Quickborn: Himmelmoorhäuser mit neuer besonderer Heizung
Zwei alte Kolonistenhäuser am Quickborner Himmelmoor werden künftig über eine sogenannte Holzhackschnitzelheizung mit Wärme versorgt. Das Holz kommt direkt aus dem Himmelmoor, transportiert wird es von der historischen Torfbahn.
Am Himmelmoor in Quickborn (Kreis Pinneberg) versorgt ab sofort eine sogenannte Holzhackschnitzelheizung zwei denkmalgeschützte Gebäude mit Wärme. Für die Hackschnitzel wird laut Stadt Holz aus dem nahegelegenen Himmelmoor verwendet, das bei der Entkusselung anfällt: also bei der Befreiung des Moores von jungen Sträuchern und Bäumen im Rahmen der Renaturierung.
Neue Aufgabe für historische Torfbahn
Das Holz wird zerkleinert, dann im Himmelmoor gelagert und getrocknet. Anschließend werden die Holzhackschnitzel von der historischen Torfbahn zu den Heizcontainern in der Nähe der beiden historischen Gebäude gefahren.
Gesamtkosten von 800.000 Euro
2023 haben die Arbeiten an der neuen Heizungsanlage begonnen. Dazu wurde auch eine Wärmepumpe und eine Photovoltaikanlage installiert. Die Gesamtkosten liegen laut Stadt bei etwa 800.000 Euro.
Gebäude dienten unter anderem als Unterkünfte für Zwangsarbeiter
In den beiden alten Kolonistenhäusern waren während des ersten und zweiten Weltkrieges eine Schlosserei sowie Straf- und Kriegsgefangene untergebracht, die Zwangsarbeit im Himmelmoor leisten mussten. Nebenan befindet sich die Gedenkstätte "Henri-Goldstein-Haus", das an die Zwangsarbeit erinnern soll.
Gebäude sollen auch für Ausstellungen genutzt werden
Im Moment gibt es noch eine Wohnung in einem der Gebäude, der Rest ist Baustelle. Zukünftig sollen die beiden 500 bis 1000 Quadratmeter großen Häuser laut Stadt als Beherbergungs- und Ausstellungsfläche genutzt werden. Ein Teil soll außerdem der Universität Hamburg zur Verfügung gestellt werden.