AfD in Niedersachsen "gesichert rechtsextremistisch" - Was das bedeutet

Stand: 18.02.2026 18:29 Uhr

Der Verfassungsschutz hat die AfD Niedersachsen als "gesichert rechtsextremistisch" eingestuft. Was bedeutet das genau für die Partei und deren Mitglieder? Hier finden Sie Antworten auf die wesentlichen Fragen.

von Amelia Wischnewski

Laut Innenministerin Behrens macht die AfD den Staat und seine demokratischen Institutionen "verächtlich". Menschen mit Migrationshintergrund würden von der AfD als "Bürgerinnen und Bürger zweiter Klasse" betrachtet und sollen nach dem Willen der Partei "millionenfach remigriert" werden. Insgesamt sei eine rechtsextremistische Ideologie Konsens innerhalb der Gesamtpartei und auch im Landesverband Niedersachsen. Die häufig "in aggressiver und konfrontativer Sprache vorgetragenen verfassungsfeindlichen Äußerungen" würden den Charakter der Partei prägen. Die Grundtendenz, die freiheitlich demokratische Grundordnung abzulehnen, sei deutlich erkennbar.

"Beobachtungsobjekt von erheblicher Bedeutung"

Die 16 Bundesländer und der Bund arbeiten in Angelegenheiten des Verfassungsschutzes zusammen. Dabei werden in den jeweiligen Landesgesetzen und dem Bundesgesetz unterschiedliche Begriffe verwendet, um mögliche Bestrebungen gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung in drei Kategorien einzustufen und daraus unterschiedliche Ermittlungsrechte abzuleiten.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) spricht gemäß dieser Abstufung zunächst von einem Prüffall.
Die zweite Stufe ist der Verdachtsfall.

Die dritte und höchste Stufe der Bewertung des BfV ist die "gesichert rechtsextremistischen Bestrebung".
Der Niedersächsische Verfassungsschutz spricht in dieser höchsten Stufe von einem "Beobachtungsobjekt von erheblicher Bedeutung" und hat die Landespartei der AfD in Niedersachsen als solches eingestuft. Gegen diese Einstufung geht die Partei gerichtlich vor.

Fahnen mit AfD-Logo.

Zudem hat die Partei in Niedersachsen einen Eilantrag gegen die Hochstufung des Verfassungsschutzes eingereicht.

Daniela Behrens (SPD), Innenministerin von Niedersachsen, und Landes-Verfassungschef Dirk Pejril sprechen bei einer Pressekonferenz im Innenministerium in Hannover.

Das teilte Innenministerin Behrens mit. Der Landesverband der AfD gilt nun als "Beobachtungsobjekt von erheblicher Bedeutung".

NDR Redakteurin der Landesregierung Angela Henkel spricht einen Kommentar ein.

Die AfD will gegen die Entscheidung des Verfassungsschutzes klagen. Überraschend ist das nicht, meint Redakteurin Angelika Henkel.

Video: Verfassungsschutz: "Extremistische Bestrebungen" bei AfD in Niedersachsen (1 Min)

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Funkbilder - der Tag | 17.02.2026 | 16:05 Uhr

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Rechtsextremismus

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