Urlaub mit Hund in Schleswig-Holstein: Diese Regeln gelten
Dürfen Hunde in Schleswig-Holstein mit an den Strand? Wo sind Auslaufflächen und Hundewälder? Muss mein Hund gechipt sein? Diese Regeln gelten für den Urlaub mit Hund an der Ostsee und Nordsee.
Für viele Hundehalter ist es selbstverständlich, ihren Vierbeiner bei der Urlaubsplanung mitzudenken. Dazu gehört nicht nur die Suche nach tierfreundlichen Unterkünften und Ausflugszielen, sondern auch das Nachschlagen der vor Ort geltenden Regeln. Wir fassen zusammen, wo in Schleswig-Holstein Leinenpflicht herrscht, wo Hunde besonders gut toben können und was es sonst noch bei einem Urlaub in Schleswig-Holstein mit Hund zu beachten gibt.
Urlaub mit Hund am Meer: Dürfen Hunde mit auf den Strand?
- In der Hauptsaison (vom 1. April bis zum 31. Oktober) sind Hunde nur an ausgewiesenen Hundestränden erlaubt. In einigen Regionen wie der Lübecker Bucht endet das Hundeverbot bereits am 1. Oktober. Dabei gilt: Hinweisschild mit grüner Pfote: ohne Leine erlaubt, Schild mit roter Pfote: Hunde müssen angeleint sein.
- Ausnahmen sind zum Beispiel der Kurstrand von Holnis/Glücksburg und Sandwig/Glücksburg. Hier ist die Mitnahme von Hunden ganzjährig nicht erlaubt.
- An der Nordsee dürfen Hunde nicht mit an die Badestellen Elpersbüttel, Büsum Hauptstrand, Perlebucht (Familienlagune) und Friedrichskoog-Spitze (Ausnahme ist hier der neue Hundestrand am Trischendieker Strand)
- In vielen Gemeinden mit Hundestränden können zudem spezielle Hundestrandkörbe gemietet werden.
Deiche, Dünen, Wälder: Wo in SH Leinenpflicht gilt
- In öffentlichen Bereichen wie Fußgängerzonen, auf Märkten, in öffentlichen Gebäuden und in Verkehrsmitteln des ÖPNV müssen Hunde immer an der Leine geführt werden.
- Auch in öffentlichen Parks und anderen Grünanlagen, zum Beispiel Gärten, dürfen Hunde nur an der Leine mitgenommen werden.
- In Wäldern, Naturschutzgebieten und Nationalparks, wie beispielsweise dem Wattenmeer, herrscht ganzjährig Leinenpflicht. Auch bei Wattwanderungen müssen Hunde angeleint werden.
- In Dünen und auf Deichen dürfen Hunde ebenfalls nicht frei laufen.
- In der gesamten Holsteinischen Schweiz gilt Leinenpflicht in der Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit zwischen 1. April und 15. Juli.
Gar nicht mitgenommen werden dürfen Hunde zum Beispiel in Kirchen, Theater, Badeanstalten und auf Kinderspielplätze.
Auslaufflächen und Hundewälder
Ohne Leine austoben können sich Hunde in ausgewiesenen Hundeauslaufflächen. Die Gemeinden informieren auf ihren Webseiten über die Gebiete. Sie befinden sich zum Beispiel in Parks oder Waldgebieten, einige sorgen für zusätzliche Beschäftigung mit einem Agility Parcours. In St. Peter-Ording (Kreis Nordfriesland) gibt es auch zwei Hundeauslaufgebiete direkt am Strand. Wer lieber Bäume mag, kann auch einen der insgesamt vierzehn Hundewälder besuchen. Hier können Hunde in eingezäunten Waldgebieten toben.
Urlaub mit Hund in Dänemark
Bereits für die Einreise sind ein paar Dinge zu beachten. Der Hund muss gechipt oder anhand einer Tätowierung erkennbar sein. Außerdem muss der Europäische Heimtierausweis ins Gepäck. Drei Wochen vor Reise muss der Hund zudem gegen Tollwut geimpft sein. In Dänemark dürfen Hunde in den meisten Fällen mit an den Strand - ausgewiesene Hundestrände gibt es nicht.
Es gilt grundsätzlich Leinenpflicht. In der Nebensaison von Oktober bis April dürfen die Vierbeiner ohne Leine laufen. In Wäldern besteht ganzjährig Leinenpflicht. Aber in Dänemark gibt es Hundewälder, in denen die Hunde frei laufen können.
