Steffen Krach spricht bei einer Pressekonferenz.
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Ermittlungen gegen Steffen Krach - Worum es genau geht

Stand: 11.09.2026 19:15 Uhr

Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen den noch amtierenden Regionspräsidenten und aktuellen Spitzenkandidat der SPD Berlin, Steffen Krach. Es geht um drei Vorwürfe. Was zu den Hintergründen bisher bekannt ist.

von Kristin Häfemeier, Jan Reckweg

Es geht laut Staatsanwaltschaft Hannover um einen Anfangsverdacht in drei Fällen. Zweimal besteht demnach der Verdacht der Vorteilsnahme. Im Raum steht der Verdacht, dass Steffen Krach beziehungsweise die Berliner SPD einen an einem Vergabeverfahren beteiligten Unternehmer, der nach NDR Informationen aus Niedersachsen stammt, zweimal aufgefordert haben sollen, zu spenden. Sowohl die Partei als auch Krach wiesen dies zurück. Die Berliner SPD wirbt nach eigenen Angaben nur bei Berliner Mitgliedern um Spenden - in Form von Briefen oder via Social Media. Externe Unternehmen würden nicht derartig kontaktiert. Der dritte Vorwurf steht in dem Zusammenhang mit der Spende dieses Unternehmens. Krach soll ausgerechnet an dieses Unternehmen in einem Bieterverfahren Informationen über einen Konkurrenten weitergegeben haben.

Krach soll sich für Bieter stark gemacht haben

Es geht um die Nachnutzung und somit den Verkauf eines Klinikstandortes in Lehrte (Region Hannover). Krach war während des Bieterverfahrens kommissarischer Vorsitzender des Aufsichtsrats. Kurz vor Ablauf der Bieterfrist hat das Spender-Unternehmen nach Informationen von NDR Niedersachsen sein bereits abgegebenes Angebot nochmal erhöht - und war damit konkurrenzfähig. Da besteht der Verdacht, dass das Unternehmen Informationen erhalten habe, was die Konkurrenz geboten hat. Nach NDR Informationen soll sich Krach im Aufsichtsrat bei der Vergabe für diesen Bieter stark gemacht haben. Er habe sich selten für etwas so eingesetzt, wie für dieses Unternehmen - und das kurz bevor er sich nach Berlin verabschiedet hätte, um dort als Spitzenkandidat der SPD für das Berliner Abgeordnetenhaus ins Rennen zu gehen, heißt es aus Quellen gegenüber NDR Niedersachsen. Kritisch wird gesehen, dass Krach nach NDR-Informationen von der zurück überwiesenen Spende im Vergabe-Verfahren nichts gegenüber dem Aufsichtsrat erwähnt haben soll. Das wäre angebracht gewesen, heißt es. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Katharina Seiler

Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen den Berliner SPD-Spitzenkandidaten. Nun gehe es auch um die Partei, kommentiert Katharina Seiler.

Der zeitliche Ablauf im Fall Steffen Krach:

Steffen Krach während eines Podiumsgesprächs in Berlin.

Laut Behörde in Hannover geht es um einen Anfangsverdacht auf Vorteilsannahme. Der Berliner SPD-Spitzenkandidat weist dies zurück.

Steffen Krach hält einen Blumenstrauß und rote Turnschuhe in die Höhe.

Die Partei wählte Hannovers Regionspräsidenten einstimmig. Krach will 2026 "das Rote Rathaus von der CDU zurückholen".

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Funkbilder - der Tag | 11.09.2026 | 16:35 Uhr

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