Varel: Größte Moor-Photovoltaikanlage in Deutschland eröffnet
In Varel (Landkreis Friesland) ist am Montag der bundesweit größte Moor-Solarpark eröffnet worden. Er wurde auf einer wiedervernässten Moorfläche errichtet. Die Betreiber wollen mit der Anlage CO2 einsparen - und rentabel arbeiten.
Die Photovoltaikanlage ist so groß wie etwa 40 Fußballfelder und soll für mehr als 9.000 Haushalte Strom liefern. Davon gehen die Projektpartner aus. Dazu gehören das Energieunternehmen WI Energy GmbH, die emt²gruppe aus dem Emsland und zwei Landwirte aus Varel. Die Anlage wurde in der Nähe der A29 bei Varel errichtet. Bereits zu Beginn dieses Jahres ist sie ans Netz gegangen.
Anlage soll jährlich 23.000 Tonnen CO2 einsparen
Weil die Anlage auf einer wiedervernässten Moorfläche steht und nicht nur Strom liefert, sondern das Areal auch weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden kann, ist es laut der Betreiber ein Innovationsprojekt, das bundesweit Maßstäbe setze. Positiv blickt auch Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) zur Eröffnung auf das Projekt. Mit der Anlage sollen jährlich mehr als 23.000 Tonnen CO2 eingespart werden, kündigte Lies an.
Aufwändige Arbeiten im Moor
Der Bau der Photovoltaikanlage war anspruchsvoll, teilte das Projektteam mit. Der sehr saure Moorboden machte Spezialbeschichtungen der Unterkonstruktion erforderlich. Die Ständer wurden bis zu 4,50 Meter tief in die Erde gerammt. 18 Trafostationen stehen auf dem Gelände. Sie mussten teilweise per Traktor dorthin transportiert werden, was bei einem Gewicht von bis zu 25 Tonnen nicht so einfach war. Während die Module installiert wurden, habe man zeitgleich die Kabeltrasse gebaut. Die Solarmodule erzeugen Strom durch direkte Sonnenstrahlen und durch das reflektierte Licht der nassen Mooroberfläche, erzählt Landwirt Lars Kaper aus Varel. Er ist einer der Betreiber.
Landwirte können Fläche weiter bewirtschaften
Unter den aufgeständerten Modulen ist bis zu 2,10 Meter Platz. Dadurch kann Landwirt Kaper dort auch Rinder oder Schafe auf dem Moor grasen lassen. Zudem könne die Fläche komplett gemäht werden. Auch die Bürgerinnen und Bürger aus der Region konnten sich über eine Bürgerenergiegenossenschaft an dem Moor-Solarpark beteiligen, sagen die Betreiber. Das erhöht auch die Akzeptanz solcher Anlagen bei den Menschen.
Anlage ist Teil eines Forschungsprojekts
Das Projekt wird laut Landwirt Kaper wissenschaftlich begleitet. Forscher der Uni Greifswald ermitteln, wie sich die Treibhausgasemissionen der wiedervernässten Fläche mit Photovoltaik-Modulen verändern. Außerdem wollen die Wissenschaftler überprüfen, wie sich die Tier- und Pflanzenwelt in dem Moor-Solarpark in den kommenden Jahren entwickelt.