3. Liga
Dritte Pleite in Serie: Meppen wacht gegen Viktoria Köln zu spät auf
Die Fußballer des SV Meppen haben abermals Lehrgeld zahlen müssen. Der Aufsteiger verlor am sechsten Spieltag der 3. Liga vor eigenem Publikum mit 1:3 (0:1) gegen Viktoria Köln und zeigte bei den Gegentoren zum wiederholten Mal in der noch jungen Saison naives Abwehrverhalten. Aber auch in der Offensive müssen die Niedersachsen noch kräftig zulegen, wollen sie die Klasse halten.
Für den souveränen Meister der Regionalliga Nord war es die dritte Niederlage in Folge und die vierte Pleite insgesamt. Fußballerisch blieb bei den Emsländern im Vergleich zu den abgeklärten Kölnern lange vieles Stückwerk. Während die Viktoria zumindest für eine Nacht auf Tabellenplatz zwei sprang, rutschte der SVM auf Abstiegsrang 18 ab.
Auf die Schäferhunde folgt für Meppen ein "Problem"-Wolf
Nachdem das Stadion an der Lathener Straße am vergangenen Wochenende noch Schauplatz der Bundesprüfung für 200 Schäferhunde gewesen war, trieb nun ein Wolf dort sein Unwesen. Genau genommen avancierte Lucas Wolf für die Meppener zum "Problem"-Wolf.
Denn der aus Eckernförde stammende Mittelfeldmann ging in der 33. Minute erfolgreich auf Torejagd. Nach einem Eckstoß und einem Kopfball von Tim Kloss, den Keeper Julius Pünt noch prächtig hatte parieren können, drosch der 25-Jährige das Spielgerät humorlos in die Maschen.
SVM bemüht, Köln mit reiferer Spielanlage
Die Führung der Gäste hatte sich angedeutet und war verdient. Die Rheinländer waren nach ausgeglichener Anfangsphase klar spielbestimmend, hatten zum Zeitpunkt des 1:0 knapp 70 Prozent Ballbesitz und ein Chancenplus. Wie schon am vergangenen Freitag der FC Hansa Rostock, der in Köln mit 0:4 unterging, bekam auch der SVM die Spielstärke der Viktoria zu spüren.
Dabei enttäuschten die Gastgeber nicht. Sie legten viel Leidenschaft in die Waagschale und zeigten taktisch eine ansprechende Leistung. Aber fußballerisch mangelte es ihnen mit Ausnahme von wenigen Szenen an Ideen und Entschlossenheit.
Köln-Schreck Akono lässt Meppen wieder hoffen
Auch nach dem Seitenwechsel hielt Kölns Dominanz zunächst an. Und ein zweites Mal an diesem Meppener Spätsommerabend waren die Domstädter nach einem ruhenden Ball einfach wacher und gieriger. Diesmal köpfte Kloss einen Eckstoß von Pascal Fallmann am kurzen Pfosten ins lange Eck. Der Weg zu Saisonsieg Nummer vier schien für die Viktoria nun frei. Zumal der SVM auch in der Folge vorerst ähnlich brav war wie die Schäferhunde am vergangenen Wochenende an selber Stelle.
Dann aber wechselte Coach Lucas Beniermann den personifizierten Kölner Albtraum Cyrill Akono ein (66.). Der 26-Jährige - in seiner bewegten Karriere schon ähnlich viel unterwegs wie ein herumstreunender Hund - hatte schon im Dress vom VfB Lübeck und dem SC Verl insgesamt fünf "Buden" gegen die Rheinländer erzielt. Nun folgte im Jersey des SVM Tor Nummer sechs. 180 Sekunden nach seiner Hereinnahme staubte Akono aus der Nahdistanz zum 1:2 ab.
Das Spiel hatte fortan eine ganz andere Statik als vor dem Anschlusstreffer. Plötzlich war der Glaube bei den Emsländern wieder da, zeigten sie eine andere Körpersprache und viel mehr Mut als zuvor.
Wolf setzt den Schlusspunkt
Doch nennenswerte Ausgleichschancen erarbeiteten sich die Niedersachsen nicht mehr. Den Schlusspunkt hinter eine unterhaltsame Partie setzte abermals Wolf. In der Nachspielzeit war der 25-Jährige aus wenigen Metern zum zweiten Mal erfolgreich und avancierte damit zum Matchwinner der Rheinländer.