BUND: PFAS in allen Trinkwasser-Stichproben aus Niedersachsen
Die Umweltschutzorganisation BUND hat Trinkwasser getestet. In allen Proben aus Niedersachsen hat sie nach eigenen Angaben die Stoffgruppe PFAS nachgewiesen. Die Chemikalien gelten als gesundheitsschädlich.
Bundesweit hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zwischen Juni und Oktober dieses Jahres stichprobenartig 46 Trinkwasserproben untersucht. In 42 der 46 Stichproben wurden demnach PFAS gefunden. Acht Proben stammten aus Niedersachsen - alle seien belastet gewesen.
PFAS: Verdacht auf krebserregende Wirkung
PFAS sind per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Sie stehen unter anderem im Verdacht, Leberschäden sowie Nieren- und Hodenkrebs verursachen zu können. PFAS werden etwa für wasserabweisende Jacken oder auch in Pfannenbeschichtungen verwendet, auch in Kosmetikprodukten wird die Stoffgruppe eingesetzt. Experten warnen seit Langem, dass PFAS auch das Trinkwasser dauerhaft belasten könnten. Wegen ihrer extremen Langlebigkeit werden sie als Ewigkeitschemikalien bezeichnet.
PFAS-Grenzwerte unter anderem in Goslar und Leer überschritten
Künftig (2026 bis 2028) sind in der Trinkwasserverordnung neue Grenzwerte für PFAS vorgesehen. Laut BUND lagen bei drei der untersuchten Stichproben die gemessenen Werte über diesen künftigen Grenzwerten. Die betroffenen Proben stammten demnach aus Zeuthen (Brandenburg), Ludwigslust und Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern). Die hohen Werte seien möglicherweise auf den früheren Einsatz von PFAS-haltigen Feuerlöschschäumen zurückzuführen. In den Proben aus Goslar und Leer lagen die Werte demnach über der tolerablen Wochendosis der ab Ende 2027 geltenden neuen Grenzwerte. Allgemein seien am häufigsten und in den höchsten Konzentrationen bisher nicht regulierte PFAS nachgewiesen worden, die zum Teil als "Ersatzstoffe" eingesetzt würden. Bislang sind laut BUND weniger als 20 der mehr als 10.000 PFAS reguliert. Auf EU-Ebene werde eine Beschränkung der gesamten Gruppe diskutiert.
BUND: Verursacher von PFAS zur Kasse bitten
Der BUND fordert einen Ausstieg aus der Produktion und der Verwendung von PFAS in der EU. "Alternativen sind in vielen Bereichen bereits verfügbar, etwa für Textilien, Pfannen und Kältemittel", sagte Susanne Gerstner, Vorsitzende des BUND Niedersachsen. Die aktuell verfügbaren Methoden, um PFAS aus Wasser zu entfernen sind laut BUND teuer, energie- und ressourcenintensiv. "Der BUND Niedersachsen fordert die Kommunen deshalb auf, die Verursacher zu identifizieren und zur Kasse zu bitten", so Gerstner.
In Zusammenhang mit den Proben weist der Umweltschutzverband darauf hin, dass es sich um örtliche und zeitliche Stichproben aus den genannten Städten handele. Die Proben bilden demnach nicht unbedingt die Situation in der gesamten Stadt ab.