Wälder in Niedersachsen sind weiter stark geschädigt
Der aktuelle Waldzustandsbericht zeigt: Den Wäldern in Niedersachsen geht es weiterhin nicht gut. Grund dafür sind vor allem die Folgen des Klimawandels. Immerhin: Es sterben weniger Bäume als im Vorjahr.
Das Land Niedersachsen hat am Montag den Waldzustandsbericht 2025 vorgestellt. Die wichtigste Erkenntnis lautet: Der Zustand der Wälder in Niedersachsen bleibt angespannt. Die mittlere Kronenverlichtung - also der Anteil fehlender Blätter oder Nadeln - liegt mit 23 Prozent auf dem höchsten Stand seit Beginn der Messungen. 4,2 Prozent der Bäume gelten demnach als stark geschädigt. Zugleich ist der Wert bei neu abgestorbenen Bäumen auf den niedrigsten Wert seit 2019 gesunken.
Klimawandel setzt Wälder unter Druck
Der Bericht sieht den Klimawandel als Hauptursache für die weiter schwierige Lage in den niedersächsischen Wäldern. Das untersuchte Vegetationsjahr 2024/2025 war eines der wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen. Gleichzeitig machten fehlende Niederschläge den Bäumen zu schaffen. Zwischen Februar und Juni fiel nur etwa die Hälfte des üblichen Regens. Diese Trockenperiode stoppte die Erholung der Wälder. Das Zusammenspiel von Hitze und Wassermangel hat Folgen. Es schwächt die Bäume und macht sie anfälliger für Krankheiten, Pilze und Insekten.
Probleme bei älteren Eichen
Die Baumarten reagieren unterschiedlich auf diese Entwicklungen. Bei Eichen verzeichnet der Bericht große Schäden. Die Kronenverlichtung beträgt 34 Prozent. Bei älteren Eichen sind es sogar 39 Prozent. Die häufigste Baumart in Niedersachsen ist die Kiefer. Ihr Bestand ist vergleichsweise robust und stabil. Allerdings steigt auch bei ihr laut Bericht die Kronenverlichtung an. Das gilt vor allem für ältere Kiefern. Enorme Schäden gibt es weiterhin bei Fichten: Sie hatten neben den Klimafolgen in den vergangenen Jahren besonders unter dem Borkenkäfer zu leiden.
Schäden durch den Borkenkäfer gehen zurück
Mittlerweile befindet sich der Borkenkäfer in Niedersachsen auf dem Rückzug. Die Insekten hatten zum Beispiel im Harz massive Schäden angerichtet. Dieser Trend scheint gestoppt. Der Waldzustandsbericht nennt für das Jahr 2025 die entsprechende Schadholzmenge von 11.649 Kubikmeter. Im Vorjahr waren es noch 27.119 Kubikmeter. Dafür breitet sich der Pilz "Diplodia" aus. Grund dafür sind die gestiegenen Temperaturen. Betroffen davon waren insbesondere Kiefern.
Land Niedersachsen setzt auf Umbau und Schutz
Als Konsequenz aus dem Waldzustandsbericht 2025 will Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte (Grüne) den Umbau der Wälder fortsetzen. Dafür stehen inklusive der Bundesmittel 44 Millionen Euro bereit. Ziel seien Mischwälder mit vielen verschiedenen Baumarten, die dem Klimawandel trotzen können. "Die Wälder spielen beim Klimaschutz eine bedeutende Rolle, sind aber zunehmend selbst Leidtragende der Klimakrise geworden", sagte Staudte bei der Vorstellung des Berichtes in Hannover. Sie nannte die Analyse wörtlich einen "Waldschadensbericht".