Niedersachsens Umweltminister Meyer (2.v.l., Grüne) bei einer Pressekonferenz.

Katastrophen- und Hitzeschutz: Niedersachsen passt Klimastrategie an

Stand: 15.09.2026 16:38 Uhr

Die niedersächsische Landesregierung will mit einer aktualisierten Strategie noch besser gegen die Folgen des Klimawandels vorgehen. Das Kabinett hat den Entwurf der Klimaanpassungsstrategie 2026 verabschiedet.

von Oliver Jürgens

Die neue Strategie, die für weitere fünf Jahre gilt, umfasst 20 Handlungsfelder. Dabei geht es unter anderem darum, wie in der Forstwirtschaft auf das veränderte Klima reagiert werden soll, aber auch um den Katastrophenschutz, um die Landwirtschaft, die unter der Trockenheit leidet, um Änderungen beim Bau von Gebäuden, sowie um den Hitzeschutz im Gesundheitswesen. So sollen zum Beispiel Pflegeeinrichtungen unterstützt und hitzebedingte Gesundheitsrisiken überwacht werden. Das Konzept umfasst mehr als 300 Seiten. Jetzt wird die Öffentlichkeit beteiligt, die Änderungswünsche vorbringen kann. Bürgerinnen und Bürger, aber auch Verbände, können bis zum 28. Oktober Stellung nehmen.

Neues Programm für die Kommunen

Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne) spricht von deutlich mehr Geld für den Hochwasserschutz: "Wir haben die Mittel seit 2022 verdoppelt und über 200 Stellen entfristet." Landkreise und kreisfreie Städte sind bis 2028 gesetzlich verpflichtet, eigene Klimaanpassungskonzepte zu entwickeln. Um sie zu unterstützen, legt das Land gemeinsam mit dem Bund das 120 Millionen Euro schwere Förderprogramm Klimaschutz- und Klimaanpassung Kommunal Niedersachsen auf. 30 Millionen kommen dabei vom Land. "Die Kommunen haben die Freiheit, selbst zu entscheiden, was sie mit dem Geld machen, zum Beispiel Begrünungen, Solaranlagen oder Wasserspender", sagt Meyer. Neu im Konzept ist auch, die öffentliche Verwaltung resilient gegen Extremwetterereignisse zu machen.

CDU fordert einen landesweiten Hitzeplan

Zum ersten Mal versucht das Land, systematisch alle Maßnahmen dahingehend zu überprüfen, ob sie auch wirksam sind. Der Rechnungshof hatte das Land dafür kritisiert, dass ohne Erfolgskontrollen nicht gesichert sei, ob die Klimaziele erreicht werden können. Die umweltpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Land, Verena Kämmerling, warnte, dass die fortgeschriebene Strategie nicht zum nächsten Konzept ohne Durchschlagskraft werden dürfe: "Entscheidend ist, dass aus 20 Handlungsfeldern konkrete Maßnahmen, klare Zuständigkeiten und überprüfbare Umsetzungsschritte werden." Die CDU fordert, dass es bis Ende 2027 einen verbindlichen landesweiten Hitzeschutzplan gibt, der gefährdete Menschen schützt. Klimaanpassung müsse jetzt umgesetzt werden und dürfe kein Papiertiger sein.

.

Hitzewellen treffen alle, aber nicht alle gleich: Menschen in Armut und in prekären Lebenslagen leiden stärker. Was kann man dagegen tun?

Pflegepersonal läuft durch einen Krankenhaus-Flur.

In diesem Jahr sind erneut Tausende Menschen während der Hitzewellen gestorben. Ärzte fordern nun mehr Investitionen.

Ein Thermometer zeigt 39°C vor blauem Himmel und Sonnenschein.

Die Schülerinnen und Schüler sollen besser vor Hitze geschützt werden. Das fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.

Das Bild zeigt einen Wald mit vielen Bäumen, die dicht nebeneinander stehen, von oben.

Die neue Förderrichtlinie gilt ab dem Jahreswechsel - Geld fließt in Waldumbau, Pflege und Schutz.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.09.2026 | 14:00 Uhr

Schlagwörter zu diesem Artikel

Klimaschutz

Frank Klingebiel (CDU) freut sich nach dem Wahlsieg zum Oberbürgermeister.

Die Stichwahlen in den 123 Kommunen blieben ohne wirkliche Überraschungen. Die Mehrheit zog vielerorts das Bekannte dem Neuen vor.

Katharina Pötter (CDU) feiert ihren Wahlsieg in Osnabrück.

In 123 Kommunen in Niedersachsen wurden Bürgermeister, Oberbürgermeister und Landräte gewählt. Ergebnisse gibt es hier im Liveticker.

Belit Onay (Bündnis 90/Die Grünen), zusammen mit Greta Garlichs.

Amtsinhaber Belit Onay (Grüne) hat sich in der Stichwahl deutlich gegen seinen Stellvertreter Axel von der Ohe (SPD) durchgesetzt.

Jascha Rohr im Portrait.

Jascha Rohr gewann knapp gegen SPD-Kandidat Ulf Prange. Gegen kurz nach 19 Uhr waren die Stimmen ausgezählt.