Video: Roemer- und Pelizaeus-Museum lädt zum "Work in Progress" (3 Min)

Hildesheim: Welterbe-Kirchen, Fachwerkhäuser und Schätze Ägyptens

Stand: 02.02.2026 14:29 Uhr

Der Hildesheimer Mariendom und die romanische Kirche St. Michaelis gehören zum UNESCO-Welterbe. Sehenswert sind auch die prächtigen Fachwerkhäuser am Markt sowie die Schätze des Roemer- und Pelizaeus-Museums.

Hildesheim gehört zu den kulturhistorisch interessantesten Städten Norddeutschlands. Bei einem Bummel durch die Innenstadt darf der Marktplatz nicht fehlen, die gute Stube der 100.000-Einwohner-Stadt. Rings um den sogenannten Rolandbrunnen stehen stattliche Fachwerkhäuser mit schmucken Fassaden.

Knochenhauer-Amtshaus beherbergt Stadtmuseum

Zu den architektonischen Highlights zählt das Knochenhauer-Amtshaus. Das ehemalige Gildehaus der Fleischer (Knochenhauer) entstand 1529 im Stil der Gotik und Renaissance. Wegen der reichhaltigen Schnitzereien gilt es als einer der schönsten Fachwerkbauten weltweit. Wie viele historische Gebäude am Marktplatz und in der gesamten Stadt lag es nach dem Zweiten Weltkrieg in Schutt und Asche. Erst 1989 wurde das Knochenhauer-Amtshaus originalgetreu wiederaufgebaut.

Frühgotisches Tempelhaus und Rathaus mit Glockenspiel

Schwer beschädigt wurde bei dem verheerenden Bombenangriff auf Hildesheim am 22. März 1945 auch das Tempelhaus. Es wurde bereits 1952 wieder aufgebaut. Zwei einzigartige Türme und ein Renaissance-Erker prägen das frühgotische Patrizierhaus aus dem Jahr 1350 Heute befinden sich in dem Gebäude, das Besucherzentrum Welterbe und die Touristinformation.

An der Ostseite des Marktplatzes beeindruckt das Rathaus mit Arkadengang. Mehrmals täglich erklingt an der Sandstein-Fassade ein Glockenspiel. Wie massiv Hildesheim im Krieg zerstört wurde, zeigen weite Teile der Innenstadt: Schlichte Gebäude aus den 1950er- und 1960er-Jahren prägen das Bild.

Mariendom: UNESCO-Welterbe mit berühmter Bernwardtür

Bekannt ist Hildesheim vor allem wegen seiner historischen Gotteshäuser. Im Zuge der Christianisierung gründete Kaiser Ludwig der Fromme im Jahr 815 das Bistum Hildesheim und ließ dort eine kleine Kirche errichten. 37 Jahre später wurde sie unter Bischof Altfrid zu einem Dom erweitert und Anfang des 11. Jahrhunderts reich mit Kunstwerken ausgestattet. 1046 fiel der Dom einem Stadtbrand zum Opfer. Bischof Hezilo ließ das Gotteshaus im 11. Jahrhundert wieder aufbauen und erweitern. In dieser Epoche entwickelte sich die Domschule des Bistums Hildesheim zu einer bedeutenden Ausbildungsstätte im deutschen Sprachraum. Aus ihr gingen zahlreiche Gelehrte wie Kaiser Heinrich II. hervor.

Dom und Michaeliskirche seit 1985 UNESCO-Welterbe

Bei der Bombardierung Hildesheims 1945 wurde auch der Mariendom größtenteils zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte zwischen 1950 und 1960, 1985 ernannte die UNESCO das Bauwerk zusammen mit der St.-Michaelis-Kirche zum Weltkulturerbe. Bis heute beherbergt der Dom bedeutende Kunstschätze, darunter ein Taufbecken aus dem 13. Jahrhundert, die berühmte bronzene Bernwardtür aus dem Jahr 1015 sowie einen goldenen, runden Leuchter aus dem 11. Jahrhundert - den sogenannten Heziloleuchter.

Hildesheimer Dom
Nord-West-Ansicht des Hildesheimer Doms

Die romanische Kirche birgt einzigartige Kunstschätze: Das macht den 1.200 Jahre alten Hildesheimer Dom zum Weltkulturerbe.

