Säuglingsmord Brunsbüttel: FDP hat Fragen zur Rolle des Jugendamts
Nach dem Säuglingsmord von Brunsbüttel fordert die FDP Aufklärung über die Rolle des Jugendamtes. Angehörige hatten zuvor mehrfach vor den Zuständen in der Familie gewarnt.
Der Säuglingsmord von Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) hat nun ein politisches Nachspiel. Die FDP fordert, dass die Rolle des Jugendamtes im Kreis Dithmarschen bei der Tat aufgeklärt wird. Angehörige der verurteilten Eltern sagten vor Gericht aus, sie seien vier Mal beim Jugendamt vorstellig gewesen, um auf die desolaten Verhältnisse im Haus der Eltern aufmerksam zu machen.
Dabei hätten sie auch Fotos der verwahrlosten Wohnräume dem Jugendamt vorgelegt, das die Bilder aber nicht annahm. Weil, so die Begründung, die Fotos nur digital auf dem Handy, nicht aber ausgedruckt vorlagen.
Totes Kind in Brunsbüttel: FDP fordert Aufklärung
Außerdem verwies das Jugendamt auf den Datenschutz, hieß es vor wenigen Wochen vor Gericht. Die FDP fragt in einer kleinen Anfrage an das Sozialministerium, warum es keine unangekündigten Besuche bei der Familie gegeben habe und fordert Aufklärung vom Jugendamt und vom Sozialministerium. Am 3. September will die Partei das Thema im Sozialausschuss einbringen.
Die Eltern des Säuglings waren im Juli zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil sie ihr Kind verhungern ließen. Sie legten Revision gegen das Urteil ein.