Zahlreiche Frauen streikten am Montag für mehr Sichtbarkeit
Einen Tag nach dem Weltfrauentag waren Frauen bundesweit zum Streik aufgerufen. Im Fokus stand die ungleiche Verteilung von sogenannter Care-Arbeit und Gewalt gegen Frauen.
Am Montag fanden im Land zahlreiche Aktionen im Rahmen eines "Frauenstreiks" statt. Demonstrationen waren beispielsweise Kiel, Itzehoe und Rendsburg geplant, um unter anderem auf unbezahlte Arbeit oder Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen. In Flensburg fand eine sogenannte Wut-Performance auf dem Südermarkt statt.
Töchterkollektiv rief zum Streik auf
Das sogenannte Töchterkollektiv hatte bundesweit zum Frauenstreik aufgerufen - an einem Werktag. Der gesamte Streiktag stand demnach unter dem Motto "Enough" (auf deutsch: genug). Die Veranstalterinnen wollten auf die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen, den Umgang mit Femiziden und Gewalt gegen Frauen sowie die mangelnde Wertschätzung für unbezahlte Arbeit wie Kinderbetreuung und Pflege aufmerksam machen.
Am internationalen Frauentag am Sonntag sind bereits tausende Menschen im Land auf die Straße gegangen, um für Frauenrechte zu demonstrieren.
Landesfrauenrat: Ohne Frauen steht vieles still
Auch der Landesfrauenrat Schleswig-Holstein begrüßt den Streik. Laut der Vorsitzenden Birte Kruse-Gobrecht ist der Streik beziehungsweise das "Nichtstun" eine gute Maßnahme, "die aufrüttelt und hoffentlich sehr deutlich macht, was alles ohne Frauen stillsteht".
Touré: Frauen übernehmen Mehrheit von unbezahlter Arbeit
Gleichstellungsministerin Aminata Touré (Grüne) traf sich am Montag mit "Omas gegen Rechts" sowie Schülerinnen zu einem generationsübergreifenden Frauenfrühstück. Laut Touré wird die Mehrheit von unbezahlter Arbeit wie Kinderbetreuung und Pflege hauptsächlich von Frauen übernommen.
Touré sieht es als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die Unterschiede zu überwinden. Das Ministerium arbeite an den Rahmenbedingungen, "gleichzeitig müssen aber vor allem auch Männer ihren Teil beitragen, indem sie sich beruflich auch mal zurücknehmen, mehr Arbeit zu Hause übernehmen und grundsätzlich klassische Geschlechterrollen hinterfragen", meint die Ministerin.