Farb- und Schmutzfangtücher: Wie sinnvoll sind sie?
Die Tücher sollen verhindern, dass sich Wäsche in der Waschmaschine verfärbt oder vergraut. Doch funktionieren Farb- und Schmutzfangtücher wirklich? Die ARD Verbraucherredaktion hat es testen lassen.
Einfach ein oder zwei kleine Tücher in die Wäsche geben - schon bleibt Weißes weiß, auch wenn es mit Buntem zusammen gewaschen wird. Das ist die Idee von Schmutz- und Farbfangtüchern. Sie sollen die von der Kleidung ins Wasser abgegebene Farbe und den Schmutz aufnehmen und im Tuch binden, bevor sie sich auf andere Wäschestücke legen können. So sollen sie die Wäsche vorm Verfärben oder Vergrauen schützen. Weiße, bunte oder schwarze Wäsche soll man mithilfe der Tücher problemlos miteinander waschen können - ein Vorsortieren der Wäsche wäre damit überflüssig.
Test mit vier verschiedenen Produkten
Ob die Tücher halten, was sie versprechen, hat die ARD Verbraucherredaktion bei der öffentlichen Prüfstelle für das Textilwesen an der Hochschule Niederrhein untersuchen lassen. Vier verschiedene Produkte wurden getestet, davon zwei Markenprodukte sowie zwei Eigenmarken-Produkte zweier großer Drogeriemärkte. Die Tücher wurden jeweils mit einem weißen und einem neuen, roten Shirt gewaschen. Das Resultat: Alle vier Tücher nahmen zwar rote Farbe auf, aber auch die weißen T-Shirts verfärbten sich bei allen Produkten leicht rosa.
Das ernüchternde Fazit: "Wenn man sich den Sinn eines Schmutz- oder Farbfangtuchs vor Augen führt, die Farbe so aufzufangen, dass mein weißes T-Shirt auch genauso weiß aus der Wäsche kommt, gibt es keinen Gewinner, sondern im Prinzip haben alle verloren", so Professor Lutz Vossebein von der Prüfstelle. Allerdings empfehlen die Hersteller im Kleingedruckten, neue farbige Teile - anders als im Test - die ersten Male separat zu waschen.
Alternative: Wäsche sortieren und Colorwaschmittel nutzen
Als Alternative zu den Tüchern empfiehlt Kerstin Effers von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, weiße und bunte Wäsche getrennt zu waschen. Zusätzlich rät sie dazu, für die Buntwäsche ein Colorwaschmittel zu nutzen. Diese enthalten in der Regel bereits Wirkstoffe, die ein Abfärben auf andere Wäsche verhindern sollen.
Schlecht für die Umwelt
Verbraucherschützerin Effers hält die Tücher zudem für ökologisch problematisch, denn sie bedeuten zusätzlichen Müll. Außerdem belasten sie das Abwasser mit wasserlöslichen Polymeren. Wie schädlich diese Kunststoffe für die Ökosysteme sind, ist noch nicht vollständig erforscht. Demgegenüber verweisen Hersteller auf einen ökologischen Vorteil: Da die Wäsche weniger sortiert werden muss, könne man größere Waschladungen auf einmal waschen und so Wasser und Energie sparen.
Tücher können Waschmaschine beschädigen
Kostspielig kann es werden, wenn die Tücher die Waschmaschine verstopfen. Sie können schnell durch den schmalen Schlitz zwischen Manschette und Trommel ins Innere der Maschine gelangen und dort die Pumpe blockieren. Schlimmstenfalls kann die Pumpe dadurch kaputt gehen und die Waschmaschine muss repariert werden. Wer die Tücher dennoch nutzen möchte, sollte sie daher möglichst in ein Wäschenetz legen.