Hansa Rostock: Zahl der Baustellen wird größer statt kleiner
Nach der zweiten Niederlage in nur fünf Tagen muss der FC Hansa in den Krisenmodus umschalten. Die erhoffte Wende mit dem Trainerwechsel zu André Breitenreiter ist nicht nur ausgeblieben, die Sorgen nehmen eher noch zu.
"In der hitzigen Atmosphäre hatte ich schon manchmal das Gefühl, dass es für den einen oder anderen auf dem Platz vielleicht eine Nummer zu groß gewesen ist", so André Breitenreiter direkt nach der 0:2-Niederlage bei Alemannia Aachen. Vermutlich bezog sich diese Aussage eher auf die Leistung des Schiedsrichters und nicht auf das Auftreten seiner Spieler. Einen Schritt nach vorne hat der neue Hansa-Trainer mit seiner Mannschaft allerdings bislang nicht machen können.
Krauß: Niederlage "ärgert enorm"
Während Breitenreiter mit Kritik bisher eher sparsam umgegangen ist, fand Offensivspieler Maximilian Krauß nach dem Aachen-Spiel deutliche Worte: "Zu wenig Intensität! Im Zweikampfverhalten nicht auf der Höhe gewesen! Die Räume nicht geschlossen bekommen! Zu wenig zweite Bälle gehabt! Im Gegenpressing einen Tick zu nachlässig gewesen!" - es sprudelte aus dem 29-Jährigen nur so heraus. "Mich und uns ärgert dieses Spiel enorm", bringt es Krauß dann noch mal auf den Punkt.
Keeper, Standards, Torabschluss - Probleme auf vielen Ebenen
Daniel Brinkmann wurde am Ende die schwache Defensivbilanz in den ersten Saisonspielen zum Verhängnis. Unter André Breitenreiter sind nun weitere Mängel dazugekommen. Torhüter Luca Unbehaun sorgte zuletzt für spielentscheidende Fehler. Beim Verteidigen von Standardsituationen sind mittlerweile große Schwächen zu erkennen. Und von der Stärke im Torabschluss war in den vergangenen beiden Partien nichts mehr zu erkennen. "Wir brauchen diese letzte Entschlossenheit und Durchsetzungskraft, um dann auch mal wieder in Führung zu gehen", so die Forderung von André Breitenreiter.
Führungsspieler weiterhin dringend gesucht
Ein Grund für den verpassten Aufstieg in der Vorsaison wurde auch darin gesehen, dass der Rostocker Kader nicht ausreichend mit Führungsspielern bestückt gewesen ist. Also Typen, die auf dem Platz die anderen mitreißen, wenn es mal nicht so läuft. In diesem Punkt ist aktuell keine Weiterentwicklung zu erkennen, weil die potenziellen Kandidaten für eine solche Rolle sportlich bisher nicht überzeugen können. Das gilt etwa für Außenverteidiger Florian Bohnert oder Mittefeldspieler David Kopacz. Von den Neuzugängen hat lediglich Leon Dajaku das Team spürbar nach vorne gebracht. Inwieweit Torwart Luca Unbehaun eine Verstärkung ist, klärt Hansa-Reporter Stefan Leyh in der aktuellen Ausgabe von Hansa Inside (Video oben auf der Seite).
Krisenduell live im NDR Fernsehen
Am 11. Spieltag bekommt das Rostocker Ostseestadion nun eine Begegnung zu sehen, die sowohl Traditions-, als auch Krisenduell ist. Der FC Hansa trifft auf Fortuna Düsseldorf. Der Zweitligaabsteiger hatte sich am Tag nach der Heimniederlage gegen Saarbrücken (1:3) von Trainer Alexander Ende getrennt. Die Rheinländer stehen als Zehnter derzeit sogar in der unteren Tabellenhälfte. Die Partie Hansa Rostock gegen Fortuna Düsseldorf (Anstoß 24.10., 14:00 Uhr) ist live im NDR Fernsehen zu sehen. In voller Länge zu hören ist das Spiel zudem auf ndr.de/mv oder in der NDR MV-App.