Göttingen: Ex-Berater von Landrat Riethig stellt Strafanzeige
Der Unternehmer Lutz Renneberg hat Anzeige gegen 16 Mitglieder der Göttinger Kreisverwaltung erstattet. Renneberg hatte Landrat Marcel Riethig (SPD) im Wahlkampf 2021 als Berater unterstützt.
Der Göttinger Eventmanager Renneberg wirft den Unterzeichnern eines Schreibens an den Kreistag üble Nachrede, Verleumdung und Geheimnisverrat vor. Das teilte er auf der Internetseite seiner Firma mit.
Vorwürfe in Brief an Ministerium: Amtsmissbrauch, Vetternwirtschaft
In einem weiteren Schreiben an das Innenministerium als Kommunalaufsicht hatten die Führungskräfte des Landkreises, darunter die Kreisräte von SPD, CDU und Grünen, Riethig Fehlverhalten vorgeworfen. Unter anderem geht es um Amtsmissbrauch und Vetternwirtschaft. Der Brief liegt dem NDR Niedersachsen vor. Darin heißt es unter anderem, Landrat Riethig habe die Verwaltung beauftragt, eine Webseite von Lutz Renneberg zu kaufen und zu übernehmen. Zudem werfen die Führungskräfte Riethig dem Schreiben zufolge vor, sich für die Zahlung eines Honorars an Renneberg durch den Landkreis eingesetzt zu haben "für die Beratung in Sparkassenangelegenheiten". Die Verwaltung wies das demnach ab.
Renneberg spricht von unwahren Behauptungen durch Führungskräfte
Diese ihn betreffenden Behauptungen seien unwahr und beruhten auf unvollständigen und falschen Darstellungen, so Renneberg. Er habe Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) aufgefordert, die Vollständigkeit der Unterlagen zu den Vorwürfen gegen Landrat Riethig sorgfältig zu prüfen. Er kritisierte auch einige Medien, denen "offensichtlich nicht die vollständigen Unterlagen und Informationen" vorlägen. Daher beruhe die bisherige Berichterstattung teilweise auf unvollständigen Recherchen.
Wegen der Vorwürfe will die Göttinger SPD Landrat Riethig für die nächste Wahl nicht mehr aufstellen. Die von seiner eigenen Verwaltung erhobenen Anschuldigungen wies Riethig als "absurd" zurück. Am Donnerstag will sich der Göttinger Kreistag mit dem Fall befassen.