St. Michaelis: Bemalte Holzdecke zeigt Stammbaum Christi

Das zweite bedeutende Gotteshaus Hildesheims ist die über 1.000 Jahre alte Michaeliskirche. Im Jahr 1010 legte Bischof Bernward den Grundstein. Die frühromanische Kirche gilt als architektonisches Meisterwerk des Mittelalters. Typisch für den Kirchenbau, der wie eine Burg auf einem Stadthügel thront, sind die klaren geometrischen Formen, die sich auch im Inneren fortsetzen. Als besonderes Kunstwerk gilt die um 1225 entstandene Holzdecke. Sie besteht aus 1.300 bunt bemalten Eichenbrettern und zeigt den sogenannten Jessebaum, den Stammbaum Christi. Die Bilderdecke ist in ihrer Art nahezu einzigartig in Europa.

Michaeliskirche
Die St. Michaelis Kirche in Hildesheim

Von außen festungsartig, von innen lichtdurchflutet: Wegen ihrer frühromanischen Architektur zählt die Kirche zum UNESCO-Welterbe.

Andreaskirchturm: Blick über Hildesheim bis zum Harz

Weit über die Dächer der Stadt erhebt sich der höchste Kirchturm Niedersachsens: der Turm von St. Andreas. Das Wahrzeichen misst 114,5 Meter und bietet von seinen Aussichtsplattformen einen tollen Rundblick über Hildesheim bis zum Harz. Der Weg nach oben führt über 364 Stufen, vorbei am Glockenstuhl in 44 Metern Höhe und dem alten mechanischen Werk der Turmuhr. Die höchste Plattform für Besucher liegt 75 Meter über dem Kirchplatz.

Auf der Rosenroute zu Hildesheims Sehenswürdigkeiten

Die Rosenroute weist Besuchern - in Form eingelassener Pflastersteine mit Rosenmotiv - den Weg zu den Sehenswürdigkeiten. Eine begleitende Broschüre mit Beschreibungen hält die Touristinformation der Stadt bereit.

Roemer- und Pelizaeus-Museum: Schätze aus Ägypten

Sarg der Mumie Penju (um 800 v.Chr in Ägypten)
Der Sarg der Mumie Penju gehört zu den altägyptischen Schätzen des Museums.

Hinter dem Doppelnamen des Roemer- und Pelizaeus-Museums stehen die Familiennamen der Begründer: Hermann Roemer und Wilhelm Pelizaeus. Die beiden Hildesheimer stifteten ihre Sammlungen der Stadt und schufen so die Grundlage für das Museum. Das 1844 gegründete Haus ist berühmt für seine Altägypten-Sammlung, die zu den bedeutendsten weltweit gehört. Darüber hinaus beherbergt es eine umfangreiche Gemälde- und Grafiksammlung sowie Objekte aus der Ethnologie und der Hildesheimer Stadtgeschichte.

Magdalenengarten: Parkanlage mit großem Rosarium

Zu den ältesten Parkanlagen Niedersachsens gehört der barocke Magdalenengarten im Stadtzentrum. Der Hauptteil des Parks besteht aus acht Quadraten, von denen vier ein Rosarium bilden. Die Rosensträucher sind das Herzstück des einstigen Klostergartens. Neben den edlen Blumen wachsen dort verschiedene Baum- und Straucharten. Im angeschlossenen Museum können sich Besucher über die Kulturgeschichte der Rose informieren.

Sehenswürdigkeiten in Hildesheim

Das Holstentor in Lübeck, ein Wahrzeichen der Stadt

Alte Hansestädte oder die Wikingersiedlung Haithabu: Elf norddeutsche Standorte stehen offiziell auf der UNESCO-Welterbe-Liste.

Auf einem Foto ist der Hildesheimer Wald mit herbstlich gefärbtem Laub zu sehen.

Der Hildesheimer Wald ist ein Höhenzug im südlichen Niedersachsen. Schöne Ziele sind der Sonnenberg und der Griesberg.

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Nordtour: Den Norden erleben | 31.01.2026 | 18:00 Uhr

Schlagwörter zu diesem Artikel

Kirchen und Klöster

Denkmal

Städte

Geschichte

Hannover und Region

Zwei Radfahrende fahren zwischen Apfelplantagen im Alten Land.

Radtour, Wanderung, Tour am Wasser: Der Norden bietet viele attraktive Ziele. Einfach Wunschkriterien auswählen und Tipps erhalten.

Nur wenige Menschen schlendern trotz Sonnenscheins während des Lockdowns über die Elbpromenade.

Hier finden Sie Tipps für einen schönen Ausflug in Nord·deutschland. Diese Tipps sind in Leichter Sprache. Und sie sind nach Bundes·ländern geordnet.

In einem Klassenraum stehen die Stühle auf den Tischen.

Die Ferientermine der norddeutschen Bundesländer auf einen Blick.

Urlaubsregionen im Norden