Bundesliga
Dank Reese! VfL Wolfsburg feiert ersten Heimsieg seit Januar
Der VfL Wolfsburg hat am Freitagabend in der 2. Bundesliga mit 5:1 (2:1) gegen Darmstadt 98 gewonnen. Überragender Mann auf dem Platz war Fabian Reese. Alexander Bernhardsson und Robert Glatzel trafen jeweils doppelt.
Die "Wölfe" fuhren damit den ersten Heimerfolg der Saison ein. Zuvor waren sie elf Pflichtspiele in Folge vor eigener Kulisse sieglos geblieben. Der letzte "Dreier" in Wolfsburg datierte noch aus Bundesliga-Zeiten (ein 2:1 gegen den FC St. Pauli).
Beim Kantersieg gegen Darmstadt präsentierte sich vor allem Reese in Top-Form. Der "Königstransfer" der Niedersachsen (kam für acht Millionen Euro Ablöse von Hertha BSC) bereitete drei Treffer vor. Die Tore erzielten Bernhardsson (14./61.), Glatzel (40./80.) sowie Muhammed Damar (67.).
"Endlich ein lang ersehnter Heimsieg für unsere Fans", freute sich Glatzel nach Abpfiff im NDR Interview. "Wir haben uns belohnt und verdient gewonnen."
Dank des Schützenfestes sprang Wolfsburg zumindest vorübergehend auf Tabellenplatz vier. Weiter geht's für den VfL nach der Länderspielpause am 10. Oktober beim 1. FC Nürnberg (20.30 Uhr, im NDR Livecenter).
Fabian Reese sorgt für Gefahr
Nach dem 0:1 zuletzt beim FC St. Pauli nahm VfL-Trainer Tobias Strobl drei Änderungen in der Startelf vor. Sael Kumbedi, Yannick Gerhardt und Glatzel kamen neu anstelle von Kilian Fischer, Kento Shiogai (beide auf der Bank) und Mattias Svanberg (nicht im Kader).
Auf der linken Außenbahn gesetzt war selbstverständlich wieder Reese. Und der 29-Jährige zeigte, dass er ein Unterschiedsspieler und Gold wert sein kann.
Alexander Bernhardsson macht das 1:0
Natürlich war es Reese, der in der 13. Minute die erste große Chance des Spiels vorbereitete. Seine Flanke in den Sechzehner konnte Damar aus aussichtsreicher Position aber nicht im Tor unterbringen.
Bernhardsson machte es nur wenige Sekunden später viel besser. Der Schwede verwandelte Reeses Zuspiel vom Elfmeterpunkt aus mit Hilfe des rechten Innenpfostens zum 1:0 (14.).
Schlimmer Fehler von Joakim Maehle
Wer jetzt dachte, die "Wölfe" hätten alles im Griff, wurde (mal wieder) getäuscht. Erst scheiterte Ho-Jae Lee für die Gäste aus knapp 20 Metern am rechten Pfosten (27.). Dann leistete sich Joakim Maehle einen Katastrophen-Pass im Spielaufbau.
Unter Druck spielte der Däne den Ball genau in die Füße von Kai Klefisch, der mit nur einem Kontakt Milan Smit in Szene setzte. Völlig frei traf der dann zum 1:1 (29.). Unglaublich.
Robert Glatzel zur erneuten Führung
Erneut war es Reese, der die geschockten Wolfsburger "wiederbelebte". Per feinem Lupfer bediente er Gerhardt, der eigentlich nur noch einköpften musste - die Kugel aber größtenteils nur mit der Schulter traf und dadurch diese Riesenchance liegenließ (32.).
Wie ein echter Knipser zu Werke geht, bewies danach Glatzel. Nach Flanke von Bernhardsson schraubte sich der Goalgetter hoch und köpfte zum 2:1 ein (40.). "Lilien"-Keeper Marcel Schuhen war zwar noch dran, konnte den Ball aber nur noch an den linken Pfosten lenken, von dem das Spielgerät dann ins Tor rollte. Es war bereits das achte Tor von Glatzel gegen Darmstadt im zehnten Spiel.
Aber auch dieser Treffer verlieh den "Wölfen" keine Sicherheit. Direkt nach der Halbzeit ging das muntere Pfostenschießen weiter. Darmstadts Patric Pfeiffer zog aus 20 Metern ab. Sein Schuss traf erst das rechte, dann das linke Gebälk, um von da aus wieder rauszuspringen. Kein Tor, Glück gehabt (49.).
Zwei VfL-Tore in sechs Minuten
Es war klar, Wolfsburg brauchte noch ein Tor, um ganz sicher auf die Siegerstraße einzubiegen. Und das leitete - na klar - wieder Reese ein. Aus dem Vollsprint flankte er von links auf den langen Pfosten zu Bernhardsson, der zum 3:1 einnetzte (61.). Der Schwede (kam neu von Holstein Kiel) schnürte damit den Doppelpack.
Und nur sechs Minuten später machte ein weiterer Neuzugang endgültig den Deckel drauf. Nach einem Konter war Damar (kam von der TSG Hoffenheim) völlig frei durch und schloss zum 4:1 ab (67.). Den Schlusspunkt setzte Glatzel erneut per Kopf (80.), auch ihm gelangen so zwei Tore. Vorbereiter natürlich: Reese.
Ist der Knoten bei den "Wölfen" jetzt endgültig geplatzt? "Sechs Spiele, elf Punkte, Das fühlt sich ordentlich an", sagte Strobl im NDR Interview. "Die Art und Weise war sensationell. Das war eine geile Mannschaftsleistung"