LNG-Terminal Mukran: DUH legt Widerspruch ein
Die Deutsche Umwelthilfe will gegen die Entscheidung, die Flüssigerdgas-Anlage auf Rügen dauerhaft ohne Landstrom und Kraft-Wärme-Kopplung zu betreiben, vorgehen. Umweltauswirkungen sollen nicht ausreichend geprüft worden sein.
Das LNG-Terminal auf der Insel Rügen sorgt weiter für Streit. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat Widerspruch gegen den Betrieb des LNG- Terminals ohne Landstrom eingelegt. Diese Genehmigung sei rechtswidrig, so die DUH. Sie kritisiert, dass eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung unterlassen wurde und damit die Wirkungen auf Umwelt und Klima nicht geprüft wurden. Die Genehmigung des LNG-Terminals ohne diese Prüfung widerspreche geltendem Recht und untergrabe das Vertrauen in rechtsstaatliche Verfahren, so der Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner.
Genehmigt nach dem LNG-Beschleunigungsgesetz
Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern (StALU) muss nun die im Widerspruch erhobenen Vorwürfe prüfen. Die Behörde hatte im April erlaubt, dass die Deutsche Regas als Terminalbetreiber die Anlage weiter mit Strom von den bordeigenen Motoren betreiben darf und die ursprünglich vorgeschriebene Landstromanlage nicht bauen muss. Das StALU hatte die Genehmigung nach den vereinfachten Regeln des LNG-Beschleunigungsgesetzes erteilt, obwohl dieses im Sommer vergangenen Jahres in wesentlichen Teilen ausgelaufen war. Die Deutsche Regas hatte den Antrag, auf eine Landstromanlage verzichten zu wollen, vor dem Auslaufen des Gesetzes eingereicht.
Deutsche Regas verweist auf Kompatibilitätsprobleme
In der Ursprungsgenehmigung vom April 2024 hatte das StALU noch den Bau einer über Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) betriebenen Landstrom-Anlage gefordert. Damit verbunden war auch die Erwartung, dass die Hafeninfrastruktur im Hafen Mukran generell aufgewertet wird. Die Deutsche Regas hatte diese Anlage aber nicht gebaut und unter anderem auf die langen Lieferzeiten von Baukomponenten sowie Kompatibilitätsprobleme verwiesen.
Kraftwerk geht nun in die Ukraine
Für die Landstromanlage sollte das stillgelegte 84 MW-Gaskraftwerk in Lubmin nach Mukran umgesetzt werden. Weil der Verkauf scheiterte, hat die Muttergesellschaft des Betreibers, die Sefe Energy GmbH, jetzt entschieden, das Kraftwerk an einen ukrainischen Kraftwerksbetreiber zu verschenken. Der Abbau soll im Sommer beginnen.