Älter als Pyramiden: Großsteingräber werden zugänglich gemacht

Stand: 19.08.2026 20:56 Uhr

Seit neun Jahren ist das Waldstück mit den Großsteingräbern bei Apensen (Landkreis Stade) aus Sicherheitsgründen gesperrt. Jetzt wird es freigeschnitten und soll in Zukunft regelmäßig gepflegt werden.

Die Großsteingräber im Apenser Ortsteil Grundoldendorf waren lange ein beliebtes Ziel für Touristen, Schulklassen und Wanderer. Vor 5.500 Jahren wurden hier drei Grabanlagen angelegt und über Jahrhunderte genutzt, erzählt Kreisarchäologe Daniel Nösler: "Man muss sich das vorstellen wie ein Mausoleum, und wahrscheinlich waren es besondere Menschen, die da bestattet wurden mit ihren Beigaben." Die Anlage sei die älteste Architektur Deutschlands, so Nösler. Ähnliche Anlagen seien selten, der Kreisarchäologe kennt nach eigenem Bekunden noch vier weitere in Niedersachsen.

Grabanlage über die Jahre verwildert

Ein Baum liegt quer über der Großsteingrabanlage. (2023)
Die Bäume waren eine Gefahr für Wanderer.

Doch in den zurückliegenden neun Jahren hatten Brombeeren, Büsche und Bäume das Areal überwuchert. 2017 musste der Wald gesperrt werden, weil die Gefahr zu groß war, dass Bäume umstürzen. Auch die Gräber drohten beschädigt zu werden. Der Unmut über die Sperrung des beliebten Gebiets war groß: Briefe, E-Mails und Postkarten erreichten den Kreisarchäologen. Doch die Absprachen mit mehreren beteiligten Behörden benötigten Zeit, erzählt er: "Aus einem Denkmalschutzgebiet ist ein Landschaftsschutzgebiet geworden, und es gibt dann auch noch drei unterschiedliche Eigentümer: den Landkreis, das Land Niedersachsen und die Gemeinde."

Schonende Fällung durch Baumkletterer

Inzwischen wurde ein Kompromiss gefunden. Seit Montag wird gearbeitet: Die Brombeeren werden zurückgeschnitten, das Unterholz gekürzt und 24 Bäume müssen von Baumkletterern gefällt werden. Alles so schonend wie möglich, damit die Gräber und der umliegende Wald nicht unnötig beschädigt werden. Das Holz bleibt im Wald und wird dort verrotten. Am Freitag sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Für die Zukunft gibt es einen Pflegeplan und es soll Infotafeln zu den Großsteingräbern geben. Kreisarchäologe Daniel Nösler ist sich sicher, dass bald wieder viele Besucher nach Grundoldendorf kommen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Hallo Niedersachsen | 19.08.2026 | 19:30 Uhr

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