an, die das Projekt seit Jahren begleiten. "Acht Jahre Planung, das kann es nicht sein."


03.02.2025 13:08 Uhr

2025: Offizieller Start der Tunnelbohrungen

Das genaue Datum für den Start der Bohrung können die Betreiber nicht nennen. Denn der Beginn der Tunnelbohrung setzt sich nach deren Angaben aus einer Vielzahl vorbereitender Maßnahmen zusammen. Der Tunnelbohrer wird auf den Namen ELSA getauft. Er ist 190 Meter lang. Den Tunnelbau übernimmt das österreichische Unternehmen PORR AG aus Wien.


22.06.2026 08:55 Uhr

2026: Durchbruch in Wischhafen

Tunnelbauer arbeiten auf der Baustelle des Suedlink-Elbtunnels
Die Bauarbeiten am Südlink-Elbtunnel haben ein wichtiges Zwischenziel erreicht: Am Montag wurde auf der Niedersachsen-Seite der Durchbruch gefeiert.

Die Tunnelbohrmaschine ELSA erreicht im Juni Wischhafen. Nach Angaben der Betreiber wurden monatlich 300 Meter fertiggestellt. Der Mix aus Sand, Kies, Findlingen und extrem klebrigem Lauenburger Ton habe das Schneidrad des Bohrers stark gefordert. Der Tunnel ist 5,2 Kilometer lang. Die Arbeiter haben zudem die Tunnelwände mit Betonsegmenten ausgekleidet, um die Röhre zu stabilisieren.

Die Kabel für die Elbquerung sollen laut TenneT im Herbst 2026 in Wewelsfleth (Kreis Steinburg) angeliefert werden. Auch beim Konverterbau gibt es bereits Fortschritte: In Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) ist der Betonbau abgeschlossen, die Transformatoren sind installiert, der Innenausbau läuft. In Wilster ist im Herbst 2026 Richtfest geplant.

2027: Kabel sollen durch den Tunnel gezogen werden

Der Kabeleinzug durch den fertigen Elbtunnel ist für 2027 vorgesehen. Sechs Gleichstromkabel – darunter zwei Notfallkabel – müssen noch im Tunnel verlegt werden. Durch das Südlink-Kabel sollen bis zu vier Gigawatt Strom fließen können. Das entspreche der Leistung von rund drei Kernkraftwerken, so die Betreiber von Tennet und Transnet BW.

Eine Aufnahme einer Baustelle
Nach Verlegung von Südlink wird der Bereich um die Baustelle komplett zurückgebaut. Dort soll nur noch ein zweistöckiges Betriebsgebäude stehen.

Südlink soll Ende 2028 in Betrieb genommen werden. Dann fließt durch das Kabel Windstrom von Schleswig-Holstein nach Süddeutschland. Umgekehrt kann auch Strom von Süddeutschland in den Norden transportiert werden.

Die Menschen, sagte Ministerpräsident Günther am Montag, würden dank dieser Projekte von sinkenden Strompreisen profitieren. Außerdem sei die neue Leitung ein wichtiger Standortfaktor. Schleswig-Holstein, so Günther, sei somit für Datencenter und Speicher auch dank dieser Leitung ein attraktiver Standort.

Ein Modell zeigt den SuedLink-Tunnel zwischen Wischhafen und Wewelsfleth.

Der Tunnel zwischen Wewelsfleth und Wischhafen ist fertiggestellt. Er gilt als Meilenstein beim Bau der Stromautobahn.

Arbeiter in einer bunt beleuchteten Baugrube, in der sich ein Tunnelbohrer befindet.

Der Tunnel wird von Wewelsfleth unter der Elbe bis nach Wischhafen in Niedersachsen führen.

Tunnelbauer arbeiten auf der Baustelle des Suedlink-Elbtunnels

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Sieben Transformatoren sind nach einer elf-wöchigen Schiffsreise angekommen. Es ist ein wichtiger Schritt für den Südlink.

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Schleswig-Holstein Magazin | 17.08.2026 | 19:30 Uhr

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