Wer länger als vier Wochen in Dänemark mit Hund bleiben möchte, muss sich ins dänische Hunderegister eintragen. 13 Hunderassen sind in Dänemark verboten und dürfen laut dänischem Außenministerium nicht mitgebracht werden.
Strenge Regeln für Hunde auf Helgoland
Auf der Hochseeinsel Helgoland sind Hunde willkommen, es gibt jedoch Regeln gemäß des Helgoländer Hundeführers für Vierbeiner und ihre Halter. Auf der Hauptinsel müssen die Tiere das ganze Jahr über an die Leine. Im Naturschutzgebiet auf der Düne und auch auf dem Südstrand sind Hunde gar nicht gestattet. Auslaufflächen bieten der "Kringel", die sogenannte Auslauffläche und der Nordstrand bei der Jugendherberge.
Auch bei der Anreise auf die Insel gelten besondere Bedingungen - so müssen die Tiere bei der Reservierung angegeben werden. Die Insel weist zudem darauf hin, dass es auf der Insel keinen Tierarzt gibt.
Abkühlung gefällig? Eis für Hunde
Viele Eisdielen im Land bieten auch Erfrischungen für Hunde an. Spezielles Hundeeis bieten unter anderem Eisdielen in Rendsburg, Kiel, Lübeck und Sylt an. Die Sorten wie Rind-Karotte oder Lachseis sind laktose- und glutenfrei, enthalten keinen Zucker oder Schokolade.
Aktivitäten mit Hund: Radtouren, Stand-Up-Paddling, Wattführung, Kanu-Touren
Damit auch das vierbeinige Familienmitglied im Urlaub voll auf seine Kosten kommt, gibt es in Schleswig-Holstein viele Angebote.
Auf Sylt bieten viele Fahrradverleihe Hundeanhänger oder Körbe zum Transport der Vierbeiner an - außerdem fahren Hunde in öffentlichen Verkehrsmitteln kostenlos mit.
Einen Stand-Up-Paddel-Kurs mit Hund gibt es zum Beispiel in Kiel, Harrislee (Kreis Schleswig-Flensburg) oder in Kellenhusen (Kreis Ostholstein). Auch viele Kanu- oder Kajak-Verleiher erlauben Hunde, sodass eine Paddel-Tour mit Vierbeiner möglich ist. Hunde-Wattführungen werden in Nordermeldorf oder Friedrichskoog (Kreis Dithmarschen) angeboten. Achtung: Leinenpflicht! In Grömitz (Kreis Ostholstein) gibt es zum Beispiel Krimi-Touren oder Geocaching mit Hund.
Kennzeichnungspflicht für Hunde in SH
Hunde müssen auch in Schleswig-Holstein eindeutig einem Halter zugeordnet werden können. Der Hundehalter muss anhand eines Halsbandes oder einer ähnlichen Kennzeichnung erkennbar oder ablesbar sein. Eine einfache Handynummer reicht in diesem Fall als einzige Angabe nicht aus. Reisende aus dem europäischen Ausland brauchen außerdem einen Heimtierausweis für ihren Vierbeiner.
Im Notfall können Impfpass, Gesundheitszeugnis und Versicherungsnummer der Haftpflichtversicherung des Hundes sinnvoll sein - Halter sollten deshalb daran denken, diese Dokumente mitzunehmen. Ist das Tier gechipt, kann es schneller gefunden werden, falls es sich im Urlaub verirrt oder ausbüxt.
Kot entfernen ist Pflicht
Die Hinterlassenschaften des eigenen Hundes zu entfernen, sollte ohnehin selbstverständlich sein und ist in Schleswig-Holstein zudem Pflicht. Entsprechende Beutel - sogenannte "Schietbüddel" - stehen an vielen Ecken kostenlos bereit.
Ist der Hund nicht richtig gekennzeichnet, läuft trotz Anleinpflicht frei oder bleiben Hinterlassenschaften liegen, kann dies als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldstrafe von bis zu 10.000 Euro geahndet werden.
Unerwünschte Hunderassen gibt es nicht
Eine Liste mit in Schleswig-Holstein nicht erlaubten Hunden gibt es seit einigen Jahren nicht mehr. Stattdessen gilt das Verhalten des einzelnen Tieres als Richtlinie. Hunde, die einen Menschen gebissen haben oder aggressives Verhalten gegenüber Menschen gezeigt haben, Tiere gebissen, gehetzt oder gerissen haben, werden als gefährlich eingestuft. Damit haben Hund und Halter gesonderte Auflagen zu erfüllen.