Enttäuschte Gesichter bei Tobias Missner (l.) und Oliver Issa Schmitt vom SV Meppen
AUDIO: Wie ist Aufsteiger SV Meppen in der 3. Liga angekommen? (2 Min)

Aufsteiger aus dem Tritt

"Zahlen viel Lehrgeld" - SV Meppen strauchelt in der 3. Liga

Stand: 16.09.2026 11:55 Uhr

Der SV Meppen ist nach passablem Start in der 3. Liga aus dem Tritt geraten. Gegen Viktoria Köln (1:3) gab es am Dienstagabend die dritte Niederlage in Folge. Bitteres Lehrgeld für den Aufsteiger - der aber Fortschritte sieht.

von Florian Neuhauss und Tiede Thedinga

Nach dem 1:2-Anschlusstreffer von Cyrill Akono war die Hoffnung zurück bei den Meppener Spielern und ihren Fans. "Wir hatten eine geile Energie auf dem Platz und auf den Rängen, was da rüberkam. Das hat man auch bei den Kölnern gesehen, die haben nichts mehr auf die Reihe bekommen", sagte Mittelfeldmann Thorben Deters: "Schade, dass da nicht das 2:2 fällt."

Wir belohnen uns einfach nicht mit Punkten. Und das ist gerade für uns als Mannschaft so schwer. Meppens Thorben Deters

Statt sich zumindest über einen Punkt für die Moral freuen zu können, avancierte Viktorias Lucas Wolf in der zweiten Minute der Nachspielzeit mit seinem zweiten Treffer zum 3:1 zum Mann des Abends und zum Stimmungskiller im mit 7.850 Zuschauern wieder gut gefüllten Stadion.

"Wir merken, dass wir immer an unsere Leistungsgrenze gehen müssen. In den letzten Wochen haben wir sehr einfache Fehler gemacht. Wir zahlen gerade sehr viel Lehrgeld", sagte der niedergeschlagen wirkende Deters. Er stellte fest, dass seine Mannschaft eigentlich mithalten konnte und ihren Fußball auf den Platz bekommen hatte. "Aber wir belohnen uns einfach nicht mit Punkten. Und das ist gerade für uns als Mannschaft so schwer."

Spielszene Meppen gegen Viktoria Köln
3. Liga

Die Emsländer entwickeln erst in der Schlussphase des Duells mit dem neuen Tabellenzweiten Durchschlagskraft im Angriff. Das reicht nicht mehr zum Punktgewinn.

Trainer Beniermann: "Dachte, wir wären weiter"

Als die Anzeigetafel in Meppen in der zweiten Hälfte die Zahl der Ecken anzeigte, wurde die Misere gegen Köln deutlich. Der SVM hatte keine seiner fünf Versuche nutzen können, die beiden Eckstöße der Gäste hatten dagegen zur 2:0-Führung geführt. "Das ist mit Sicherheit auch ein Anpassungsprozess. Aber ich hatte gehofft, dass wir weiter sind", ärgerte sich Meppens Trainer Lucas Beniermann. Mal ein Gegentor nach einer Standard-Situation lasse sich nicht verhindern. "Aber das war zu billig und tut verdammt weh."

Zumal sein Team aus dem Spiel heraus gute Aktionen hatte und allen voran Oliver Schmitt der Begegnung auch eine ganz andere Richtung hätte geben können. "Ollis Aktionen wären in der Regionalliga wahrscheinlich in drei, vier, fünf Toren gemündet", sagte Beniermann. Doch der Linksaußen zeigte Nerven und vergab zwei Großchancen überhastet.

Video: SV Meppen gegen Viktoria Köln - die Tore (2 Min)

Für den Coach ist aber gerade Schmitt ein Hoffnungsträger, weil er an ihm sieht, dass sich das Team langsam aber sicher an die höhere Qualität eine Etage höher gewöhnt. "Er ist immer besser unterwegs. Er ist ein Riesen-Faktor für uns, hat viele Eins-gegen-eins-Duelle gewonnen. Wir werden weiterkommen", so Beniermann.

Nach 2018 stiegen die Nordmeister sportlich immer ab

In der Tabelle sind die Emsländer zum ersten Mal seit der Auftaktniederlage in Duisburg (0:3) wieder auf einen Abstiegsplatz abgerutscht. Und die Frage, ob die Qualität des SVM wohl für den Klassenerhalt reichen wird, wurde schon nach dem Aufstieg gestellt. Aus gutem (oder schlechtem) Grund: Zwischen der Regionalliga Nord und der 3. Liga klafft eine große Lücke. Der VfB Lübeck, der VfB Oldenburg und auch der TSV Havelse, der nur durch den Lizenzentzug von 1860 München in der Liga geblieben ist, können davon ein Lied singen.

Dass ein Nordmeister sportlich den Klassenerhalt in der 3. Liga gefeiert hat, ist schon einige Jahre her. 2018 war das. Und es war der SV Meppen, der sich zumindest für ein paar Jahre im Profifußball halten konnte. 2023 ging es dann wieder runter in die Regionalliga.

Für Beniermann ist der Weg zum Klassenerhalt allerdings vergleichsweise einfach: "Wir müssen bei uns bleiben!" Er bekäme nicht nur regional, sondern bundesweit positives Feedback. "Wir sind überzeugt von unserem Weg. Lehrgeld tut weh. Es sind sechs Spiele um, und wir müssen nach drei Niederlagen so langsam wieder punkten. Trotzdem bleiben wir ruhig."

Die nächste Chance, Zählbares mitzunehmen, bietet sich am Samstag (14 Uhr, im NDR Livecenter) bei der TSG Hoffenheim II. "Wir müssen vielleicht mal ein Spiel mit einem 1:0 ziehen. Das würde der Mannschaft gerade sehr gut tun", sagte Deters und hofft: "Die letzten 20 Minuten aus dem Spiel gegen Köln, mit dieser Energie im Stadion, das müssen wir mitnehmen. Vielleicht klappt es ja schon gegen Hoffenheim."

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Sport aktuell | 16.09.2026 | 09:17 Uhr

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