Rügen: LNG-Terminal Mukran bleibt ohne Landstrom
Mecklenburg-Vorpommern genehmigt den Antrag der Deutschen Regas, die Flüssigerdgas-Anlage auf Rügen dauerhaft ohne Landstrom und Kraft-Wärme-Kopplung zu betreiben. Die Deutsche Umwelthilfe will gegen die Entscheidung vorgehen.
Entgegen der Ursprungsgenehmigung darf das LNG-Terminal Mukran auf der Insel Rügen dauerhaft ohne Landstrom betrieben werden. Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt in Vorpommern hat dafür die entsprechende Änderungsgenehmigung erteilt. Lärmrichtwerte würden an den maßgeblichen Immissionsorten auch mit der veränderten Betriebsweise nicht überschritten, heißt es in der Genehmigung, die seit vergangenem Freitag rechtskräftig ist.
Auflagen: Deutsche Regas muss Betriebsprotokolle vorlegen
Allerdings erteilt die Behörde Auflagen: So muss die Deutsche Regas als Terminalbetreiber der Genehmigungsbehörde Betriebsprotokolle zur Verfügung stellen. Nachts gelten strengere Werte für den Lärm. Auch wies die Behörde ausdrücklich darauf hin, dass Grenzwerte für Luftschadstoffe, die von den Heizkesseln der Terminalschiffe ausgehen, nicht überschritten werden dürfen. Der Strom für den Betrieb wird des LNG-Terminals wird nun dauerhaft mit Generatoren an Bord erzeugt.
Deutsche Regas sieht sich bestätigt
In der Ursprungsgenehmigung vom April 2024 hatte die Genehmigungsbehörde noch den Bau einer Landstrom-Anlage gefordert. Die Deutsche Regas hatte dies bislang nicht umgesetzt und unter anderem auf die langen Lieferzeiten von Baukomponenten sowie Kompatibilitätsprobleme verwiesen. Die Genehmigung gebe jetzt einen gesicherten Rechtsrahmen für den Betrieb, sagte Geschäftsführer Ingo Wagner. Grenzwerte beim Lärm würden eingehalten.
Bürgerinitiative: Lärm wird als Dauerproblem zementiert
Die Bürgerinitiative "Lebenswertes Rügen" und auch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) reagierten enttäuscht auf die Entscheidung der Genehmigungsbehörde. Mit der Genehmigung werde der Lärm, der von der LNG-Anlage ausgeht, als Dauerproblem zementiert, sagte der Sprecher der Bürgerinitiative Thomas Kunstmann. "Die Sassnitzer haben die Hoffnung gehabt, dass mit der Kraft-Wärme-Kopplungsanlage - im Prinzip die Landstromanlage nur technischer ausgedrückt - eine generelle Ertüchtigung des Hafens stattfindet, was nun nicht erfolgt. Viele Dinge, die vom Bund versprochen wurden, wie die Vorpommern-Magistrale, seien Schall und Rauch - außer der Lärm und das LNG-Terminal."
Genehmigt nach LNG-Beschleunigungsgesetz
Kritisiert wurde auch, dass die Genehmigung nach dem LNG-Beschleunigungsgesetz erteilt worden war, obwohl dies bereits im Sommer vergangenen Jahres ausgelaufen war. Die Genehmigungsbehörde begründete die Anwendung dieses Gesetzes damit, dass die Deutsche Regas den ersten Antrag im Januar vergangenen Jahres eingereicht hatte. Die DUH prüft jetzt einen Widerspruch gegen den Bescheid, so eine Sprecherin.
Seit Oktober vergangenen Jahres wurden über das Terminal 21 Terrawattstunden in das deutsche Ferngasnetz eingespeist. Damit ist es aktuell das leistungsstärkste Terminal in Deutschland. Seit kurzem fließt auch Gas über Mukran in die Ukraine.