Kraniche: Wo man die Vögel im Norden beobachten kann
Im Herbst rasten Tausende Kraniche auf ihrem Vogelzug in den Süden wieder in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. An einigen Standorten kann man die imposanten Vögel besonders gut sehen.
Jedes Jahr im September und Oktober ziehen die Kraniche zurück in ihre Winterquartiere in Südeuropa. Im Februar und März kehren sie aus dem Süden zurück, um Richtung Norden zu ihren Brutgebieten zu fliegen. Diese erstrecken sich im Wesentlichen von Norddeutschland über Skandinavien und das Baltikum bis nach Osteuropa und Asien. In Schweden erhielten sie den Beinamen "Vögel des Glücks", denn mit den Kranichen kehrt der Frühling ins Land zurück - und mit ihnen Sonne, Helligkeit und Wärme.
Hier sind Kraniche in Norddeutschland zu sehen
Rund um die Bodden, im Müritz-Nationalpark sowie auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst sind die Vögel vor allem während ihres Zugs im Herbst und Frühjahr gut zu beobachten. Am eindrucksvollsten ist der Herbstzug, wenn sich Zehntausende Kraniche an diesen Rastpätzen sammeln. Auch in einigen Regionen Niedersachsens sind die Tiere gut zu sehen, etwa bei Diepholz.
Die Zahl der durchziehenden Vögel schwankt jährlich und hängt von den Bruterfolgen und Rastbedingungen ab. Eine Webseite des NABU informiert über den aktuellen Zug der Kraniche. In Deutschland sind etwa 11.000 Brutpaare heimisch. Die meisten sind in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg zu finden.
Regeln beachten: Kraniche behutsam beobachten
Wer die scheuen Tiere an ihren Rastplätzen beobachten möchte, sollte darauf achten, sie nicht zu stören. Denn bei jeder Flucht verbrauchen die Vögel Energie, die sie für ihren Weiterflug dringend benötigen. Laute Geräusche, helle Kleidung und Blitzlichter beunruhigen die Kraniche und können sie vertreiben. Der NABU hat auf einer Internetseite einige Verhaltensregeln für die Kranichbeobachtung zusammengestellt.
Wanderungen und Führungen
Zum Vogelzug werden vielerorts geführte Touren zu den Rastplätzen der Kraniche angeboten. Im Frühjahr können Interessierte etwa an einer Wanderung auf der Halbinsel Bresewitz mit Blick auf die Barther Oie teilnehmen. Im Herbst lassen sich die Tiere an der Müritz im Rahmen eines sogenannten Kranich-Tickets beobachten, das es entweder online oder beim Nationalpark-Service in Federow gibt. Mit dem Ticket kann man an einer rund vier Kilometer langen abendlichen Wanderung zu den Rastplätzen im Nationalpark teilnehmen.
Exkursionen und Schiffsfahrten
Detaillierte Informationen sowie Exkursionen zu den Kranichen bietet das NABU-Erlebniszentrum Kranichwelten in Günz nordwestlich von Stralsund. Zu dem Zentrum gehört eine hölzerne Beobachtungsstation, das Kranorama am Günzer See. Diese ist ausschließlich zu den Rastzeiten der Kraniche im Frühjahr und Herbst geöffnet.
Im Herbst starten unter anderem von Prerow, Zingst, Barth sowie von Schaprode auf Rügen abendliche Schiffsfahrten zu den Schlafplätzen der Kraniche. Ab Waren und Klink startet die Blau-Weiße-Flotte zu abendlichen Kranichfahrten zur Halbinsel Großer Schwerin.
Weitere Kranich-Rastplätze in Norddeutschland
Auf eigene Faust lassen sich Kraniche auch in anderen Regionen Norddeutschlands beobachten, so etwa am Schaalsee, am Galenbecker See östlich von Neubrandenburg, in der Lewitz und im Naturpark Mecklenburgische Schweiz.
In Niedersachsen rasten die Vögel bevorzugt im Tister Bauernmoor bei Sittensen im Landkreis Rotenburg (Wümme) sowie in der Diepholzer Moorniederung, etwa am Rehdener Geestmoor nahe Diepholz. Dort kann man die Tiere von Beobachtungstürmen aus besonders gut sehen. In Schleswig-Holstein sind sie unter anderem in der Hohwachter Bucht zu beobachten, in Hamburg im Duvenstedter Brook.
Hier können Sie Kraniche beobachten
Freie Beobachtung ohne Führung
Beobachtungstürme und -punkte sowie Fotohütten stehen unter anderem in folgenden Gebieten:
- Pramort/Ostzingst auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst (nur mit Nationalpark-Karte)
- Beobachtungsturm am Bodden südwestlich von Zingst
- Beobachtungsplattform bei Bresewitz
- bei Bisdorf/Groß Mohrdorf
- Tankow auf Ummanz vor Rügen
- an den Lewitzer Fischteichen (Mecklenburg)
- in Flemendorf am Barther Bodden
- Kranorama am Günzer See (Vorpommern)
- Zarrentin am Schaalsee
- Kranichkieker bei Neuenkirchen nahe Zarrentin
- am Galenbecker See (Mecklenburgische Seenplatte)
- bei Sittensen am Tister Bauernmoor
- bei Diepholz am Rehdener Geestmoor
Müritz-Nationalpark
Exkursionen mit dem Kranich-Ticket
August bis Ende Oktober, Treffpunkt: Nationalpark-Informationsstelle Federow
NABU-Erlebniszentrum Kranichwelten Günz
verschiedene Exkursionen zu den Schlaf- und Nahrungsflächen
September bis Oktober, Start am Informationszentrum
Schiffstouren:
ab Waren und Klink
ab Zingst, Schaprode und Breege
Kleine Kranichfahrt (2 Stunden) zur Insel Kirr ab Zingst,
Große Kranichtour (4 Stunden) entlang der Sundischen Wiesen ab Zingst (auch ab Barth und Stralsund),
Kranich- und Vogelbeobachtungstour Prerow - Strom - Bülten (2 bis 3 Stunden) ab Prerow,
Preise, Uhrzeiten und weitere Infos auf der Website der Reederei