Archäologen entdecken schwedische Wracks im Greifswalder Bodden
Ein internationales Forscherteam hat am Eingang des Greifswalder Boddens zwei 1714 gesunkene schwedische Kriegsschiffe entdeckt. Ihr Tauchgang galt ursprünglich einer anderen Flotte.
Unterwasserarchäologen haben eher zufällig am Eingang des Greifswalder Boddens zwei schwedische Kriegsschiffe entdeckt, die 1714 vom Ostsee-Eis zerdrückt worden waren. Die Überreste der Wracks liegen den Angaben zufolge auf einer Strecke von etwa 200 Metern verteilt auf dem Meeresgrund. Wie das internationale Taucherteam berichtete, ist das Inventar sehr gut erhalten - von den Masten über die Ruder bis hin zu den Segeln. Den Besatzungen war es damals rechtzeitig gelungen, die Schiffe zu verlassen.
Gefahr durch den Schiffsbohrwurm
Die Funde sollen vor Ort bleiben und gefährdete Stellen mit Sandsäcken gegen Strömungen gesichert werden. Gerade im küstennahen Bereich sei die Erhaltung von Unterwasserfundstellen eine enorme Herausforderung, so das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege, das an dem Forschungs-Tauchgang beteiligt war. "Hier sind Wracks nicht nur durch Strömung, Wellengang und natürliche Erosion bedroht, sondern inzwischen auch durch den immer weiter in die Ostsee vordringenden sogenannten Schiffsbohrwurm, der exponiertes Holz regelrecht zerfrisst“, hieß es.
Barriere gegen die Dänen
Die Experten waren eigentlich getaucht, um den Zustand von rund einem Dutzend im Jahr 1712 bewusst versenkter Handelsschiffe zu untersuchen, wie das Kulturministerium in Schwerin mitteilte. Die Unterwasser-Barriere sollte im Nordischen Krieg die Dänen davon abhalten, nach Stralsund zu gelangen. Die Schweden kauften demnach Handelsschiffe auf und versenkten sie. Der aktuelle Tauchgang war Teil eines mehrjährigen Projektes zur Erforschung der schwedischen Marinegeschichte unter Federführung des Wrackmuseums Vrak in Stockholm.